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Aus der Industrie, Proktologie, Allgemein- & Innere Medizin, Gynäkologie Allgemein- & Innere Medizin, Gynäkologie Analbeschwerden
Dossier Analbeschwerden

Hämorrhoiden & Co.: Was hilft in der Schwangerschaft?

Proktologische Erkrankungen wie Hämorrhoiden, Analvenenthrombosen und Fissuren sind bei Schwangeren häufig: 45–68 % der Patient:innen sind betroffen.1 Muss hier anders behandelt werden? Mit welcher Medikation? Lesen Sie, wie Sie die häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft zielgerichtet lindern. 


01.01.2026
DR. KADE
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Schwangerschaft: Wegbereiter für anorektale Beschwerden

Viele Mechanismen während der Schwangerschaft begünstigen anorektale Probleme: ein erhöhter Druck in den Becken- und Rektalvenen durch größeres Blutvolumen, steigendes Gewicht mit weniger körperlicher Bewegung, Obstipation sowie Eisenpräparate.1,2 

Durch die hormonelle Umstellung kommt es zu einer erhöhten Elastizität des Beckenbodens und der Gefäße. In Summe entsteht eine Blutstauung im Plexus haemorrhoidalis – günstige Voraussetzungen vor allem für Hämorrhoidalvergrößerungen und Perianalvenenthrombosen.1

Hämorrhoidalleiden: Top-Thema der Schwangerschaft

Zwei Drittel der Fälle von Hämorrhoidalleiden in der Schwangerschaft sind Erstmanifestationen. Meist sind sie bedingt durch den Druckanstieg im kleinen Becken. Eine Verstärkung tritt ein, wenn in der Austreibungsphase der Entbindung der venöse Druck stark ansteigt – hier kann es bis zum Hämorrhoidalprolaps kommen.2 Die Patient:innen berichten häufig über ein Druck- oder Fremdkörpergefühl, Jucken, Brennen und frische Blutungen nach der Defäkation.1,3

Behandlungsempfehlungen

Eine konservative Behandlung ist in der Schwangerschaft häufig ausreichend, zumal sich vergrößerte Hämorrhoidalpolster in der Mehrzahl der Fälle nach der Entbindung spontan zurückbilden.1,2

  • Auf die Ernährung achten: Obstipation ist bei Schwangeren häufig, als Ursache werden steigende Progesteron-Werte angesehen, die eine entspannende Wirkung auf die Darmmuskulatur haben.4 Daher sollte zur Stuhlregulierung gerade in der Schwangerschaft auf eine möglichst ballaststoffreiche und ausgewogene Ernährung mit ausreichender Trinkmenge geachtet werden. Darüber hinaus können Quellstoffe wie Flohsamenschalen helfen, die Stuhlkonsistenz zu verbessern.1
  • Richtige Analhygiene: Es reicht die Reinigung mit Waschlappen und klarem Wasser, auf Feuchttücher und Externa sollten Ihre Patient:innen verzichten, um Reizungen der Analthaut zu vermeiden.1,5
  • Empfehlung von Proktologika: Bei leichteren Beschwerden kann Posterisan® protect mit wasserabweisenden Substanzen wie Bienenwachs und entzündungsmildernden Bestandteilen wie Jojoba und Cetiol die Abheilung unterstützen und pflegen.6 Posterisan® protect kann unbedenklich in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. Nehmen die Beschwerden zu, können Patient:innen nach Rücksprache auf Präparate mit Hamamelis (wie z. B. Faktu® lind) oder Lokalanästhetika (wie Posterisan® akut) zurückgreifen.7-9 Als lokalanästhesierender Wirkstoff bietet sich Lidocain aufgrund langjähriger guter Erfahrungen an.
  • Weitere Selbstmedikationsoption bei Grad II-III: Eine rein physikalische Wirkung bietet der neue Postericare® Hämorrhoiden-Stick bei fortgeschrittenen Hämorrhoiden im Grad II bis III. Er verlagert prolabierte Hämorrhoidalpolster sanft zurück in den Analkanal und hält sie dort. Bei zurückverlagerten Hämorrhoiden ist ein besserer Abfluss angestauter Flüssigkeiten gewährleistet, wodurch eine Rückbildung von vergrößerten und angeschwollenen Hämorrhoidalpolstern begünstigt wird. Außerdem wird das Risiko für Beschwerden wie Juckreiz und Brennen reduziert.

Operativ sollten in der Schwangerschaft lediglich stark blutende Hämorrhoiden angegangen werden.1,10

Analvenenthrombose: plötzlicher Schmerz

Im 3. Trimenon entwickeln bis zu 20 % der Patient:innen eine Thrombose einer perianalen Vene, begünstigt durch den erhöhten Gefäßdruck im Beckenbereich.1,2 Typisch ist ein plötzlich auftretender, stark schmerzender, bläulich-livid gefärbter, sehr druckempfindlicher Knoten perianal. Der Schmerz besteht meist unabhängig von der Defäkation.3,10

Akute Analvenenthrombose

Analvenenthrombosen bilden sich in der Regel innerhalb weniger Wochen vollständig zurück; eine Behandlung ist nicht immer erforderlich. Bei stärkeren Schmerzen kommen folgende Maßnahmen infrage:

  • Lokale Kühlung kann die Rückbildung unterstützen.2
  • Die systemischen Antiphlogistika Diclofenac und Ibuprofen sollten im 1. und 2. Trimenon nur bei zwingender Indikation eingesetzt werden und sind im 3. Trimenon kontraindiziert.11,12
  • Bei sehr starken akuten Schmerzen kann ein lokal wirksames Anästhetikum wie Lidocain (z. B. Posterisan® akut) oder Cinchocain (z. B. DoloPosterine® N) kurzfristig eingesetzt werden, wegen fehlender Schwangerschaftsdaten jedoch nur nach strenger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung.9,13
  • Paracetamol ist während der gesamten Schwangerschaft möglich, jedoch ebenfalls nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung und in niedrigster wirksamer Dosis für kurze Zeit.14,15

Durch diese Maßnahmen lässt sich meist innerhalb weniger Tage Schmerzfreiheit erreichen, die Thrombose bildet sich meist innerhalb von 2–4 Wochen zurück. Eine Exzision sollte Ausnahmefällen vorbehalten bleiben.3,10

Akute Analfissur: ein Thema bei Obstipation

Weit weniger häufig treten akute Analfissuren während der Schwangerschaft auf, meist in Zusammenhang mit der Defäkation bei obstipierenden Patient:innen.1,10 

Es kommt zu starken Schmerzen während und nach der Defäkation, oft begleitet von einer frischen Blutung.3 In erster Linie sollte hier die Verstopfung entsprechend den Ernährungsempfehlungen bei Hämorrhoidalleiden angegangen werden.

Nach sorgfältiger Indikationsstellung können Lidocain- oder Cinchocian-haltige Salben und systemische Analgetika eingesetzt werden, um Schmerzen zu lindern und einer Verkrampfung der Spinktermuskulatur entgegenzuwirken.9,11-14  

Analekzem: der sekundäre Begleiter

Neben Nässen und Brennen stellt vor allem Juckreiz das Hauptsymptom des Analekzems dar. Die Ursachen für ein Analekzem sind Stuhlschmieren, Schleimabgang oder Feinsekretion durch eine primär proktologische Erkrankung, z. B. Hämorrhoiden oder Fissuren.3

Daher hat die Behandlung der Grunderkrankung erste Priorität, das Stuhlkontaktsekret als Irritans sollte ausgeschlossen werden. Symptomatisch kann – bei zwingender Indikation und nach sehr sorgfältiger Risikoabwägung – bei akuten Ekzemen kurzzeitig eine Glucocortikoid-haltige Salbe (z. B. Postericort®) zum Einsatz kommen.16

Interesse an weiterführenden Informationen? Besuchen Sie gern unsere CME-zertifizierte Fortbildung zum Thema Differentialdiagnostik.

1    Bussen S et al. Koloproktologische Erkrankungen in der Schwangerschaft und dem Wochenbett. Geburtsh Frauenheilkd 2008; 68: 1–5

2    Hesterberg R. Proktologie für den Gynäkologen. Der Gynäkologe 1999; 32: 642–651

3    Raulf F, Kolbert GW. Praxishandbuch Koloproktologie. 2. Aufl. 2006; Berlin: DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH

4    Vazquez JC. Constipation, haemorrhoids, and heartburn in pregnancy. Clinical Evidence 2010; 2010: 1411

5    Rhode L. Lehratlas der Proktologie. 1. Aufl. 2007; Stuttgart: Georg Thieme Verlag

6    Gebrauchsinformation Posterisan® protect Salbe. Stand April 2025

7    Fachinformation FAKTU lind Salbe mit Hamamelis. Stand Oktober 2023

8    Fachinformation FAKTU lind Zäpfchen mit Hamamelis. Stand November 2022

9    Fachinformation Posterisan® akut 50 mg/g Rektalsalbe. Stand Mai 2025

10    Strittmatter B, Furtwängler A. Proktologie für Frauenärzte. Gynakol Geburtsmed Gynakol Endokrinol 2013; 9(3): 158–177

11    Fachinformation Diclofenac-ratiopharm® 75mg SL Retardkapseln. Stand August 2022

12    Fachinformation Ibuprofen STADA® 400/600 mg Filmtablette. Stand Oktober 2024

13    Fachinformation DoloPosterine® N Salbe. Stand Mai 2025

14    Fachinformation Paracetamol-ratiopharm® 1000 mg Tabletten. Stand April 2025

15    Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe. Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit. Aktualisierte, 4. Auflage, 2024

16    Fachinformation Postericort® Salbe. Stand September 2025
 

Posterisan® akut 50 mg/g Rektalsalbe
Wirkstoff: Lidocain Zus.: 1 g Rektalsalbe enth. 50 mg Lidocain. Sonst. Bestandt.: Cetylalkohol, Macrogole, gereinigtes Wasser. Anw.: Anwendung bei Erwachsenen; Linderung von Schmerzen im Analbereich vor proktologischer Untersuchung; Symptomatische Behandlung von Juckreiz und Schmerzen im Analbereich (z. B. aufgrund von Hämorrhoiden). Gegenanz.: Überempfindlichkeit gg. Lidocain od. einen der sonst. Bestandteile. Nebenw.: Sehr häufig: Lokale Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Jucken u. Brennen); häufig: Durchfall; gelegentlich: Anorektales Unwohlsein (z.B. leichte Schmerzen), Rötung (perianales Erythem) Enthält Cetylalkohol. Packungsbeilage beachten.
DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH, Berlin
Stand: 04/2024

Faktu® lind Hämorrhoidensalbe 

Faktu® lind Hämorrhoidenzäpfchen 

Wirkstoff: Hamamelisblätter- und -zweigedestillat/Hamamelisblätter-Auszug. Zus.: 1 g Salbe enth. 62,5 mg Destillat aus frischen Hamamelisblättern und -zweigen (1:1,12-2,08), Destillationsmittel: Ethanol 6 % (m/m). Sonst. Bestandt.: Cetylstearylalkohol (Ph. Eur.); Citronensäure-Glycerolmonooleat-Glycerolmonostearat-L-(+)-6-O-Palmitoylascorbinsäure-all-rac-alpha-Tocopherol-Lecithin (2,5:7,5:20:20:25:25); Natriumedetat (Ph. Eur.); Glycerol(mono/di/tri)[adipat/alkanoat(C6-C20)/isostearat]; dickflüssiges Paraffin; mikrokristalline Kohlenwasserstoffe (C40-C60); Propylenglycol; weißes Vaselin; gereinigtes Wasser; Wollwachs (enth. Butylhydroxytoluol). 1 Zäpfchen enth. 400 mg Auszug aus Hamamelisblättern (1:2), Auszugsmittel: Ethanol 60% (V/V). Sonst. Bestandt.: Glycerolmonooleate; Hartfett; mikrokristalline Kohlenwasserstoffe (C40-C60); Polyglycerolpoly(12-hydroxystearat); hochdisperses Siliciumdioxid, methyliert; alpha-Tocopherol (Ph. Eur.). Anw.: Salbe: Zur Besserung der Beschwerden bei Hämorrhoiden Grad I und II. Zäpfchen: Zur Linderung von Beschwerden wie Juckreiz, Brennen, leichte Blutungen bei Hämorrhoiden Grad  I u. II. Gegenanz.: Überempfindlichkeit gg. Hamamelis, Wollwachs (bei Salbe) oder einen d. sonst. Bestandteile. Nebenw.: Salbe Sehr selten: allergische Reaktionen durch Überempfindlichkeit gg. Inhaltsstoffe. Zäpfchen Häufig: kurz anhaltende Irritationen; sehr selten: allergische Reaktionen gegenüber Hamamelis-haltigen Externa. Die Salbe enthält Wollwachs, Butylhydroxytoluol, Cetylstearylalkohol und Propylenglycol. Packungsbeilage beachten. 

DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH, Berlin
Stand: 03/2023

Postericort® Salbe

Postericort® Zäpfchen

Wirkstoff: Hydrocortisonacetat. Verschreibungspflichtig. Zus.: 1 g Salbe enthält 3,3 mg Hydrocortisonacetat (Ph. Eur.). Sonst. Bestandt.: Phenoxyethanol, weißes Vaselin, gereinigtes Wasser, Wollwachs (enth. Butylhydroxytoluol). 1 Zäpfchen enthält 3,3 mg Hydrocortisonacetat (Ph. Eur.). Sonst. Bestandt.: Hartfett, mittelkettige Triglyceride. Anw.: Postericort® Salbe: Zur Behandlung von akutem, juckendem, gerötetem Analekzem. Postericort® Zäpfchen: Zur Linderung von akuten, juckenden, geröteten Analekzemen, insbesondere im Analkanal und angrenzenden Enddarm. Gegenanz.: Überempfindlichkeit gg. einen Bestandteil des Arzneimittels, spezifische Hautprozesse (z. B. Tuberkulose, Lues, Gonorrhoe) im Behandlungsbereich, Varizellen, Vakzinationsreaktionen, bakterielle Hautinfektionen, Mykosen, periorale Dermatitis, Rosacea, Säuglinge. Nebenw.: Allergische Hautreaktionen (allergische Follikulitiden, Lokalreaktion, Blutung, Brennen, Juckreiz, Trockenheit, Spannung im Analbereich); bei länger dauernder Anwendung Hautatrophien, Steroidakne, Teleangiektasien, Striae. Warnhinw.: Postericort® Salbe enthält Wollwachs und Butylhydroxytoluol. Packungsbeilage beachten.

DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH, Berlin
Stand: 11/2025

DoloPosterine® N Salbe (Creme) 

DoloPosterine® N Zäpfchen

Wirkstoff: Cinchocainhydrochlorid. Verschreibungspflichtig. Zus.:1 g Creme enthält 5,0 mg Cinchocainhydrochlorid. Sonst. Bestandt.: Aluminiumstearat; Butylhydroxytoluol (Ph. Eur.); Cetylstearylalkohol (Ph. Eur.); Citronensäure-Monohydrat; Glycerolmonostearat 40 - 55; Isopropylmyristat (Ph. Eur.); Magnesiumstearat (Ph. Eur.); Palmitoylascorbinsäure (Ph. Eur.); Pentaerythritoldicocosfettsäureester; Propylenglycol; hochdisperses, hydrophobes Siliciumdioxid; weißes Vaselin; gereinigtes Wasser. 1 Zäpfchen enthält 6,0 mg Cinchocainhydrochlorid. Sonst. Bestandt.: Butylhydroxytoluol (Ph. Eur.), Citronensäure-Monohydrat, Glycerolmonostearat 40 - 55, Hartfett, Palmitoylascorbinsäure (Ph. Eur.), Propylenglycol, mittelkettige Triglyceride. Anw.:Zur symptomatischen Linderung von akuten Schmerzen bei anorektalem Symptomkomplex. Gegenanz.:Überempfindlichkeit gg. Cinchocainhydrochlorid od. einen d. sonst. Bestandteile; Kinder < 12 Jahren. Vermeidung gleichzeitiger Anwendung anderer Lokalanästhetika.Nebenw.:Lokale Überempfindlichkeitsreaktionen im Afterbereich (Jucken, Brennen); Kontaktekzem (Rötung, Bläschenbildung); generalisiertes Kontaktekzem (Rötung, Bläschenbildung mit Ausbreitung).

Warnhinw.:DoloPosterine® N Salbe enthält Butylhydroxytoluol, Cetylstearylalkohol u. Propylenglycol.DoloPosterine® N Zäpfchen enthalten Butylhydroxytoluol. Packungsbeilage beachten.

DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH, Berlin
Stand: 03/2023

Mit freundlicher Unterstützung der DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH