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Dermatologie, Medizin, Naturheilverfahren Dermatologie Haut
Akne vulgaris

Zink und Vitamin D bei Akne - Update 2026

In der Behandlung der Akne vulgaris rückt neben der klassischen medikamentösen Therapie zunehmend auch die Versorgung mit ausgewählten Biofaktoren wie Zink und Vitamin D in den Fokus.


02.03.2026
D. Birkelbach
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Zink - kleiner Baustein, große Wirkung1,2,3

Zink ist an mehr als 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt und beeinflusst unter Zellteilung, Hautdifferenzierung, Immunfunktionen, den Vitamin-A-Stoffwechsel sowie die Entzündungsregulation. Bei Akne­patienten zeigt sich häufig ein erniedrigter Zinkstatus, besonders bei schwer entzündlicher Akne oder in Risikogruppen für einen Zinkmangel wie Vegetariern, Veganern, Schwangeren und älteren Menschen. Darüber hinaus gibt es eine Korrelation zwischen der Schwere der Krankheit und dem Zinkstatus.4

Wie wirkt Zink bei Akne?

  • antientzündlich
  • antiandrogen
  • bakteriostatisch

In der täglichen Praxis zeigt sich, dass Tagesdosen von 10 bis 50 mg Zink über entsprechend zugelassene Arzneimittel die Anzahl entzündlicher Läsionen bei Akne deutlich reduzieren können. Gestützt wird dies beispielsweise durch eine Studie, in der 30 mg Zinkgluconat pro Tag entzündliche Läsionen signifikant verringerten und dabei besser verträglich waren als Minocyclin. Besonders Schwangere profitieren von Zink, da Antibiotika und Antiandrogene bei ihnen oft nicht infrage kommen.6,7

Vitamin D – immunmodulierend und entzündungshemmend

Auch Akne-Patienten weisen häufig einen Vitamin-D-Mangel auf; der Vitamin-D-Status korreliert direkt mit dem Schweregrad der Erkrankung.8,9 Letzteres wurde erneut in einer Untersuchung von Mai 2025 an Jugendlichen mit Akne bestätigt: Die Autoren betonten „dass eine Vitamin-D-Insuffizienz oder -Mangel mit einem erhöhten Schweregrad der Akne verbunden sein kann, was auf die potenzielle Rolle der Vitamin-D-Supplementierung bei der Aknebehandlung hinweist.“10 Vitamin D wirkt immunmodulierend, reduziert Entzündungen und stärkt die Hautbarriere, wodurch weniger Bakterien eindringen können. Interventionsstudien, teils in Form von Metaanalysen zeigen, dass eine Supplementierung bei nachgewiesenem Vitamin-D-Mangel die Anzahl entzündlicher Läsionen bei Akne senkt und das Hautbild verbessert.11,12

 

Praxisleitfaden: Verdacht auf Vitamin-D-Mangel

Diagnostik
• Calcidiol (25(OH)D) messen, besonders bei Risikopatienten
• Zielbereich: 30–50 ng/ml bzw. 75–125 nmol/l

Supplementierung13,14
• Erhaltungsdosis: 800–2.000 I. E. täglich
• Zur schnellen Korrektur eines Mangels: vorübergehend bis zu 6.000 I. E. täglich über 4 – 12 Wochen, anschließend Übergang in die Erhaltungsdosis
• Monitoring: Kontrolle des Serum-25-OH-Vitamin-D-Spiegels nach 6 – 12 Wochen
Bei Risikogruppen wie Personen mit dunkler Haut, Adipositas oder Malabsorptionssyndromen kann über einen definierten Zeitraum die höhere Dosis bis zu 6.000 I. E. sinnvoll sein.

Tipp: Eine ausreichende Magnesiumversorgung unterstützt die Wirksamkeit von Vitamin D und senkt zugleich das Risiko eines Vitamin-D-Mangels. Magnesium wirkt synergistisch, moduliert zudem entzündliche Prozesse und kann die Hautreaktivität stabilisieren. 15,16 Eine tägliche Supplementierung von etwa 300 mg hat sich in der Praxis bewährt.17

Patientenorientiert beraten – Biofaktoren bei Akne

Mehr zum Thema Biofaktoren bei Akne finden Sie in den Beiträgen:

 

Fazit für die dermatologische Praxis

Biofaktoren sind keine regelhafte Ersatztherapie, aber eine risikoarme und wirksame Ergänzung und/oder Alternative in der Akne­behandlung. Dieses Update bietet einen kompakten Leitfaden für die Praxis:

  • Screenen Sie bei mittelschwerer bis schwerer Akne die Statuswerte von Zink, Vitamin D und ggf. Magnesium.
  • Supplementieren Sie gezielt bei Mangel.
  • Begleiten Sie die Therapie mit Ernährungsempfehlungen: Phytatgehalt kontrollieren (hoher Gehalt hemmt die Zinkaufnahme) und auf ausreichende Proteinzufuhr (wichtig für Hautregeneration und Zellneubildung) achten.
  • Regelmäßige Kontrollen fördern Compliance und zeigen den Nutzen der Biofaktoren direkt auf.

Auf diese Weise lässt sich die Standardtherapie sinnvoll ergänzen, die Verträglichkeit verbessern und die Patienten individuell unterstützen – ein klarer Mehrwert für die dermatologische Praxis.

 

Autorin
Biologin Dr. Daniela Birkelbach

Dr. rer. nat. Daniela Birkelbach
Gesellschaft für Biofaktoren e. V.
daniela.birkelbach@gf-biofaktoren.de
www.gf-biofaktoren.de