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Dermatologie, Medizin Dermatologie Dermatologie, HAUT
Kongress

Hautgesundheit im Klimawandel

Hitzebelastung, Hautkrebs, ehemals tropische Erreger auch in unseren Breiten – das bedeutet die globale Erwärmung für die Dermatologie. Doch die Referenten bei „Haut am Limit“ zeigten auf: Alles hängt mit allem zusammen. Der Klima­wandel betrifft uns Menschen nicht nur in gesundheitlicher, sondern auch in ­wirtschaftlicher und politischer Hinsicht. 


15.12.2025
A. Anyadiegwu
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Zitierweise: HAUT 2025; 36 (6): 310-311

„This world is a fine place worth fighting for“

nach Ernest Hemingway

Der diesjährige CME-Kongress von Spek­trum Hautgesundheit* bot ein abwechslungsreiches Programm. Die Veranstalter zählten 460 Teilnehmende im Livestream und rund 100 Teilnehmende vor Ort im Deutschen Olympia-Museum Köln. Die Teilnehmenden konnten 7 CME-Punkte erreichen.

Heutige Auswirkungen auf Natur, Wirtschaft und Gesundheit

Der Polarforscher Arved Fuchs und der Expeditionsmediziner Dr. Peter Stein schilderten eindringlich die Auswirkungen des Klimawandels nicht nur auf die Polarregi­onen, sondern global. So bedeutet weniger Eis, also weniger helle Flächen, auch weniger Reflektion von Sonnenlicht. Das heißt: mehr Wärme, die das Eis weiter schmelzen lässt. Erwärmte Ozeane und Schmelzwasser aus dem Inlandeis in Grönland beeinflussen den Golfstrom. Der Permafrostboden taut, dadurch wird Methan freigesetzt. 

Natur­katastrophen infolge der Klimaveränderungen haben handfeste ökonomische Auswirkungen, etwa die Kosten für den Wieder­aufbau nach der Ahrtal-Flut. Migration nimmt zu, wenn Menschen durch Dürren ihre Lebensgrundlage verlieren. 

Dr. Susanne Saha, Biologin und Dermatologin, ergänzte dazu: Dadurch, dass die Ozeane CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen, bildet sich vermehrt Kohlensäure und die Meere versauern. Der sinkende pH-Wert schädigt das Kalkskelett von Schalentieren, die ein wichtiger Teil der Nahrungskette sind. Auch Mikroplastik führt zum Tod von Kleinst­lebewesen am Meeresgrund. Mittelbar wird so die Nahrungssicherheit für Menschen gefährdet. 

Mikroplastik wird von Menschen im Übrigen verschluckt und eingeatmet*. Man vermutet, dass dies im Körper entzündliche Prozesse auslöst, doch die Forschung dazu ist erst am Anfang.

Gegenmaßnahmen auch in Arztpraxen möglich

Dr. Saha ist Vorsitzende der AG Nachhaltigkeit in der Dermatologie (AGN) der DDG. Einfach zu implementierende Maßnahmen für die Arztpraxis finden sich auf der Website der AG*. Informationen zum Thema gibt es außerdem auf den Seiten der ­Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG)*. Dermatologin PD Dr. ­Sandra Schuh wies auf Möglich­keiten der Nach­haltigkeit im OP hin: Müll trennen, personalisierte waschbare Kleidung und digitale Formulare. 

Haut und Klimawandel – Zahlreiche dermatologische Erkrankungen betroffen

Dr. Schuh führte aus, dass dermatologische Erkrankungen durch den Klimawandel bereits jetzt zunehmen: UV-Schäden, Operationen an Hautkrebs, irritative Kontakt­ekzeme, Allergien, Hitzepickel und Inter­trigo sowie Krankheiten, die durch Vektoren wie die Tigermücke übertragen werden. Als Gegenmaßnahmen braucht es UV-Schutz, aber auch Hitzeschutz in Schulen, Firmen, Krankenhäusern und Pflegeheimen. Es ist zu erwägen, Sprechstunden eher zu kühleren Tageszeiten morgens und abends anzubieten.

Indirekt wirkt sich der Klimawandel unter anderem auf Zivilisationskrankheiten wie Adipositas aus. Dies erläuterte Immun­biologe Prof. Stefan Martin in seinem Vortrag: Ernteausfälle führen dazu, dass Lebensmittel auch in Industrieländern teurer werden. Somit greifen mehr Menschen zu billigem Fast Food statt zu gesunden Produkten, etwa vom örtlichen Wochenmarkt.

*Weiterführende Links:

Veranstalter: https://www.spektrum-dermatologie.de/ 

AG Nachhaltigkeit in der Dermatologie: https://agderma.de/ 

Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG): https://www.klimawandel-gesundheit.de/ 

Zu den Auswirkungen von Mikroplastik: https://www.der-niedergelassene-arzt.de/medizin-und-forschung/details/xenooestrogene-einfluss-auf-das-klimakterium-1/1