Dr. Jeremias Schmidt vom Helios Klinikum Berlin-Buch, Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, übernahm die Organisation der Veranstaltung. Die Klinik steht unter der Leitung von Chefarzt PD Dr. Oliver C. Thamm und Dr. Schmidt ist dort als Oberarzt tätig. Die Resonanz war beachtlich: Rund 140 Teilnehmende aus ganz Deutschland – darunter viele aus Selbsthilfegruppen aus Berlin, Cottbus und Oldenburg – nahmen teil. Die Veranstaltung war bereits nach kurzer Zeit ausgebucht. Der Lipödem-Tag fand im Rahmen des weltweiten Lipödem-Awareness-Monats statt und setzte ein starkes Zeichen für mehr Sichtbarkeit, Information und Austausch.
Hochaktuelles Thema durch G-BA-Entscheidungen
Besonders im Fokus stand der Austausch unter Betroffenen – nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Entwicklungen durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Die jüngsten Entscheidungen zur Lipödem-Versorgung, insbesondere zur Kostenübernahme der Liposuktion in bestimmten Stadien, machen das Thema derzeit hochaktuell. Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und sich über die Auswirkungen dieser Beschlüsse auf ihre individuelle Behandlung zu informieren.
Im Rahmen eines vielseitigen Vortragsprogramms informierten Dr. Schmidt, Dr. Johannes Eschborn und Dr. Naomi Tribull-Potapczuk von der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie über den aktuellen Stand der operativen und konservativen Therapie, die vorläufigen Ergebnisse der LipLeg-Studie sowie die Abgrenzung zu verwandten Krankheitsbildern wie Lymphödem und Adipositas.
Anschließend zeigte Fitness-Coach Ute Hänschke, Berlin, wie Bewegung trotz Lipödem Spaß machen kann und zur Verbesserung der Lebensqualität beiträgt. Auch die Ernährung kam nicht zu kurz: Juliane Graul, Ernährungsberaterin vom Ernst von Bergmann Klinikum Bad Belzig, erklärte anschaulich, wie eine gesunde Ernährung gelingt – inklusive Live Demonstration am Buffet.
Austausch, Information und Begegnung
Begleitend präsentierten zahlreiche Aussteller aktuelle Lösungen rund um Kompressionstherapie, intermittierende pneumatische Kompressionstherapie und moderne Wasserstrahl-Technik. Die Deutsche Lymphselbsthilfe e. V. war mit einem Informationsstand vertreten und stand für persönliche Gespräche zur Verfügung.
Der erste Berliner Lipödem-Tag bot nicht nur fundiertes medizinisches Wissen, sondern vor allem eine Plattform für Austausch, Motivation und gegenseitige Unterstützung. Der große Andrang und die positive Resonanz zeigen: Diese Veranstaltung hat in Berlin gefehlt und wird künftig fortgesetzt.
Fazit: Vor dem Hintergrund aktueller gesundheitspolitischer Entwicklungen zur Lipödem-Versorgung war der erste Berliner Lipödem-Tag eine erfolgreiche Fachveranstaltung mit fundierten Informationen, praxisnahen Inhalten und wichtigen Impulsen für Betroffene, Therapeuten und Industrie.