Tirbanibulin zur wirksamen Behandlung aktinischer Keratosen
Tirbanibulin-1 %-Salbe (Klisyri®) ermöglicht eine feldgerichtete Behandlung von aktinischen Keratosen des Olsen-Grads I im Gesichts- und Kopfhautbereich. Der Wirkstoff wies in Phase-III-Studien deutlich höhere Abheilungsraten als das Vehikel auf und zeigte zudem eine kurze Anwendungsdauer und geringe Therapieabbrüche.
Aktinische Keratosen (AK)1 gehören zu den häufigsten UV-induzierten Keratinozytendysplasien und treten besonders bei älteren Menschen, Männern und Personen mit hellem Hauttyp auf. Da sie als mögliche Vorstufe eines Plattenepithelkarzinoms gelten, ist eine frühzeitige Behandlung angezeigt. Für nicht hyperkeratotische, nicht hypertrophe AK steht mit Tirbanibulin 1 % Salbe eine zugelassene feldgerichtete Therapieoption zur Verfügung, die einmal täglich über fünf aufeinanderfolgende Tage auf ein bis zu 25 cm² großes Areal appliziert wird.
Wirkmechanismus von Tirbanibulin
Tirbanibulin greift gezielt in die Mikrotubuli-Struktur ein, unterbricht den Zellzyklus und induziert die Apoptose dysplastischer Keratinozyten. Der Mechanismus ist mit der Hemmung eines in AK-Läsionen verstärkt exprimierten Src-Tyrosinkinase-Signalwegs verknüpft. Anlässlich einer Pressekonferenz im Rahmen des 35. Deutschen Hautkrebskongresses 2025 betonte Prof. Rolf-Markus Szeimies, Chefarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Knappschaft Kliniken Recklinghausen, dass Klisyri® das erste topische Präparat ist, das auf diesem Wirkprinzip basiert.
Wirksamkeit und klinische Daten
In zwei randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studien2 mit 702 Erwachsenen erreichte Tirbanibulin an Tag 57 vollständige Abheilungsraten von 49 % gegenüber 9 % unter dem Vehikel. Partielle Abheilungen ≥ 75 % traten bei 72 % versus 18 % auf; bei Gesichtsläsionen wurden ca. 56 % vollständige Abheilungen erzielt, bei der Kopfhaut um die 36 %.2 Szeimies berichtete zudem von guten Erfahrungen mit dem Präparat aus der Praxis, was seine Einschätzung zur kurzen Anwendungsdauer bestätigt.
Leichte bis moderate Reaktionen wie Erythem, Schuppung oder Verkrustung treten typischerweise auf, erreichen um Tag 8 ihre stärkste Ausprägung und bilden sich innerhalb weniger Wochen zurück.3 Schmerzen oder Pruritus sind meist leicht bis moderat; therapiebedingte Studienabbrüche wurden nicht berichtet.3
Quelle: Pressegespräch „AK-Therapie in der Praxis: Kurzzeittherapie mit Klisyri®“, 35. Deutscher Hautkrebskongress (ADO/DKG), 11.09.2025, Essen. Veranstalter: Almirall Hermal GmbH
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