Seit dem 1. Januar 2023 erhalten Ärztinnen und Ärzte des fachärztlichen Versorgungsbereichs eine höhere Vergütung für Leistungen, die an kurzfristig vereinbarten Terminen erbracht werden und durch Hausärztinnen und -ärzte oder durch die Terminservicestelle (TSS) der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) vermittelt wurden. Neu vereinbart wurden auch die Vergütungen in Abhängigkeit von den Fristen der Terminvereinbarung bis zum vereinbarten Behandlungstermin. Zu diesem Themenkomplex haben sich einige Fragen ergeben.
Vorab eine Feststellung: Werden Patientinnen nach Terminvereinbarung durch eine Hausarztpraxis oder die TSS an einem Termin innerhalb von 35 Tagen (gekennzeichnet mit 08228 „A“, „B“, „C“ oder „D“) behandelt, werden alle in diesen Fällen erbrachten Leistungen extrabudgetär vergütet.
. Eine Hausarztpraxis hat einen dringenden Termin für den 4. Tag nach Feststellung der Behandlungsbedürftigkeit vereinbart. Die 08228 B könnte angegeben werden mit doppelter Vergütung der Grundpauschale und extrabudgetärer Vergütung aller weiteren Leistungen in diesem Fall. Die Patientin kommt aber erst zwei Tage nach dem vereinbarten Termin. Wir haben den für den 4. Tag vereinbarten Termin somit umsonst freigehalten.
Antwort:
„Da die Patientin erst am 6. Tag nach der Terminvereinbarung in die Praxis gekommen ist, ist es gerechtfertigt, die 08228 mit dem Zusatz „C“ (5. bis 14. Tag) anzusetzen.“
. Gelegentlich müssen wir für Patientinnen kurzfristige Termine bei Ärztinnen und Ärzten anderer Fachgebiete vereinbaren. Gibt es dafür auch eine besondere Vergütungsvereinbarung?
Antwort:
„Für Terminvereinbarungen von Facharztpraxis zu Facharztpraxis ist keine besondere Vergütung vorgesehen.“
. Wie werden die Tage von der Terminvereinbarung bis zum Behandlungstermin gezählt?
Antwort:
„Der Tag, an dem die Hausarztpraxis oder die TSS einen Termin vereinbart, wird nicht mitgezählt. Beispiel: Eine Hausarztpraxis oder eine TSS vereinbart an einem Montag einen kurzfristigen Termin bis zum 4. Tag nach Feststellung der Behandlungsbedürftigkeit. Der Termin muss bis einschließlich Freitag in derselben Woche wahrgenommen werden. Auch Wochenenden und Feiertage werden mitgezählt. Beispiel: Terminvereinbarung bis zum 4. Tag an einem Donnerstag, spätestens am Montag der folgenden Woche muss die Behandlung erfolgen.“
. Bei einer Terminvereinbarung zwischen dem 24. und 35. Tag durch Hausarztpraxen ist eine medizinische Begründung erforderlich. Durch wen und wie wird die Terminvereinbarung begründet?
Wichtig
Alle bei vereinbarten kurzfristigen Terminen erbrachten Leistungen, die durch Hausarztpraxen oder durch eine TSS vermittelt wurden, werden unabhängig von der Frist und bei Kennzeichnung mit „08228 A“, „B“, „C“, oder „D“, extrabudgetär ohne Anrechnung auf Praxisbudgets, Regelleistungsvolumina usw. vergütet.
Für kurzfristige Terminvereinbarungen von einer Facharztpraxis mit einer anderen Facharztpraxis gibt es keine besondere Vergütung.
Bei Terminvereinbarungen durch Hausarztpraxen oder eine TSS wegen der höheren Vergütung der Grundpauschale, möglichst kurzfristige Termine vergeben.
Antwort:
„Die Begründung für eine Terminvereinbarung zwischen dem 24. und 35. Tag obliegt allein der Hausarztpraxis. Für die Facharztpraxis ist nur der vereinbarte Termin maßgeblich, bei einem Termin zwischen dem 24. und 35. Tag zu kennzeichnen mit ,08228 D‘.“
. Vereinbart eine TSS einen Termin für einen Akutfall (innerhalb von 24 Stunden, also bis zum nächsten Tag) wird mit der Kennzeichnung „08228 A“ die Grundpauschale mit 200 % (dreifach) vergütet. Wie verhält es sich, wenn eine Hausarztpraxis einen entsprechenden Termin für einen Akutfall vereinbart?
Antwort:
„Die Kennzeichnung mit ,A‘ gibt es für durch Hausarztpraxen vermittelte Akutfälle nicht. Wird ein derartiger Termin vereinbart, kann die Facharztpraxis nur eine Kennzeichnung mit ,B‘ (08228 B, Termin bis zum 4.Tag) angeben.“
. Wie kann die Richtigkeit der Fristen bei der Terminvergabe geprüft werden?
Antwort:
„Die Hausarztpraxis rechnet für die Terminvergabe unabhängig von der vereinbarten Frist die Nr. 03008 ab mit Angabe der Frist und der Betriebsstättennummer der Facharztpraxis, mit der der Termin vereinbart wurde. Somit kann jederzeit überprüft werden, ob die Facharztpraxis die zutreffende Kennzeichnung ,B‘, ,C‘ oder ,D‘ angegeben hat.“
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