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Diabetes und Herzerkrankungen

Pflanzliche Ernährung und Gesundheit – Neue Evidenz zur Differenzierung ultra-verarbeiteter Lebensmittel

Pflanzliche Ernährung und Gesundheit zeigen auch bei ultrahochverarbeiteten Lebensmittel einen Zusammenhang. Ergebnisse einer aktuellen Übersichtsarbeit zeigen: Nicht alle ultra-verarbeiteten Lebensmittel (Ultra-Processed Foods, UPF) sind gleich gesundheitsschädlich.


09.02.2026
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Auf einen Blick

  • Systematisches Review von 14 Publikationen (12 prospektive Kohortenstudien, 2 randomisierte kontrollierte Studien, Kohorten bis zu über 300.000 Personen)
  • Tierische UPF (verarbeitetes Fleisch, süße Getränke, Aufstriche) erhöhen das Risiko für Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen und Mortalität.
  • Pflanzliche UPF (Brote, Cerealien, Fleischalternativen) sind mit reduziertem Risiko assoziiert.

Ultrahochverarbeitete Lebensmittel stehen seit einigen Jahren im Fokus gesundheitspolitischer Debatten. Die verbreitete Annahme, UPF seien per se schädlich, wurde von einer aktuellen Übersichtsarbeit der gemeinnützigen Organisation Physicians Committee for Responsible Medicine beleuchtet. Sie untersuchte, welche Rolle die Herkunft und Art der UPF für das Risiko von Diabetes, kardiovaskulären Erkrankungen und die Gesamtmortalität spielen.1

Pflanzliche Ernährung und Gesundheit – Reduziertes Risiko für chronische Erkrankungen

Die Übersichtsarbeit analysierte 14 Studien, darunter große Kohorten und randomisierte kontrollierte Studien. Das zentrale Ergebnis: Ultrahochverarbeitete Produkte wie verarbeitetes Fleisch (z. B. Wurst, Schinken), süße und künstlich gesüßte Getränke sowie Aufstriche und Saucen sind eindeutig mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen und einer erhöhten Mortalität assoziiert¹. 

EPIC-Studie

Eine prospektive Kohortenstudie2 mit 266,666 Teilnehmenden (60% Frauen), die bei Studieneinschluss frei von Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes waren.

Ergebnisse
Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 11.2 Jahren entwickelten 4461 Teilnehmende (39% Frauen) eine Multimorbidität aus Krebs und kardiometabolischen Erkrankungen. Ein höherer UPF-Konsum war mit einem erhöhten Risiko für Multimorbidität aus Krebs und kardiometabolischen Erkrankungen wie u.a. Typ-2-Diabetes assoziiert (HR: 1.09, 95% CI: 1.05, 1.12). Unter den UPF-Untergruppen waren die Zusammenhänge am deutlichsten für tierbasierte Produkte (HR: 1.09, 95% CI: 1.05, 1.12) sowie künstlich und zuckergesüßte Getränke (HR: 1.09, 95% CI: 1.06, 1.12). Andere Untergruppen wie ultraverarbeitete Brote und Getreideprodukte (HR: 0.97, 95% CI: 0.94, 1.00) oder pflanzenbasierte Alternativen (HR: 0.97, 95% CI: 0.91, 1.02) waren nicht mit dem Risiko assoziiert.

Zudem zeigt die EPIC-Kohorte, dass bereits eine um 10 % höhere Zufuhr herzhafter Snacks, tierischer ultrahochverarbeiteter Lebensmittel, süßer Getränke und von Fertiggerichten das Diabetesrisiko signifikant steigerte.3 Im Gegensatz dazu waren viele pflanzliche UPF – etwa Brote, Frühstückscerealien, Kekse und pflanzliche Fleischalternativen – mit einem geringeren Risiko für Diabetes assoziiert.3 

Gutes Urteil für pflanzliche Ernährung und Gesundheit 

„Randomisierte klinische Studien zeigen, dass der Austausch tierischer durch pflanzliche Lebensmittel, selbst wenn sie verarbeitet sind, gesundheitliche Vorteile bringt“, betonen die Autoren. So führte in einer anderen, randomisierten kontrollierten Studie der Erstautorin der Ersatz tierischer Produkte durch pflanzliche Produkte – selbst in verarbeiteter Form – zu Gewichtsverlust von übergewichtigen Personen im Vergleich zum gleichbleibendem Fleischkonsum.3

Besonders der niedrigere Gehalt an gesättigten Fetten und Häm-Eisen, welches zu oxidativem Stress und Insulinresistenz beiträgt, werden als schützende Faktoren diskutiert, genauso der hohe Ballaststoffgehalt, der dazu beitragen kann, die Insulinsensitivität zu erhöhen und oxidativen Stress zu reduzieren.1

Was bedeutet das für die ärztliche Beratung?

Patientinnen und Patienten sollten differenziert beraten werden: Besonders der Konsum von verarbeitetem Fleisch, süßen Getränken und fettreichen Aufstrichen sollte begrenzt werden. Im Gegensatz dazu könnten selbst pflanzliche ultrahochverarbeitete Lebensmittel entgegen allgemeinen Erwartungen in Maßen konsumiert Teil einer gesunden Ernährung sein – insbesondere solche mit hohem Vollkorn- und Ballaststoffgehalt. 

Literatur

1 Kahleova H, Himmelfarb J, Barnard ND. Not all ultra-processed foods are created equal: a review. BMJ Nutrition, Prevention & Health (2026). https://doi.org/10.1136/bmjnph-2025-001358 

2 Cordova, Reynalda et al. Consumption of ultra-processed foods and risk of multimorbidity of cancer and cardiometabolic diseases: a multinational cohort study. The Lancet Regional Health – Europe, Volume 35100771 (2023) https://doi.org/10.1016/j.lanepe.2023.100771 

3 Kahleova, H., Znayenko-Miller, T., Jayaraman, A. et al. Vegan diet, processed foods, and body weight: a secondary analysis of a randomized clinical trial. Nutr Metab (Lond) 22, 21 (2025). https://doi.org/10.1186/s12986-025-00912-5 

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