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Allgemein- & Innere Medizin, Gynäkologie, Proktologie, Urologie, Aus der Industrie Allgemein- & Innere Medizin, Gynäkologie, Urologie Analbeschwerden
Dossier Analbeschwerden

Akuter analer Schmerz: Die häufigsten Ursachen in der Praxis

Oft sind akut auftretende Schmerzen das Hauptsymptom, wenn Patient:innen mit perianalen Beschwerden die Hausarzt- oder Proktologie-Praxis aufsuchen. Erfahren Sie hier mehr über die vier häufigsten Ursachen – und wie Ihnen die rasche Abgrenzung gelingt.


01.01.2026
DR. KADE
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1. Plötzlich und unerwartet: Die Analvenenthrombose

Ursache Sie entsteht häufig durch starkes Pressen beim Stuhlgang oder einen Blutstau bei Druck von außen, z. B. bei langem Sitzen oder Radfahren. Auch Drucksteigerungen während Schwangerschaft und Geburt sind möglich. 

Befund & Symptome Sichtbar ist ein bläulich-livider, praller und sehr druckschmerzhafter Thrombus. Die Schmerzen werden als heftig und klar lokalisierbar beschrieben, die Intensität nimmt im Verlauf einiger Tage meist ab.

Abgrenzung Die akute Analfissur verursacht ebenfalls starke Schmerzen, hier löst der Stuhlgang jedoch einen neuen Schmerzschub aus. Schwierig kann auch die Abgrenzung zur thrombosierten Hämorrhoide sein; deshalb empfiehlt sich bei Unklarheit eine Palpation oder Proktoskopie. Die Analvenenthrombose befindet sich stets distal der Linea dentata, der Ursprung einer Hämorrhoide liegt proximal.1,2

Therapie Eine Inzision ist nur ausnahmsweise und in den ersten Tagen sinnvoll, bei größeren Befunden besser als Exzision; die Mehrzahl der Analvenenthrombosen heilt spontan ab.2,3 Zur konservativen Behandlung eignen sich anästhesierende Salben (z. B. DoloPosterine® N) und NSAR für die Schmerzlinderung. Ursächlich sollten Sie Mittel zur Stuhlregulation empfehlen.1,2

2. Immer nach dem Stuhlgang: Die Analfissur

Ursache Sie entsteht meist durch eine harte Stuhlkonsistenz bei Obstipation oder durch eine mechanische Verletzung, z. B. durch Analverkehr.

Befund & Symptome Die Schmerzen sind intensiv, klar lokalisierbar und treten beim Stuhlgang typischerweise erneut auf.1

Abgrenzung Die Analfissur ist eine Blickdiagnose:

  • akutes Stadium: tropfenförmiges Ulkus des Anoderms
  • chronisch: hypertrophe Analpapillen und typische Vorpostenfalte2

Klar lokalisierbare, stechende Schmerzen bei der digital-rektalen Untersuchung – meist an der hinteren Medianlinie – erhärten die Diagnose.2

Therapie Anästhesierende Salben wie DoloPosterine® N oder Suppositorien lindern den Schmerz und reduzieren den analen Spasmus.1,2 Ergänzend können topische Nitroglycerinpräparate oder Diltiazem/Nifedipin-Salben eingesetzt werden.1,2 Bei ausgeprägter Spastik ist eine schonende manuelle Sphinkterdehnung (z. B. mit dem Analdehner (PZN 4849287)) sinnvoll.1,2 Eine operative Therapie kommt bei fehlendem Ansprechen oder bei Sekundärveränderungen in Betracht.2

3. Fortgeschrittener Befund: Thrombosierter Hämorrhoidal- und / oder Analprolaps

Ursache Meist liegt ein höhergradiges Hämorrhoidalleiden (Grad 3 und oder 4) mit Hämorrhoidalprolaps zugrunde, bei dem das Anoderm zusätzlich eingebunden ist und aus dem Analkanal herausgedrückt wird. Häufig ist ein auslösendes Ereignis für den Beginn der Thrombose erinnerlich.

Befund & Symptome Der intensive Schmerz baut sich in der Regel subakut über einige Stunden auf, durch die Blutstauung kommt es zu einer oft ausgedehnten ödematösen, schmerzhaften Schwellung.

Abgrenzung Die Abgrenzung zur Analvenenthrombose (AVT) kann mitunter schwierig sein, kann aber aufgrund des prolabierten Gewebes meist eindeutig gestellt werden; bei Unklarheit empfiehlt sich eine Palpation oder Proktoskopie.1 

Behandlung Therapie wie bei einer Analvenenthrombose, Analgetikagabe topisch (z. B. DoloPosterine® N) oder oral (NSAR), kühlen; Stichinzision wäre ein Behandlungsfehler, keine operativen Eingriffe im Akut-Stadium.  

4. Sofortige Intervention nötig: Der perianale Abszess

Befund & Symptome Je länger der Abszess besteht, umso besser können die zunehmenden Schmerzen lokalisiert werden. Es stellt sich dann eine druckdolente Schwellung ein, die von Fieber begleitet sein kann.2

Abgrenzung Die Diagnose ist bei oberflächlicher Abszedierung einfach und aufgrund der lokalisierten Rötung, Schwellung und Überwärmung zu stellen, kann aber bei tiefer Lage Schwierigkeiten bereiten; hier stehen eher dumpfe Schmerzen im Vordergrund.1,2

Wichtig: Auch bei nur geringfügig erhöhten Entzündungszeichen an einen möglichen Abszess denken! Im Zweifelsfall sollte eine Rektoskopie oder Endosonografie erfolgen.1,2

Therapie In der ersten Notfallbehandlung wird der Abszess inzidiert. Die anschließende operative Revision umfasst eine Freilegung, Ausräumung und Tamponade. Wichtig ist dabei, eine begleitende Fistel auszuschließen.2

 

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  1. Wilhelm D, Nitsche U. Proktologie II — die Behandlung des akuten Analschmerzes. endoscopy campus. Unter: http://www.endoscopy-campus.com/literatur/proktologie-ii-die-behandlung-des-akuten-analschmerzes/, abgerufen am 26.11.2025.
  2. Raulf F, Kolbert GW. Praxishandbuch Koloproktologie. 2. Aufl. 2006; Berlin: Dr. Kade Pharmazeutische Fabrik GmbH.
  3. Stoll M, Repetitorium Proktologie, Springer Verlag, 2018. 

DoloPosterine® N Salbe (Creme) 

DoloPosterine® N Zäpfchen

Wirkstoff: Cinchocainhydrochlorid. Verschreibungspflichtig. Zus.: 1 g Creme enthält 5,0 mg Cinchocainhydrochlorid. Sonst. Bestandt.: Aluminiumstearat; Butylhydroxytoluol (Ph. Eur.); Cetylstearylalkohol (Ph. Eur.); Citronensäure-Monohydrat; Glycerolmonostearat 40 - 55; Isopropylmyristat (Ph. Eur.); Magnesiumstearat (Ph. Eur.); Palmitoylascorbinsäure (Ph. Eur.); Pentaerythritoldicocosfettsäureester; Propylenglycol; hochdisperses, hydrophobes Siliciumdioxid; weißes Vaselin; gereinigtes Wasser. 1 Zäpfchen enthält 6,0 mg Cinchocainhydrochlorid. Sonst. Bestandt.: Butylhydroxytoluol (Ph. Eur.), Citronensäure-Monohydrat, Glycerolmonostearat 40 - 55, Hartfett, Palmitoylascorbinsäure (Ph. Eur.), Propylenglycol, mittelkettige Triglyceride. Anw.: Zur symptomatischen Linderung von akuten Schmerzen bei anorektalem Symptomkomplex. Gegenanz.: Überempfindlichkeit gg. Cinchocainhydrochlorid od. einen d. sonst. Bestandteile; Kinder < 12 Jahren. Vermeidung gleichzeitiger Anwendung anderer Lokalanästhetika. Nebenw.: Lokale Überempfindlichkeitsreaktionen im Afterbereich (Jucken, Brennen); Kontaktekzem (Rötung, Bläschenbildung); generalisiertes Kontaktekzem (Rötung, Bläschenbildung mit Ausbreitung).

Warnhinw.: DoloPosterine® N Salbe enthält Butylhydroxytoluol, Cetylstearylalkohol u. Propylenglycol.DoloPosterine® N Zäpfchen enthalten Butylhydroxytoluol. Packungsbeilage beachten.

DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH, Berlin 

Mit freundlicher Unterstützung der DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH