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Dermatologie, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Medizin, Naturheilverfahren Dermatologie Ästhetik, HAUT, Biofaktoren, Haut
Schönheit von innen

Biofaktoren für Haut, Haare und Nägel

Ästhetik ist weit mehr als Kosmetik. Haut, Haare und Nägel profitieren zu einem großen Teil auch von einer optimalen Versorgung mit essenziellen Biofaktoren wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Dies zeigt sich unter anderem bei Zinkmangel-Symptomen.  


11.12.2025
D. Birkelbach
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Zitierweise: HAUT 2025; 36 (6): 300-302

Die ästhetische Dermatologie hat es sich zum Ziel gemacht, durch evidenzbasierte Maßnahmen das äußere Erscheinungsbild zu verbessern, Zeichen des Alterns zu verzögern oder die natürliche Schönheit zu erhalten1. Oft unterschätzt, aber gleichzeitig wichtig in diesem Zusammenhang sind Biofaktoren – essenzielle Substanzen, die der Körper für seine physiologischen Funkti­onen benötigt und die eine gesundheits­fördernde oder krankheitsvorbeugende biologische Aktivität aufweisen.

Zinkmangel-Symptome: Auf den Zinkstatus achten für Haare und Nägel2-8

Der Biofaktor Zink ist an über 300 enzymatischen Reaktionen im Körper beteiligt und essenziell für Entzündungsregulation, Immunfunktion und Hautregeneration. Eine optimale Versorgung fördert die Wundheilung und unterstützt die Kollagensynthese, indem Zink als Cofaktor für Enzyme wirkt, die an Zellteilung, Proteinsynthese und Gewebeumbau beteiligt sind. Dadurch wird die Hautstruktur stabilisiert und die Elastizität bewahrt. Zudem hemmt Zink die Aktivität der 5α-Reduktase und reduziert damit die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT), einem zentralen Faktor für die Talgdrüsenaktivität. Auf diese Weise trägt Zink zu einem gleichmäßigeren, klareren Hautbild bei. Darüber hinaus unterstützt der Bio­faktor die Lipidsynthese und die zelluläre Reparatur und stärkt so die Hautbarriere gegenüber oxidativen Schäden, UV-Strahlung und andere Umweltstressoren.

Haarausfall und brüchige Nägel sind ein weitverbreitetes Problem. Neben hormonellen Faktoren, Stress und falscher Pflege kann auch ein Zinkmangel verantwortlich sein. Zink wirkt als Cofaktor zahlreicher Enzyme, unter anderem der DNA- und RNA-Polymerasen, und ist damit für die Zellteilung unverzichtbar. Zudem ist es an der Bildung von Keratin, Kollagen und Cystin beteiligt – Proteinen, die für ein gesundes Haarwachstum und stabile Nägel entscheidend sind.

Epidemiologische Studien zeigen, dass Patienten mit Alopecia areata oder androgenetischer Alopezie häufig erniedrigte Serumzinkspiegel aufweisen und dass ein Zinkmangel – wie bereits erwähnt – die Wirkung von DHT verstärken kann, was bei entsprechender genetischer Prädisposition die Haarfollikel schrumpfen lässt. Interventionsstudien deuten darauf hin, dass eine orale Zinksupplementierung Haarausfall bei zinkmangelbedingtem Telogen-Effluvium verbessern und möglicherweise auch Patienten mit Alopecia areata und androgenetischer Alopezie unterstützen kann.

Typische Zinkmangel-Symptome sind dünne, brüchige Nägel, Beau-Rillen oder Nagelablösungen. Zink stabilisiert die Keratinstruktur über Zn2+-Cystein-Komplexe, wodurch Festigkeit, Elastizität und eine korrekte Faltung der Keratinmoleküle gewährleistet werden. Dass eine Zinksupplementierung zum Ausgleich eines Zinkmangels die Nagelstärke verbessern und Nagelveränderungen wie Brüchigkeit und Rillen reduzieren kann, konnte in mehreren Studien bestätigt werden9.

Zinkmangel-Symptome: Den Mangel gezielt ausgleichen

Während laut Bundesamt für Risikobewertung (BfR) die empfohlene maximale Tagesdosis in Nahrungsergänzungsmitteln bei 6,5 mg Zink liegt10, zeigen wissenschaftliche Daten, dass bei nachgewiesenem Zink­mangel oder dermatologischen Indikati­onen deutlich höhere orale Tagesdosen von 10 bis 50 mg über einen definierten Zeitraum sinnvoll sein können. Solche Mengen sollten über entsprechend zugelassene Arzneimittel abgedeckt werden11.

Der „Tolerable Upper Intake Level“ (UL), also eine hohe und gleichzeitig sichere Dosierung bei langfristiger Einnahme, liegt bei 25 mg Zink pro Tag und markiert die Zufuhr, bei der selbst bei lebenslanger Einnahme keine negativen gesundheitlichen Effekte zu erwarten sind12. Entscheidend für die Wirksamkeit ist die Bioverfügbarkeit: Organisch gebundene Verbindungen wie Zinkorotat oder Zinkgluconat werden vom Körper gut aufgenommen und stehen für Haut, Haare und Nägel effektiv zur Verfügung.

Biotin in der dermatologischen Ästhetik13,14

Biotin unterstützt als Cofaktor wichtiger Carboxylasen den Energiestoffwechsel und spielt eine Rolle bei der Keratinbildung. Eine ausreichende Versorgung kann die Hautbarriere stärken, das Haarwachstum unterstützen und insbesondere brüchigen Nägeln mehr Festigkeit und Struktur verleihen. Die Studienlage ist allerdings begrenzt: Eine aktuelle Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 bestätigt zwar die positiven Effekte von Biotin auf die Nagelgesundheit, betont jedoch, dass weitere gut designte randomisierte Studien nötig sind15.

Die Haut braucht Vitamin C16-19

Mit 20 bis 30 µg Vitamin C pro Gramm weist die Haut im Vergleich zu den anderen Geweben besonders hohe Vitamin-C-­Konzentrationen auf. Vitamin C wirkt als starkes Antioxidans und kann somit oxidative Schäden der Haut reduzieren. Darüber hinaus ist der Biofaktor essenziell für die Synthese von Kollagen und Elastin, moduliert die Signalwege für Zellwachstum und Zelldifferenzierung und unterstützt die Lipidproduktion in den Keratinozyten, wodurch die Bildung von Ceramiden angeregt wird. All dies führt zu

  • gestärkter Hautbarriere,
  • erhöhter Festigkeit, Elastizität und Widerstandsfähigkeit,
  • verbesserter Regeneration der Haut
  • und einem gesunden und gleichmäßigen Hautbildd

Laut BfR gilt die orale Aufnahme von bis zu 1.000 mg Vitamin C täglich über einen längeren Zeitraum als unbedenklich20. Sehr hohe orale Einzeldosen sollten jedoch vermieden werden, da die Bioverfügbarkeit dann abnimmt21.

Über eine intravenöse Applikation können hingegen schnell höhere Plasmaspiegel erreicht werden22.

Vitamin D – essenziell für Haut, Haare und Nägel

Vitamin D fördert die Differenzierung von Keratinozyten und stärkt so die Hautbarriere, wirkt entzündungshemmend und unterstützt die Kollagenbildung, wodurch Elastizität und Hautstruktur erhalten bleiben. Ein ausreichender Vitamin-D-Status ist zudem wichtig für den Haarfollikelzyklus und kann Haarausfall vorbeugen.

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Ästhetische Auswirkungen von Eisenmangel

Eisen ist zentral für den Sauerstofftransport und die Energieproduktion in Hautzellen. Der Biofaktor beeinflusst über Eisen-abhängige Hydroxylasen die Kollagensynthese und unterstützt so die Regeneration, Elastizität und Struktur der Haut. Epidermale Zellen, Haarpapillen und Nagelplatten reagieren empfindlich auf einen Eisen­mangel. Klinisch kann dies zu blasser, dünner, trockener und spröder Haut, diffusem telogenem Haarausfall und brüchigen Nägeln führen.

Studien betonen die Bedeutung von Eisen für die Hautgesundheit und empfehlen bei nachgewiesenem Eisenmangel eine gezielte Supplementierung23,24.

Bei Störungen von Haaren und Nägeln sollte generell ein Eisenmangel als Ursache berücksichtigt werden – selbst, wenn klassische Symptome eines Eisenmangels fehlen25,26. Beobachtungsstudien zeigen niedrigere Serumferritinwerte bei Betroffenen und Interventionsstudien belegen, dass eine orale Eisentherapie den Haarausfall reduzieren kann27,28.

Fazit für die dermatologische Praxis

Eine optimale Versorgung mit Zink, Vitamin C, Vitamin D und Eisen unterstützt die physiologischen Mechanismen von Haut, Haaren und Nägeln und fördert die natürliche Schönheit von innen: Studien belegen, dass diese Biofaktoren die Hautbarriere stärken, die Regeneration sowie Haar- und Nagelstruktur verbessern und zu einem gesunden, vitalen Erscheinungsbild beitragen können. Zu Biotin sind jedoch weitere hochwertige Studien empfehlenswert.

Informationen zu Biofaktoren, einschließlich Labordi­agnostik, Ursachen und Risikofaktoren für einen Mangel, finden Sie auf der Webseite der Gesellschaft für Biofaktoren e.V.: www.gf-biofaktoren.de.

Die Gesellschaft für Biofaktoren e.V. (GfB) ist ein gemeinnütziger Verein, der das Ziel verfolgt, die wissenschaftlichen Grundlagen der Therapie und Prophylaxe mit Biofaktoren zu fördern.

1. Wollina E, Brzezinski P. Aesthetic dermatology: What‘s new, what‘s true? Dermatol Ther 2019 Jul;32(4):e12623.
2. Zou et al. Trace element zinc and skin disorders. Front Med (Lausanne) 2023 Jan 17;9:1093868.
3. Searle T. Zinc in dermatology. J Dermatolog Treat 2022 Aug;33(5):2455-2458.
4. Classen HG et al. Zink-Mangel. Symptome, Ursachen, Diagnose und Therapie. MMP 2011;3:87-95.
5. Classen HG et al. Wie wirkt der Biofaktor Zink auf das Immunsystem? Zeitschrift für Komplementärmedizin 2023;15(03):34-38.
6. Abdel Fattah NSA et al. Evaluation of serum zinc level in patients with newly diagnosed and resistant alopecia areata. Int J Dermatol 2016 Jan;55(1):24-29.
7. Karashima T et al. Oral zinc therapy for zinc deficiency-related telogen effluvium. Dermatol Ther 2012 Mar-Apr;25(2):210-213.
8. Park et al. The therapeutic effect and the changed serum zinc level after zinc supplementation in alopecia areata patients who had a low serum zinc level. Ann Dermatol 2009 May; 21(2):142-146.
9. Badoun D et al. Natural Treatment Options for Nail Disorders. Skin Appendage Disord 2023 Dec 5;10(2):83-91.
10. www.bfr.bund.de/cm/343/hoechstmengenvorschlaege-fuer-zink-in-lebensmitteln-inklusive-nahrungsergaenzungsmitteln.pdf 
11. Gröber U et al. Zinkmangel im Fokus: Ursachen, Symptome, Diagnose und Therapie. EHK 2019;68:278-292.
12. European Commission: Opinion of the Scientific Committee on Food on the Tolerable Upper Intake Level of Zinc (expressed on 5 March 2003). SCF/CS/NUT/UPPLEV/62.
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14. https://ods.od.nih.gov/factsheets/Biotin-HealthProfessional/ 
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Biologin Dr. Daniela Birkelbach

Dr. rer. nat. Daniela Birkelbach
Gesellschaft für Biofaktoren e.V.
E-Mail: daniela.birkelbach(ett)gf-biofaktoren.de 
www.gf-biofaktoren.de