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Aus der Industrie, Proktologie, Allgemein- & Innere Medizin, Gynäkologie, Urologie Allgemein- & Innere Medizin, Urologie, Gynäkologie, Dermatologie Analbeschwerden
Dossier Analbeschwerden

Analer Pruritus: Steckbrief über ein Tabuthema

Viele perianale Erkrankungen haben ein Symptom gemeinsam: quälenden Juckreiz. Der Wunsch nach schneller Abhilfe ist bei den Betroffenen daher groß. Wir haben für Sie einen kompakten Überblick zu relevanten Ursachen, diagnostischen Hinweisen und therapeutischen Strategien zusammengestellt.


01.01.2026
DR. KADE
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Analer Pruritus: ein Symptom, viele Auslöser

Analer Juckreiz kann die Lebensqualität und mentale Gesundheit der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.1 Die im akuten Stadium als äußerst quälend empfundene Symptomatik führt durch Kratzen und Scheuern zu einem Circulus Vitiosus, der den Juckreiz aufrechterhält oder verschlimmern kann.2 Der Bedarf nach einer schnellen Linderung ist somit hoch.

Analer Pruritus ist sekundär ein Symptom infolge verschiedener proktologischer, dermatologischer, allergologischer, mikrobieller oder parasitärer Erkrankungen oder tritt primär als idiopathischer analer Pruritus auf.2 Für die Diagnostik ist eine ausführliche Anamnese essenziell.

Mögliche Ursachen für analen Pruritus:
Zur spezifischen differenzialdiagnostischen Einordnung der Ätiologie führt die Leitlinie „Analer Pruritus“ folgende Erkrankungen auf:²
ErkrankungsgruppeErkrankung (alphabetisch sortiert)
Inflammatorische DermatosenAnalekzem, irritativ-toxisch
 Analekzem, atopisch
 Analekzem, kontakt-allergisch
 Lichen sclerosus
 Lichen ruber (planus)
 Psoriasis vulgaris
Bakterielle InfektionBakterielle sexuell übertragbare anorektale Infektion (z. B. Gonorrhoe, Chlamydien, Mykoplasmen)
 Erythrasma
 Perianale Streptokokkendermatitis
Virale InfektionHPV-assoziierte anale Läsionen
 Herpes simplex anogenitalis
 Molluscum contagiosum
Parasitäre InfektionSkabies
 Nematoden, v. a. Enterobius vermicularis (Oxyuriasis)
 Giardia lamblia
 Cestoden
Mykotische InfektionCandidose
 Tinea
NeoplasienAnale intraepitheliale Neoplasie (AIN), M. Bowen
  Analkarzinom
 Extramammärer M. Paget
 Rektumkarzinom, Polyp
 Langerhanszell-Histiozytose
 Paraneoplastischer Pruritus (z. B. im Rahmen eines M. Hodgkin und anderer Lymphomerkrankungen / hämatologischer Neoplasien oder im Rahmen eines Prostatakarzinoms und anderer solider Neoplasien)
Endokrin-metabolischEisenmangel
 Diabetes mellitus
MedikamenteninduziertFixes Arzneimittelexanthem
 Hydroxyethylstärke-induzierter Pruritus (Beginn)
 Symmetrical drug-related intertriginous flexural erythema (SDRIFE)
NeuropathischErkrankungen der Wirbelsäule im Lumbo-Sakral-Bereich (z. B. Diskusprolaps)
Psychisch / PsychosomatischSomatoformer Pruritus

Ihre Empfehlung bei analem Pruritus: Posterisan® akut Salbe mit Lidocain
 

  • Schnell wirksam bei Schmerzen und juckenden Beschwerden im Analbereich
  • Die Nr. 1 in der Arzt- und Apothekenempfehlung bei Hämorrhoidalleiden (Leitsymptom Juckreiz)3
  • Wirkt zuverlässig innerhalb von 30 min und verschafft so Linderung ab dem 1. Behandlungstag4
  • In Stillzeit und Schwangerschaft nach ärztlicher Rücksprache anwendbar5
  • Mineralölfreie, gelartige Konsistenz lässt sich leicht aufragen und okkludiert nicht
  • Mit beiliegendem Applikator auch für die Anwendung im Analkanal
  • In der Selbstmedikation für 3 Tage zugelassen. Eine längere Anwendung ist, wenn medizinisch indiziert, möglich.

Der übliche Verdächtige: Irritativ-toxisches Analekzem


Das irritativ-toxische Analekzem stellt die häufigste Form des Analekzems dar und wird durch reizende, hautschädigende Noxen ausgelöst. Primär kommen (Fäkal)sekrete infolge proktologischer Erkrankungen (Hämorrhoidalleiden, Prolaps, Analfistel), eine erschwerte Reinigung bei Marisken und Kondylomen oder eine übermäßige Schweißsekretion im Analbereich sowie übermäßige Reinigungsmaßnahmen in Betracht.2,6 Wichtig ist, dass die zugrundeliegende Erkrankung behandelt bzw. der Auslöser beseitigt wird.

Ist eine rasche Symptomlinderung erforderlich, sollte laut Leitlinie zusätzlich eine antientzündliche und symptomatische Behandlung erfolgen.6

Grundsätzlich können akut zur symptomatischen, juckreizlindernden Therapie topische Substanzen mit antiinflammatorischem Effekt (z. B. Kortikosteroide wie Postericort® Salbe) oder eine Lokalanästhetika-haltige Rektalsalbe (z. B. Posterisan® akut Salbe) zum Einsatz kommen.

Was Ihre Patient:innen tun können

Mit Ihren Tipps können Betroffene dazu beitragen, analem Juckreiz entgegenzuwirken und ihm vorzubeugen.

Tipp 1: Analhygiene hinterfragen2,6

  • Verzicht auf raues Toilettenpapier, das die Analhaut reizen oder schädigen kann. Ist sie erst einmal entzündet, beginnt ein Kreislauf aus Jucken und Kratzen. Die Schädigung des Epithels führt zum weiteren Verlust der Hautbarriere – Pilze und Bakterien haben freie Bahn. Die resultierende Entzündung verstärkt wiederum den Pruritus.
  • Sanfte Trocknung mit Wattepads, weichen Handtüchern oder ungebleichten, nicht parfümierten Papiertüchern
  • Detergenzien-freie Reinigung mit lauwarmem Wasser (Analduschen bzw. Sitzbäder)

Tipp 2: Toilettenverhalten optimieren6

  • Ernährungsumstellung mit dem Ziel geformter Stuhlgänge
  • Kein Pressen und längeres Verweilen auf der Toilette
  • Ggf. Reduktion einer erhöhten Stuhlfrequenz
  • Ggf. ergänzende Gabe von Quellstoffen (z. B. Flohsamenschalen)
  • Ggf. Toilettenhocker für optimierte Haltung. 

Tipp 3: Hautpflege und Wäschematerial verbessern2,6

  • pflegende, Allergen-freie Externa (z. B. hydrophile O/W-Zubereitungen)
  • Hautprotektion mit Zinkoxidpaste oder bei Hämorrhoiden mit dem speziell dafür entwickelten Hautschutzkomplex aus Bienenwachs und Jojobaöl in Posterisan® protect
  • Tragen von weiter, nicht einschnürender Baumwollunterwäsche. Diese unterstützt durch eine verminderte Okklusion ein weniger feuchtes Mikroklima in der Analregion als bei enganliegender synthetischer Wäsche.

1    Albuquerque, A. Anal pruritus: Don’t look away. World J Gastrointest Endosc. 2024 Mar 16;16(3):112–116.

2    S1-Leitlinie „Analer Pruritus“. AWMF-Register-Nr.: 013/063, 2024. Stand 01.09.2024. register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-063 (abgerufen am 30.11.2025)

3    nach Kaufgrund Apothekenempfehlung und Arztempfehlung; YouGov m-scope (MAT 09/2025) und empfohlenen Packungen Grünes Rezept, PKV- und GKV-Rezept (IH-Galaxy Apo-Fusion 12/2025)

4    Rothhaar, A., et al. (2014). „Placebo-controlled doubleblind study of the efficacy and tolerability of lidocainecontaining rectal ointment to treat anorectal itching in patients with haemorrhoids.“ Akt Dermatol 40 (10): 412–417.

5    Fachinformation Posterisan® akut  und https://www.embryotox.de/arzneimittel/details/ansicht/medikament/lidocain

6    S1-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Analekzems“. AWMF-Register-Nr.: 013/007, 2024. Stand 01.09.2024. register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-007 (abgerufen am 30.11.2025).

Posterisan® akut 50 mg/g Rektalsalbe
Wirkstoff: Lidocain Zus.: 1 g Rektalsalbe enth. 50 mg Lidocain. Sonst. Bestandt.: Cetylalkohol, Macrogole, gereinigtes Wasser. Anw.: Anwendung bei Erwachsenen; Linderung von Schmerzen im Analbereich vor proktologischer Untersuchung; Symptomatische Behandlung von Juckreiz und Schmerzen im Analbereich (z. B. aufgrund von Hämorrhoiden). Gegenanz.: Überempfindlichkeit gg. Lidocain od. einen der sonst. Bestandteile. Nebenw.: Sehr häufig: Lokale Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Jucken u. Brennen); häufig: Durchfall; gelegentlich: Anorektales Unwohlsein (z.B. leichte Schmerzen), Rötung (perianales Erythem) Enthält Cetylalkohol. Packungsbeilage beachten.
DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH, Berlin 
Stand: 04/2024

Postericort® Salbe

Postericort® Zäpfchen

Wirkstoff: Hydrocortisonacetat. Verschreibungspflichtig. Zus.: 1 g Salbe enthält 3,3 mg Hydrocortisonacetat (Ph. Eur.). Sonst. Bestandt.: Phenoxyethanol, weißes Vaselin, gereinigtes Wasser, Wollwachs (enth. Butylhydroxytoluol). 1 Zäpfchen enthält 3,3 mg Hydrocortisonacetat (Ph. Eur.). Sonst. Bestandt.: Hartfett, mittelkettige Triglyceride. Anw.: Postericort® Salbe: Zur Behandlung von akutem, juckendem, gerötetem Analekzem. Postericort® Zäpfchen: Zur Linderung von akuten, juckenden, geröteten Analekzemen, insbesondere im Analkanal und angrenzenden Enddarm. Gegenanz.: Überempfindlichkeit gg. einen Bestandteil des Arzneimittels, spezifische Hautprozesse (z. B. Tuberkulose, Lues, Gonorrhoe) im Behandlungsbereich, Varizellen, Vakzinationsreaktionen, bakterielle Hautinfektionen, Mykosen, periorale Dermatitis, Rosacea, Säuglinge. Nebenw.: Allergische Hautreaktionen (allergische Follikulitiden, Lokalreaktion, Blutung, Brennen, Juckreiz, Trockenheit, Spannung im Analbereich); bei länger dauernder Anwendung Hautatrophien, Steroidakne, Teleangiektasien, Striae. Warnhinw.: Postericort® Salbe enthält Wollwachs und Butylhydroxytoluol. Packungsbeilage beachten.

DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH, Berlin
Stand: 11/2025

Mit freundlicher Unterstützung der DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH