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Neujahrspressekonferenz

Politisches Schlüssel- oder Schicksalsjahr 2026?

Die Bundesärztekammer sieht 2026 als entscheidendes Jahr für ein zukunftsfestes Gesundheitswesen.


19.01.2026
Redaktion
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Präsident Dr. Klaus Reinhardt forderte am 7. Januar 2026 auf der Neujahrspressekonferenz in Berlin, die Reformbaustellen im Gesundheitswesen entschlossen anzugehen: GKV-Finanzierung, Steuerung medizinischer Leistungen und Arbeitsbelastung der Beschäftigten müssten gelöst werden, damit ein bedarfsgerechtes und krisenfestes System entsteht.

Zentrales Thema sei die Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die angespannte Finanzlage resultiere aus strukturellen Langzeitproblemen; um weitere Beitragssatzsteigerungen zu verhindern, sei eine Milliardenentlastung der GKV nötig – mit Unterstützung der gesamten Bundesregierung, insbesondere des Bundesfinanzministers. Sofortmaßnahmen umfassten z. B. eine Entlastung der GKV von versicherungsfremden Leistungen, vor allem bei der Finanzierung der Kassenbeiträge von Bürgergeldempfängern – befürwortet wird eine Finanzierung aus Steuermitteln. Zusätzlich plädiert der Ärztechef für eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel auf 7 % sowie für zweckgebundene Abgaben auf Alkohol, Tabak und Zucker. Beides solle nachhaltiger wirken als kurzfristige Sparmaßnahmen. 

Strukturelle Reformen seien unverzichtbar, insbesondere eine Neuordnung der Krankenhauslandschaft. Veränderungen müssten medizinisch sinnvoll, regional differenziert und personell tragfähig sein, ohne Qualität, Versorgungssicherheit oder Erreichbarkeit gegeneinander auszuspielen, so Reinhardt. 

Für den ambulanten Bereich fordert er verbindliche primärärztliche Einschreibemodelle sowie eine verlässliche strukturierte Ersteinschätzung – telefonisch, digital oder vor Ort.

Langfristig seien Investitionen in Prävention und Gesunderhaltung essenziell, um Volkskrankheiten zu bekämpfen. Präventionsmaßnahmen müssten ressortübergreifend gedacht und umgesetzt werden, da hier wirtschaftliches sowie medizinisches Potenzial liege. 

Fazit

2026 könne ein Wendepunkt werden, wenn politische Entscheidungen konsequent, praxisnah und mit klarem Gestaltungswillen getroffen würden.

Redaktion, der-niedergelassene-arzt.de


Quelle: Bundesärztekammer

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