Skip to main content

Dieser Beitrag ist nur für Mitglieder verfügbar!

Kaffeepause Allgemein- & Innere Medizin, Dermatologie, Gefäßmedizin, Gynäkologie, Neurologie, Orthopädie, Pädiatrie, Urologie Kaffeepause
Serious Game

Digitales Spiel gegen sexualisierte Gewalt

Mit einem Perspektivwechsel macht das Serious Game „Uuugh – Falsches Spiel“ die Strategien sexualisierter Gewalt sichtbar und sensibilisiert Jugendliche für Risiken im Vereinsalltag.


03.12.2025
Teilen auf:
drucken Gefällt mir merken

Im Verbund mit dem Universitätsklinikum Ulm hat die TH Köln ein digitales Spiel entwickelt, dass jungen Menschen ab 12 Jahren die Vorgehensweisen von Täterinnen und Tätern sexualisierter Gewalt vermitteln sollen, damit sie diese im wirklichen Leben besser erkennen können. Das Spiel soll Teil eines kreativen Ansatzes der Prävention von sexualisierter Gewalt sein und das Bewusstsein für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt schärfen. Ein digitales Spiel erreicht junge Menschen dort, wo sie sich viel aufhalten: In der digitalen Welt.

Das Spielsetting – Gewalt im Sportverein

Die Spielenden nehmen in einem scheinbar harmonischen Sportverein die Position eines neuen Trainers, bzw. einer neuen Trainerin ein. Hier beginnen sie, über eine Perspektivübernahme, die Interessen einer übergriffigen Figur durchzusetzen und Grenzen zu überschreiten – Sie werden zu Täterinnen und Tätern. 

Das Serious Game „Uuugh – Falsches Spiel“ ist im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Frauen, Senioren und Jugend geförderten Projekts „Schutzkonzepte in der ehrenamtlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen: Entwicklung einer Informations- und Fortbildungsplattform“ entstanden.

„Sexualisierte Gewalt findet in Institutionen wie Schulen und auch im Ehrenamt oder in Vereinen statt. So ergab eine Befragung von rund 2.000 Sportler*innen, dass 26 % ohne Körperkontakt und 19 % mit Körperkontakt sexualisierte Gewalt in Sportvereinen erlebt haben“, erklärt Projektleiter Prof. Jörg M. Fegert, Universitätsklinikum Ulm, den Hintergrund zur Spielumgebung. Die Spielfigur ist dabei symbolisch als Wolf mit Hasenmaske dargestellt, um bewusst eine Monster-Ästhetik zu vermitteln und Genderstereotype zu umgehen. Der Fokus läge so auf Machtungleichgewichten sowie der manipulativen Beziehungsgestaltung. Gleichzeitig solle so eine spielerische Distanzierung entstehen. 

Prävention sexualisierter Gewalt als Lernziel des digitalen Spiels

Ziel des Spiels ist es, Vereinsmitglieder mithilfe manipulativer Strategien und Interaktionen von ihrer Gruppe zu isolieren und in ein Abhängigkeitsverhältnis zu bringen. Ein tatsächlicher Übergriff wird dabei nicht dargestellt. Die Forschenden betonen, dass in dem Spiel kein Täterschaftswissen vermittelt wird, sondern ihre Strategien sichtbar gemacht werden. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: 

  • Wie gehen Täterinnen und Täter vor?
  • Woran kann ich ihre Strategien erkennen?
  • Was kann ich tun, um mich und andere zu schützen?  

Die Spielerinnen und Spieler werden dabei durch Hinweiskarten und die Figur einer schützenden Wächtereule unterstützt. Das Spiel lässt sich zudem jederzeit durch den Klick auf ein Notausgangsschild unterbrechen.

Quelle: Technische Hochschule (TH) Köln



Welche Bewertung würden Sie dem Beitrag im Allgemeinen geben?
Bitte Bewerten Sie die Umfrage.