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Raumrezept

Im Trend: Die Lounge als moderner Empfangsbereich

Der Wettbewerb im Gesundheitswesen wächst. Moderne Praxen setzen daher immer mehr auf Lounge-Konzepte statt klassischer Wartezimmer. Wie ein einladender Empfangsbereich Vertrauen schafft, Service in den Vordergrund stellt und die Patientenschaft langfristig bindet.


02.03.2026
A. Knoop
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Die Reformen im Gesundheitswesen erhöhen den Wettbewerb um ambulante und spezialisierte Leistungen. Sie verändern den Umgang mit den Patientinnen und Patienten. Denn wer diese für sich gewinnt, sichert sich nicht nur die angestrebten Einnahmen, sondern auch seine Position und Zukunft im neuen Versorgungssystem.

Gezielte Marketingstrategien können hier wirksam sein. Eine moderne und einladende Praxis zählt mit zu den wirkungsvollsten Maßnahmen, um Vertrauen zu schaffen und die eigene Einrichtung als verlässlichen Gesundheitspartner in der Region zu etablieren. Patientinnen und Patienten werden zunehmend als Gäste betrachtet. Es geht darum, einen Service zu bieten, wie wir ihn aus der Hotellerie oder von Flughäfen kennen – mit einladenden Warte- und Aufenthaltsbereichen. Im Vordergrund steht eine Atmosphäre, die Wohlbefinden schafft und zugleich die hohe Qualität sowie Fachkompetenz sichtbar macht.

Gesundheitstage und Infoveranstaltungen sind Beispiele für zentrale Strategien um Patientinnen und Patienten die Möglichkeit zu geben, das Praxisteam und die Flächen kennenzulernen.

Was versteht man unter einer Lounge?

Das Wort „Lounge“ bezeichnet ursprünglich einen Ort zum entspannten Verweilen und stammt aus dem Britischen des 19. Jahrhunderts. Heute steht der Begriff international für komfortable Warte- und Aufenthaltsbereiche und kommt zunehmend im Gesundheitswesen vor. Der Begriff „Wartezimmer“ hat ausgedient bzw. es wird auch von „Wartebereich mit Lounge-Charakter“ gesprochen.

Zentrale Elemente der Lounge-Gestaltung

 

Die Sitzmöbel

Auf einen Blick

Wichtige Bestandteile, um einen Lounge-Charakter zu schaffen, sind komfortable Sitzmöbel, idealerweise in ansprechenden Sitzgruppen, eine dezente und akzentuierte Beleuchtung sowie eine Kaffeebar. Ergänzt wird das Konzept durch ein stimmiges innenarchitektonisches Design mit markanten Wandfarben, Tapeten und Elementen wie Regalen, Objekten und Bildern.

Die Auswahl der passenden Sitzmöbel ist entscheidend für den Lounge-Charakter. Typisch sind weich gepolsterte Modelle mit Stoff- oder Kunstlederbezügen, gefertigt aus hochwertigen Materialien. Ein modernes, elegantes Design und warme Farbtöne sind ebenso wichtig wie die Kombination verschiedener Sitzmöbel wie Sofas, Sessel und Hocker.

Eine gelungene Ergänzung zu den frei platzierbaren Sitzmöbeln stellt die Anfertigung von Sitzbänken als individuelle Schreinerarbeit dar. Die Wahl der Polsterbezüge kann auf die anderen Sitzmöbel abgestimmt werden sowie auf das Design und die Materialien des nächsten Elements – der Kaffeebar.

Die Kaffeebar

Neben Komfort gewinnt auch der Service zunehmend an Bedeutung. Wasser wird mittlerweile fast überall angeboten – von einzelnen Glasflaschen bis hin zu professionellen Wasserspendern. Letztere sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, beispielsweise mit direktem Wasseranschluss und integrierter Wasseraufbereitung. Die Optionen reichen von stillem Wasser bis zu stark sprudelndem sowie unterschiedlichen Temperatureinstellungen.

Beim Kaffeeangebot können folgende Aspekte berücksichtigt werden: Wer über einen Wasser- und Abwasseranschluss verfügt, kann auf professionelle Geräte setzen. Dadurch entfällt das manuelle Befüllen des Wassertanks sowie die Entsorgung von Reinigungsabwässern. Grundsätzlich empfehlen wir, einen Abfallbehälter direkt in die Kaffeebar zu integrieren – nichts wirkt störender als ein danebenstehender Mülleimer mit Plastiktüte. Es können auch Ablageflächen in Form offener Schubfächer vorgesehen werden. Darin kann Geschirr abgestellt werden.

Nicht zu vergessen

Bei aller Gemütlichkeit und Imagepflege sollten Sie nicht vergessen, dass Sie als Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber bzw. Betreiber an gesetzliche Vorgaben gebunden sind. Hygienische Anforderungen sowie Arbeitsschutzrichtlinien müssen eingehalten werden. Polstermöbel können beispielsweise mit Kunstlederbezügen ausgestattet werden, die den Anforderungen des Medizinproduktegesetzes entsprechen. Zudem ist eine klare Trennung der Wartebereiche von der Anmeldung erforderlich – hier gilt der Datenschutz. Ebenso wichtig ist der Schutz Ihres Personals: Anmeldungen, die wie Hotel-Welcome-Desks gestaltet sind, erfüllen häufig nicht die Arbeitsschutzvorgaben.

Ergänzende Bestandteile

Um das Gesamtbild zu vervollständigen, sind raumgestaltende Elemente entscheidend. Dazu gehören markante Wandfarben, großflächige Tapeten oder Wandverkleidungen wie Holz­lamellen oder Vorhänge. Die Auswahl ist vielfältig und sowohl Tapeten als auch Vorhänge haben längst ihr verstaubtes Image abgelegt.

Neben der notwendigen Grundbeleuchtung spielen Akzentleuchten eine wichtige Rolle. Alle Leuchtentypen von Deckenspots über Lichtschienen bis hin zu Strahlern sind in modernen Designs erhältlich und lassen sich mit ausgefallenen Leuchten und Leuchtobjekten kreativ miteinander kombinieren.

Die Sitzinseln können durch passende Beistelltische, Teppiche und Stehleuchten ergänzt werden. Auch das Design der Garderobe kann individuell angepasst und maßgefertigt werden. Harmonisch abgestimmte Bilder, Regale und Objekte runden das Gesamtbild ab.

Lesen Sie mehr zu Materialien, Praxisbereichen und Beleuchtung in unserem Dossier „Raumrezept“.

Fazit

Praxen und Medizinische Versorgungszentren (MVZ), die ambulante Eingriffe und Operationen anbieten, stehen zunehmend im Wettbewerb und müssen Patientinnen und Patienten nicht nur gewinnen, sondern auch binden. Ein angenehmes Ambiente mit Komfort und Wohlbefinden reduziert Stress im Vorfeld der Behandlung und vermittelt Professionalität sowie Fürsorge. Moderne Praxen setzen daher auf hochwertige Materialien, bequeme Sitzmöbel und eine einladende Atmosphäre – für ein positives Erlebnis schon beim Eintreten.

Autorin
Foto von Diplom-Ingenieurin und Bauzeichnerin Anja Knoop

Anja Knoop
Dipl.-Ing. (FH) Architektin
atmosphäre bommert . knoop . architekten PartGmbB
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