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Fortbildung

Lipödem – von der Pathophysiologie zur evidenzbasierten Therapie

Dieser Beitrag bündelt aktuelle Hypothesen zur Pathogenese des Lipödems und gibt leitlinienorientierte, praxisnahe Empfehlungen für Diagnostik und Therapie im interdisziplinären Setting.


15.12.2025 - 14.12.2026
J. Schmidt
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Zitierweise: HAUT 2025; 36(6): 321-326

3 CME-Punkte
Schlüsselwörter: Lipödem, Liposuktion, LIPLEG-Studie

Die Diagnosestellung des Lipödems bleibt mangels spezifischer Marker und aufgrund des heterogenen klinischen Bildes anspruchsvoll. Eine sorgfältige, klinisch orientierte Diagnostik, eine strukturierte konservative Therapie und ggf. eine Liposuktion bilden die Säulen einer evidenzbasierten Versorgung. Die LIPLEG‑Studie liefert eine solide Grundlage für Nutzen- und Sicherheitsbewertungen und hat wesentlich zur gesundheitspolitischen Anerkennung beigetragen.

Symbolbild zur CME Lipödem & Liposuktion: Illustration einer Frau in 3 verschiedenen Stadien.
© natbasil/Shutterstock

CME: Lipödem – von der Pathophysiologie zur evidenzbasierten Therapie


Das Lipödem ist eine chronische, überwiegend Frauen betreffende Erkrankung des subkutanen Fettgewebes, deren zentrales Leitsymptom der Schmerz ist. Trotz wachsender klinischer Aufmerksamkeit sind Ätiologie und Pathogenese weiterhin nicht abschließend geklärt. Das heterogene Erscheinungsbild, die variablen Verläufe und die Überschneidung mit Differenzialdiagnosen – insbesondere Adipositas, Lymphödem, Lipohypertrophie und venöse Insuffizienz – erschweren die frühzeitige Diagnosestellung. Epidemiologisch wird eine Prävalenz von bis zu 10 % der weiblichen Bevölkerung diskutiert; zuverlässige bevölkerungsbasierte Daten fehlen jedoch und die Dunkelziffer ist ­aufgrund von Fehldiagnosen sowie Versorgung im privaten Sektor wahrscheinlich hoch. 

Epidemiologie und klinische Relevanz

Das Lipödem manifestiert sich nahezu ausschließlich bei Frauen; Einzelfälle bei Männern sind beschrieben, oft im Kontext endokriner Störungen. Erste Symp­tome treten typischerweise in Phasen hormoneller Umbrüche auf, etwa während der Pubertät, unter hormoneller Kontra­zeption, in der Schwangerschaft oder in der Menopause. Die Erkrankung präsentiert sich als disproportionale Fettverteilungsstörung der Extremitäten mit bilateraler, symmetrischer, druckschmerzhafter Fettgewebsmehrung bei relativer Aus­sparung von Händen und Füßen. Schmerz und Spannungsgefühl sind Kernsymptome; die Schmerzintensität korreliert nur unzuverlässig mit morphologischen Stadien. Der individuelle Verlauf ist variabel: Neben stabilen Verläufen werden sowohl progrediente Entwicklungen als auch akzentuierte Verschlechterungen beschrieben, nicht selten im zeitlichen Zusammenhang mit hormonellen Umstellungen oder psychischer Belastung. Sekundäre psychosoziale Konsequenzen – Stigmatisierung, Depressionsneigung, Rückzug – wirken als Verstärker des Schmerz­geschehens und verschlechtern die Lebensqualität.

CME: “Lipödem – von der Pathophysiologie zur evidenzbasierten Therapie”: Hier weiterlesen

Autor
Autorenbild von Dr. med. Jeremias Schmidt (Autor)

OA Dr. med. Jeremias Schmidt
Mitautor der LIPLEG-Studie des G-BA,
Initiator des Berliner Lipödem-Tags

Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Helios Klinikum Berlin-Buch
Schwanebecker Chaussee 50, 13125 Berlin
jeremias.schmidt2(at)helios-gesundheit.de