Überaktive Blase: Hochselektiver β3-Agonist Vibegron ist wirksam und sicher
Nur 20 % der Patientinnen und Patienten mit einer überaktiven Blase (ÜAB) werden adäquat behandelt und viele brechen die Therapie mit Antimuskarinika aufgrund von Ineffektivität oder Nebenwirkungen ab.1 Seit über einem Jahr steht mit Vibegron ein hochselektiver und potenter β3-Agonist zur Verfügung, der eine effektive und gut verträgliche Therapieoption für Erwachsene mit ÜAB bietet.2
Die neusten Erkenntnisse zur ÜAB-Therapie waren Thema eines Symposiums anlässlich des Kontinenz-Kongresses 2025 in Bielefeld. Die Ursachen einer ÜAB seien multifaktoriell, berichtete Dr. Fabian Queißert, Münster. Eine Studie aus Hongkong belege, dass anticholinerge Vortherapien eine höhere Wahrscheinlichkeit für schwere Komplikationen darstellten.3 Queißert empfiehlt deshalb, die anticholinerge Last von Vortherapien z. B. mithilfe des ACB Calculators zu überprüfen. Eine retrospektive Analyse konnte zudem ein signifikant niedrigeres Risiko für das Auftreten einer Demenz unter dem β3-Agonist gegenüber Anticholinergika belegen.4 Einer aktuellen Studie zufolge korrelierten psychiatrische Komorbiditäten mit dem Versagen einer oralen Therapie bei Patientinnen und Patienten mit ÜAB.5 Psychische Störungen träten bei Non-Respondern deutlich häufiger auf als bei Respondern und müssten ebenfalls als Ursache einer ÜAB herangezogen werden, wenn eine medikamentöse Therapie nicht funktioniere.
Vibegron mit kaum kardiovaskuläre Nebenwirkungen
Die Adhärenz unter medikamentösen Therapien sei umso höher, je besser die Therapie wirke und vertragen werde, sagte Queißert. Mit Vibegron (Obgemsa®), einem hochselektiven β3-Adrenozeptoragonist der zweiten Generation, sei seit 2024 ein Medikament auf dem Markt, das kaum kardiovaskuläre Nebenwirkungen verursache, und deshalb insbesondere auch für Vorerkrankte eine sehr gute Option sei. Dies habe die Phase-III-Zulassungsstudie EMPOWUR6 belegt: Vibegron zeigte sich überlegen gegenüber Placebo und auch Tolterodin sowohl hinsichtlich der Anzahl der Miktionen pro Tag als auch der Dranginkontinenz-Episoden pro Tag, den Kernsymptomen einer ÜAB. Dabei lag das Sicherheitsprofil auf Placebo-Niveau. Vibegron könne zudem auch bei benigner Prostatahyperplasie (BPH) als Add-on zur Alphablockade eingesetzt werden, so Queißert. Dies bestätigten die Daten der Phase-III-Studie COURAGE.7 Besonders hervorzuheben seien die signifikanten Verbesserungen bei täglichen Miktionen, Drang- und Nykturie-Episoden. Die Blasenfunktion werde zudem nicht beeinträchtigt, der Detrusordruck bei der Miktion sei sogar niedriger als unter Placebo, erläuterte Queißert. Vibegron habe sich in kürzester Zeit am Markt etabliert und sei für eine Vielzahl von Patientinnen und Patienten die bessere Option.
Birke Dikken
Quelle: Satelliten-Symposium „Die Überaktive Blase im Jahr 2025“, 14.11.2025, im Rahmen des 36. Kongress der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e. V., Bielefeld: Veranstalter: Pierre Fabre Pharma GmbH
Literatur
1 Unger-Hunt L. Uro-News 2025;29:42. 2 Fachinformation Obgemsa®, 01/2025. 3 Liu AQ et al.; presented at EAU 2025 Madrid; Abstract #0857. 4 Okita Y et al. Int J Geriatr Psychiatry. 2025 Jan;40(1):e70036. 5 Dagli et al. Presented at EAU 2025 Madrid. 6 Staskin D et al. J Urol. 2020;204(2):316–324. 7 Staskin D et al. J Urol. 2024;212(2):256–266.
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