S3-Leitlinie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Prävention
Beratung und gemeinsame Entscheidungsfindung sind zentrale Elemente, wenn es um die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen geht. Die aktualisierte S3-Leitlinie „Hausärztliche Risikoberatung zur kardiovaskulären Prävention“ geht daher hierauf näher ein.
17.11.2025
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S3-Leitlinie “Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Prävention”
Auf einen Blick
Die Autoren legen großen Wert auf eine fundierte Wissensbasis zur kompetenten Beratung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Neue Empfehlung: viel Bewegung, möglichst geringer Alkoholkonsum und eine ausgewogene, möglichst pflanzlich basierte Ernährung.
Weitere Neuerung: Empfehlung zum Absetzen von Statinen bei älteren Patienten
Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den klassischen Beratungsanlässen in der hausärztlichen Praxis. Daher wurde vor fast zehn Jahren von der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V. (DEGAM) die erste S3-Leitlinie zur hausärztlichen Risikoberatung zur kardiovaskulären Prävention erstellt. Die S3-Leitlinie richtet sich an Hausärztinnen und Hausärzte, die Patienten ohne manifeste kardiovaskuläre Vorerkrankung zu präventiven Optionen informieren. Nun wurde die Leitlinie aktualisiert und mit neuen mehrsprachigen Patienteninformationen veröffentlicht.
Im Mittelpunkt der Leitlinien-Empfehlungen zur Risikoberatung steht nach wie vor ein gesunder Lebensstil. Aber auch dieser sollte mit den Patientinnen und Patienten gut kommuniziert werden, wie auch Prof. Eva Hummers, Präsidentin der DEGAM, findet: „Die gemeinsame Entscheidungsfindung ist eine der wichtigsten Grundlagen in der hausärztlichen Praxis.“
Dr. Jörg Haasenritter, koordinierender Autor der Leitlinie, betont: „Eine Beratung zum individuellen kardiovaskulären Risiko ist dann erfolgreich, wenn die Patientinnen und Patienten die Optionen verstehen und einordnen können. Also zum Beispiel, dass Medikamente wie Statine eine wichtige Option sind – ebenso wie Lebensstilfaktoren“.
Leitlinie Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Beratung im Fokus
Im Fokus der neuen Leitlinie steht der beratende Aspekt. „Das Ziel ist es, dass die Betroffenen selbstbestimmt entscheiden, welche Art der Prävention für sie am besten passt“, so Prof. Erika Baum, Past-Präsidentin der DEGAM und Autorin der Leitlinie. Hummers ergänzt: „Wir nehmen mit der Leitlinienarbeit unsere gesellschaftliche Verantwortung wahr, indem wir abwägen, ob Interventionen zielführend und effizient sind.“
Hierfür wurde die neue Leitlinie nach Erstellung der Autorengruppe der DEGAM mit Vertretern 15 weiterer medizinischer Fachgesellschaften und einer Patientenorganisation abgestimmt. Die Evidenzrecherche hatte ein Team der Universitäten Marburg und Bielefeld übernommen.
Was hat sich in der aktuellen Version der Leitlinie Herz-Kreislauf-Erkrankungen geändert?
Die wichtigsten Botschaften im Vergleich zur Vorgängerversion sind gleichgeblieben. Neu aufgenommen wurden folgende Empfehlungen:
viel Bewegung (und wenig Sitzen), über eine Woche mindestens 150 Minuten mit moderater Intensität oder mindestens 75 Minuten mit starker Intensität
geringer bzw. bestenfalls kein Alkoholkonsum, auch entgegen gängiger „Volksweisheiten“
eine ausgewogene, möglichst pflanzlich basierte Ernährung, orientiert an der mediterranen Ernährung
Absetzen von Statinen, vor dem Hintergrund Multimorbidität und Polypharmazie vor allem bei älteren Menschen und Menschen mit limitierter Lebenserwartung (< 1 Jahr) sollte
Laut der Arbeitsgruppe berücksichtigt die neue Version jetzt auch die besonderen Belange von Menschen mit Diabetes, zwei oder mehr chronischen Erkrankungen, von Menschen mit einer Migrationsgeschichte sowie unterschiedliche Altersgruppen.
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