Skip to main content

Dieser Beitrag ist nur für Mitglieder verfügbar!

Dermatologie, Abrechnung, Allgemein- & Innere Medizin, Gefäßmedizin, Gynäkologie, Neurologie, Orthopädie, Pädiatrie, Urologie Dermatologie, Allgemein- & Innere Medizin, Gefäßmedizin, Gynäkologie, Neurologie, Orthopädie, Pädiatrie, Urologie Abrechnung, HAUT
IGeL-Tipp | fachübergreifend

„IGeLn“ im Praxisteam

Ohne Engagement der medizinischen Fachangestellten (MFA) ist das Angebot von individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) in der Regel nicht so erfolgreich wie unter deren Einbeziehung. Das sollte die Ärztin bzw. der Arzt planmäßig ­berücksichtigen und nicht als selbstverständlich voraussetzen.


05.02.2026
Teilen auf:
drucken Gefällt mir merken

Zitierweise: HAUT 2026; 37 (1): 44. 

Informiert nur die Ärztin oder der Arzt selbst die Patientinnen und Patienten über die Möglichkeit einer IGeL, ist der Vorteil die hohe Quote an Annahme des Angebots. Der Nachteil ist der hohe Zeitaufwand und das eventuelle Empfinden der Patientin bzw. des Patienten, die Ärztin oder der Arzt wolle etwas „verkaufen“. Manchmal ist es aber auch ein Unwohlsein ärztlicherseits in der vermeintlichen „Verkäuferrolle“. In Praxen, in denen MFA stärker einbezogen werden, ist das oft einfacher und auch erfolgreicher.

MFA sind in der Regel die ersten Ansprechpartner der Patientinnen und Patienten. Aber auch in der laufenden Behandlung stellen viele Patientinnen und Patienten ihnen Fragen, die sie im Behandlungszimmer nicht ansprechen. Nicht zuletzt nehmen die MFA auch bei IGeL delegierte Aufgaben wahr. Das führt zu Mehrarbeit und kann zu Situationen führen, in denen die MFA als selbst GKV-Versicherte in einen scheinbaren Interessenkonflikt geraten können. Besonders, wenn sie selbst schon als Patientin oder Patient in einer anderen Arztpraxis die Ansprache auf IGeL als unangenehm oder aufdringlich empfunden haben.

Grundlegend für die Motivation

Generell ist zu jeder Mitarbeiter-Motivation vorrangig, dass das Personal über das, was es tut und vertreten soll, gut informiert ist. Die erste Maßnahme ist deshalb immer, MFA über Art und Nutzen der IGeL für die Patientinnen und Patienten zu informieren. Dazu reicht nicht, eine Broschüre auszuhändigen. Eine Fortbildung, die meist inner­betrieblich geleistet werden kann, ist unumgänglich.

Schon dabei wird ersichtlich, dass nicht nur medizinisch Neues gelernt werden muss, sondern dass man sich außer auf zusätzliche Arbeit auch auf teils unangenehme Fragen einstellen muss. Um dafür gewappnet zu sein, sind Teamgespräche gut geeignet. Es überrascht immer wieder, wie bei guter Moderation durch die Ärztin oder den Arzt unangenehme Seiten der IGeL-Kommunikation ausgeräumt werden können. Dass die MFA dabei eigene Ideen einbringen können, stärkt die Motivation erheblich. Man kann auch auf Angebote externer Anbieter zurückzugreifen.

Wie bei allen anderen in der Arztpraxis anfallenden Aufgaben müssen auch für IGeL klare, kompetenzbezogene Aufgabenbereiche definiert werden. Vereinbarungen für das Feedback sollten getroffen werden. Die Grundaussagen dazu können sein, dass die Ärztin oder der Arzt (fast) jederzeit ansprechbar ist und die Entwicklung des IGeL-Angebots fester Bestandteil der Teamgespräche ist. Schließlich sollten Ziele definiert werden. Zu Anfang wird der qualitative Aspekt im Vordergrund stehen. Schon bald aber können auch erste Zahlen vor­gelegt und quantitative Ziele gesteckt werden.

Wichtig

  • Wie in jedem Arbeitsbereich sind auch zu IGeL vor allem Information, eigene Gestaltungsmöglichkeiten, klare Auf­gabenbereiche und regelmäßiges ­Feedback Voraussetzungen der Motivation für ein höheres Engagement.
  • Es sollten Ziele gesetzt werden, die auch regelmäßig überprüft werden.
  • Werden die Ziele erreicht, sollte sich das für die MFA auch materiell auszahlen.
  • Erfolgs- oder anlassbezogene Bonuszahlungen sollten möglichst steuerfrei oder steuerbegünstigt sein.
  • Letztlich muss aber jeder selbst entscheiden, welcher Weg in seiner Praxis der optimale ist.

Materielle Anreize

Spätestens nach den ersten positiven Ergebnissen ist der Punkt erreicht, den Wert der Erlössteigerung nicht nur als wichtig für die Sicherung des Arbeitsplatzes anzusprechen. Lineare Lohnerhöhungen sind dazu nicht der optimale Weg, schließlich ist die Arbeitszeit schon bezahlt und häufig stellen sich dann auch „Gewöhnungseffekte“ ein. Bonus­zahlungen bei Erreichen von Zielen sind ein geeigneteres Mittel als Dauerzahlungen. Bonuszahlungen haben zudem den Vorteil, dass die zusätzliche Entlohnung für IGeL-Erfolge nicht den Charakter einer Provisionszahlung haben. Eine prozentuale Beteiligung könnte auch falsche Anreize setzen. Zur Höhe der Bonuszahlungen kann es keine festen Regeln geben. Eine Richtschnur können etwa 10 bis 20 % des IGeL-Umsatzes sein. Dabei sollte man vereinbaren, wie der Bonus verteilt werden soll.

Statt der Bonuszahlungen können auch anlassorientierte Zahlungen erfolgen. Das heißt: Zuwendungen bei Anlässen wie Geburtstag, Urlaub oder äußeren Anlässen, z. B. Eintrittskarten zu einem Konzert.

Redaktion, der-niedergelassene-arzt.de