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Longevity – Gesunde Lebensweise statt teure Lifestyle-Produkte

Es gibt hinreichende Evidenz, dass Longevity Life- und Healthspan effektiv verlängern kann, doch die effektivsten Strategien sind häufig die einfachsten und günstigsten. Mit Sport erhöhen wir VO2 max, Muskelkraft und -masse, Sauna, guter Schlaf und eine gesunde Ernährung tun ihr Übriges.


15.12.2025
P. A. Gerber
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Meinung
Foto von Dermatologe Arne Gerber

 

„Die aktuelle SPAN-Studie konnte zeigen, dass die Teilnehmer mit ausreichendem und gutem Schlaf, einer moderaten sportlichen Aktivität und einer gesunden Ernährung ihr Mortalitätsrisiko um 64 % senken konnten.”

Prof. Peter Arne Gerber

Ziterweise: HAUT 2025; 36 (6): 297

Das Schlagwort „Longevity“ ist in aller Munde. Eine mögliche Definition gemäß ChatGPT lautet: „Die Fähigkeit eines Organismus, möglichst lange zu leben – bei gleichzeitig hoher körperlicher und geistiger Gesundheit1.“ Hierbei lassen sich drei zentrale Konzepte unterscheiden: 1. Lifespan – die maximale Lebensdauer (Experten schätzen diese aktuell auf 115 bis 120 Jahre), 2. Healthspan – die gesunde Lebensspanne, und 3. Longevity als Über­begriff für Strategien, die den Alterungsprozess verlangsamen, Regeneration fördern und letztlich das (gesunde) Leben verlängern. 

Hierbei erstreckt sich das Feld von grundlegenden Strategien, die sich mit überschaubarem Kosten-Nutzen-Verhältnis ins tägliche Leben integrieren lassen, bis hin zu Konzepten, bei denen sich der komplette Lebensinhalt um das Ziel dreht, sein eigenes Leben zu verlängern. Wer sich ein Bild von einem solchen Extrem machen möchte, dem sei die Netflix-Doku „Don‘t Die: The Man Who Wants to Live Forever“ über den exzentrischen Multimillionär Bryan Johnson ans Herz gelegt, der jährlich Millionen von Dollar investiert, um die Effekte unterschiedlicher Strategien auf sein eigenes biologisches Alter quantifizieren zu lassen2. Doch lohnt es sich überhaupt, Hunderte von Euro für Supplements und Lifestyle-Infusionen auszugeben, oder gibt es nicht vielleicht ganz andere „Longevity-Blockbuster“?

Mit dieser spannenden Frage befasste sich ein kompletter Vortragsblock im Rahmen des vergangenen Jahres­kongresses der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD e.V.) vom 17. bis 19. Oktober in Düsseldorf. Das Fazit internationaler Experten wie Daria Hamrah (Washington, USA) und Felix Bertram (Lenzburg, Schweiz; Buchempfehlung „Hacking Age“3): Es gibt hinreichende Evidenz, dass Longevity Life- und Healthspan effektiv verlängern kann, doch die effektivsten Strategien sind häufig die einfachsten und günstigsten. 

Mit Sport erhöhen wir VO2 max, Muskelkraft und -masse, Sauna, guter Schlaf und eine gesunde Ernährung tun ihr Übriges. Oder andersherum betrachtet: Die aktuelle SPAN-Studie konnte zeigen, dass die Teilnehmer mit ausreichendem und gutem Schlaf (7,2 bis 8 Stunden pro Nacht), einer moderaten sportlichen Aktivität (42 bis 103 Minuten pro Tag) und einer gesunden Ernährung (Dietary Quality Score (DTS) 57,2 bis 72,5) ihr Mortalitätsrisiko um 64 % senken konnten4. Teure Supplements, NAD+-Infusionen oder ahnliche Produkte tauchen nicht auf. Eine Rolle spielen könnten zukünftig, so Experte Michael Wagener (Binningen, Schweiz), Inkretinmimetika wie Semaglutid (Ozempic, Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro).

An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen, auf die kommenden Veranstaltungen der GÄCD hinzuweisen. Der nächste Jahreskongress findet vom 13. bis 15. November wieder in Düsseldorf statt. Am 13. Juni 2026 gibt es zudem einen Live-Anatomie- und OP-Tag im neuen Anatomischen Institut des Universitätsklinikums Düsseldorf.

Ich würde mich freuen, Sie dann wieder in Düsseldorf begrüßen zu dürfen.
Es grüßt aus Düsseldorf,

Ihr
Prof. Dr. med. Peter Arne Gerber
Präsident der GÄCD e.V.

Literatur

1. ChatGPT, Abfrage vom 1.12.2025.

2. https://www.netflix.com/tudum/articles/dont-die-man-who-wants-to-live-forever  

3. Bertram & Weber. Hacking Age; die radikale Verjüngungsreise eines Arztes, der sich 25 Jahre zurückholen will. GU; ISBN 978-3-8338-9855-6

4. Stamatakis E et al. Minimum and optimal combined variations in sleep, physical activity, and nutrition in relation to all-cause mortality risk. BMC Med 2025;23: 111.  https://doi.org/10.1186/s12916-024-03833-x  


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