Antikörper Lecanemab ist nun zur Therapie der frühen Alzheimer-Erkrankung verfügbar
Nach der Zulassung von Lecanemab (Leqembi®▼) in der Europäischen Union (EU) im April ist das Medikament nun seit September in Deutschland erhältlich.1 Damit ist eine Therapie der frühen Alzheimer-Krankheit verfügbar, welche auf zugrundeliegende Krankheitsprozesse abzielt.1,2 Bei einer Pressekonferenz von Eisai erläuterten Experten Studiendaten.
Laut Prof. Robert Perneczky, München, ist Lecanemab indiziert bei erwachsenen Patienten mit klinisch diagnostizierter leichter kognitiver Störung (mild cognitive impairment, MCI) und leichter Demenz aufgrund der Alzheimer-Krankheit (zusammengenommen frühe Alzheimer-Krankheit). Außerdem müsse die Amyloid-Pathologie bestätigt und die Patienten Apolipoprotein E ε4 (ApoE ε4)-Nichtträger oder heterozygote ApoE ε4-Träger sein. Lecanemab ist ein humanisierter, monoklonaler Antikörper, der sich gezielt gegen β-Amyloid (Aβ) im Gehirn richtet und an lösliche, toxische Aβ-Protofibrillen und unlösliche Aβ-Plaques bindet und deren Anreicherung reduziert.2,3
Zulassungsstudie
Grundlage der Zulassung, so Prof. Lutz Fröhlich, Mannheim, sei die internationale, randomisierte Phase-III-Studie Clarity AD, an der 1.795 Erwachsene (Einschlusskriterium Alter: 50–90 Jahre) mit früher symptomatischer Alzheimer-Krankheit teilgenommen hätten.3 Im Rahmen der EU-Zulassung sei eine Posthoc-Analyse durchgeführt worden, die nur ApoE ε4-Nichtträger und heterozygote ApoE ε4-Träger (n = 1.521) eingeschlossen hätte.4 Die Wirksamkeitsendpunkte in dieser Subpopulation entsprachen den Ergebnissen der Gesamtkohorte der Clarity AD-Studie. Für den primären Endpunkt, den CDR-SB (Clinical Dementia Rating – Sum of Boxes), der Kognition und Alltagsfunktion bei Patienten anhand verschiedener Domänen darstellt, zeigte sich eine Verlangsamung der Krankheitsprogression um 31 % im Vergleich zur Placebo-Gruppe nach 18 Monaten (Differenz: -0,54 Punkte; p = 0,00001).4
Nebenwirkungen von Lecanemab
Als häufigste Nebenwirkungen traten in der indizierten Population infusionsbedingte Reaktionen auf (26 % vs. Placebo 7 %), Amyloid-assoziierte Bildgebungsanomalien mit Hämosiderinablagerung (ARIA-H: Mikroblutungen und superfizielle Siderose, 13 % vs. 7 %), Kopfschmerzen (11 % vs. 7 %) und Amyloid-assoziierte Bildgebungsanomalien mit Ödem (ARIA-E: im MRT als Hirnödem oder Flüssigkeitsansammlungen im Bereich der Sulci zu sehen, 9 % vs. 1 %). Symptomatische ARIA-E kamen bei 1,6 % der Teilnehmenden vor (schwere symptomatische: 0,3 %). Symptomatische ARIA-H traten bei 0,8 % der Patienten auf. Insgesamt zeigten sich ARIA in der indizierten Teilpopulation nur etwa halb so häufig wie in der Gesamtpopulation.2–4 kb
▼Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.
3 van Dyck CH et al. N Engl J Med 2023;388(1):9–21.
4 Froelich L et al. DGPPN 2024; Poster 17.
Quelle: Pressekonferenz „Die Zukunft beginnt jetzt – Leqembi®▼ (Lecanemab) als erste (bzgl. Markenzulassung in d. EU) Therapie der frühen Alzheimer-Krankheit, die auf zugrundeliegende Krankheitsprozesse abzielt“, 10.09.2025 in Frankfurt/Main. Veranstalter: Eisai GmbH
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