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Vektor-Impfstoffe

Wie Hirnvenenthrombosen nach COVID-19-Impfung vermeidbar sind

Ein Greifswalder Forschungsteam hat zusammen mit internationalen Partnern herausgefunden, wie Hirnvenenthrombosen nach einer COVID-19-Impfung zu verhindern sind. Diese kommen nur bei Menschen mit einer seltenen genetischen Veranlagung vor. Forschende können die Impfstoffe nun gezielt angepassen. 


13.02.2026
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Auf einen Blick

  • Das Team um Prof. Andreas Greinacher aus Greifswald klärte 2021 die Ursache seltener Hirnvenenthrombosen nach COVID-19-Impfung mit Vektor-Impfstoffen auf.
  • Seltene Antikörper-Mutationen bei genetisch Veranlagten lösen eine Fehlreaktion gegen Thromben aus.
  • Durch gezielte Änderung von Protein VII können Forschende nun Vektor-Impfstoffe sicherer machen.

Ursache von Hirnvenenthrombose nach COVID-19-Impfung

Durch die Entdeckung können Impfstoffe in Zukunft noch sicherer gemacht werden. Bereits auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie 2021 erhielt das Greifswalder Forschungsteam um Prof. Andreas Greinacher weltweite Aufmerksamkeit. Das Team hatte die Ursache sehr seltener Hirnvenenthrombosen nach einer Impfung mit Vektor-basierten COVID-19-Impfstoffen erkannt.

Mutation in einzelnen Antikörper-produzierenden Zellen

Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens durch natürlich vorkommende Infektionen wie dem Schnupfen Antikörper gegen das Adenovirus. Dieses Virus ist so weit verbreitet, dass sich fast jeder Mensch mindestens einmal damit infiziert. Bei diesem Kontakt entstehen unter anderem Antikörper gegen ein bestimmtes Eiweiß des Virus, dem Protein VII. Kommt es auch Jahre später erneut zum Kontakt mit Adenoviren, werden diese Antikörper reaktiviert. Dabei kann es in sehr seltenen Fällen zu einer zufälligen Mutation in einzelnen Antikörper-produzierenden Zellen kommen.

Bei Menschen mit einer besonderen genetischen Veranlagung führt dies dazu, dass sich Antikörper nicht mehr an eine ganz bestimmte Stelle des Protein VII, sondern fälschlicherweise an den sogenannten Thromben aus. 


„Es ist so, als wenn bei einem Schlüssel ein Zacken verändert wird und der Schlüssel danach in ein anderes Schloss passt. Diese Kombination aus zufälliger Mutation und genetischer Besonderheit kommt ausgesprochen selten vor. Daher ist auch das Risiko für diese Komplikation sehr gering.“

Co-Autorin Dr. Linda Schönborn von der Unimedizin Greifswald


Betroffene Patientinnen und Patienten aus ganz Deutschland haben dem Greifswalder Forschungsteam ihre Blutproben zur Verfügung gestellt. Durch diese außergewöhnliche Bereitschaft konnte das Team die seltenen immunologischen Vorgänge im Detail untersuchen und so den Mechanismus aufklären.

COVID-19-Impfung und andere Impfungen mit Vektor-Impfstoffen sicherer machen

„Jetzt können wir die verantwortliche Stelle im Protein VII des Impfstoffs gezielt verändern und Vektor-Impfstoffe für alle sicherer machen. Relevant ist das insbesondere in Regionen, in denen auch heute noch lebensbedrohliche Infektionskrankheiten wie Ebola verbreitet sind“, sagt Prof. Andreas Greinacher, der verantwortliche Leiter der Studie.
 

Literatur

Wang JJ et al. Adenoviral Inciting Antigen and Somatic Hypermutation in VITT. N Engl J Med 2026;394:669-683. DOI: 10.1056/NEJMoa2514824