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Gefäßmedizin, Gefäßchirurgie, Medizin, Angiologie, Phlebologie Gefäßmedizin Gefäßmedizin, vasomed, TEST Katrin Breitenborn
vasomed 6/25

Zusammenhang zwischen der Art der oralen Anti­koagulation und dem Blutungsrisiko bei der Therapie der venösen Thromboembolie

In einer Kohortenstudie evaluierten die Autoren den Zusammenhang zwischen der Art der oralen Antikoagulation und dem Blutungsrisiko. Dafür untersuchten sie über 45.000 schwedische Patienten mit venöser Thromboembolie (VTE) während der Erst- und Langzeitbehandlung.


12.11.2025
K. Breitenborn
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REFERAT ZU:
Sandblad KG et al. Association of type of oral anticoagulation with risk of bleeding in 45,114 patients with venous thrombo embolism during initial and extended treatment - A nation wide register-based study. 

J Intern Med 2023;294(6):743-760.

Die Sicherheitsdaten zu verschiedenen Antikoagulanzien bei VTE sind rar, insbesondere bei längerer Behandlung. Die Studie zielte deshalb darauf ab, die Häufigkeit schwerer Blutungen in Abhängigkeit von der Wahl der Antikoagulanzien während der Erstbehandlung (erste sechs Monate) und der Langzeitbehandlung (sechs Monate bis fünf Jahre) zu vergleichen.

Die Autoren führten deshalb eine Kohortenstudie durch, die auf landesweiten Daten aus dem schwedischen Patientenregister, dem Register für verschreibungspflichtige Medikamente und dem Todesursachenregister basierte. Ausgewertet wurden Daten von Patienten, die nicht an Krebs litten und bei denen zwischen 2014 und 2020 erstmals eine VTE auftrat. Zum Vergleich der Blutungsraten wurden Cox-proportionale Hazards-Modelle verwendet.

Ergebnisse zum Blutungsrisiko

Eingeschlossen wurden 6.558 Patienten unter Warfarin-, 18.196 unter Rivaroxaban-, 19.498 unter Apixaban-, 642 unter Dabigatran- und 220 unter Edoxaban-Therapie. Nach sechs Monaten erhielten 4.750 (72,4 %) weiterhin Warfarin, 11.366 (62,5 %) Rivaroxaban und 11.940 (61,2 %) Apixaban. Während der Erstbehandlung (Tab. 1) lagen die Raten schwerer Blutungen bei 3,86 (95 % KI 3,14–4,58) für Warfarin, 2,93 (2,55–3,31) für Rivaroxaban und 1,95 (1,65–2,25) für Apixaban pro 100 Patientenjahre. Daraus ergaben sich adjustierte Hazard Ratios (aHRs) von 0,89 (95 % KI 0,71–1,12) für Rivaroxaban gegenüber Warfarin, 0,55 (0,43–0,71) für Apixaban gegenüber Warfarin und 0,62 (0,50–0,76) für Apixaban gegenüber
Rivaroxaban.

Während der Langzeitbehandlung (Tab 1.) lagen die Raten schwerer Blutungen bei 1,55 (1,19–1,91) für Warfarin, 1,05 (0,85–1,26) für Rivaroxaban und 0,96 (0,78–1,15) für Apixaban pro 100 Patientenjahre. Die aHRs betrugen 0,72 (0,53–0,99) für Rivaroxaban im Vergleich zu Warfarin, 0,60 (0,44–0,82) für Apixaban im Vergleich zu Warfarin und 0,85 (0,64–1,12) für Apixaban im Vergleich zu Rivaroxaban. Vorherige Blutungen und zunehmendes Alter waren Risikofaktoren für Blutungen sowohl während der Erst- als auch der Langzeitbehandlung.

TherapieEreignissePatientenjahreRate n/100 Jahre (95 % KI)
Starke Blutung bei der Erstbehandlung (0-6 Monate)
Warfarin1112.8773,86 (3,14–4,58)
Rivaroxaban2237.6102,93 (2,55–3,31)
Apixaban1608.2141,95 (1,65–2,25)
Edoxaban2832,41 (0,00–5,75)
Dabigatran122584,65 (2,02–7,27)
Starke Blutung in der Langzeittherapie (6 Monate bis 5 Jahre)
Warfarin714.5834,65 (2,02–7,27)
Rivaroxaban1029.6891,05 (0,85–1,26)
Apixaban10310.7100,96 (0,78–1,15)
Edoxaban1492,03 (0,00–6,01)
Dabigatran52901,72 (0,21–3,23)
Tab. 1: Ereignisrate für schwere Blutungen abhängig von der Wahl der Antikoagulanzienbehandlung für null bis sechs Monate und sechs Monate bis fünf Jahre (mod. n. Sandblad KG et al. J Intern Med 2023;294(6):743-760.)

Fazit zum Blutungsrisiko bei Antikoagulation

Bei Apixaban war das Blutungsrisiko während der Initialbehandlung geringer als bei Warfarin oder Rivaroxaban. Bei einer längeren Behandlung war das Blutungs­risiko bei Apixaban und Rivaroxaban ähnlich, bei Warfarin jedoch höher.

Katrin Breitenborn