32. Bonner Venentage - Varikose, Lip- und Lymphödem im Fokus
Am 20. und 21. März 2026 fanden die 32. Bonner Venentage erstmals wieder nach zehn Jahren in der renovierten Beethovenhalle in Bonn statt. Prof. Eberhard Rabe und PD Dr. Felicitas Pannier (Bonn) als wissenschaftliche Leitung konnten rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer empfangen.
Im Fokus standen die Diagnostik und Therapie der Varikose, thromboembolischer Erkrankungen sowie des Lip- und Lymphödems. Weitere Schwerpunkte waren die Interaktion mit kardiovaskulären und orthopädischen Erkrankungen, das chronische Ödem und die Versorgungslage in der Phlebolymphologie.
Die Tagung begann am Freitagvormittag mit einem Hands-on-Seminar, in dem es um die standardisierte Thrombosediagnostik mittels Ultraschall sowie um die Sklerosierung der Varikose ging. Zudem wurden die Teilnehmenden in der apparativen Funktionsdiagnostik geschult. Weitere Programmpunkte waren die Kompressionstherapie mit medizinischen adaptiven Kompressionsmitteln (MAK) sowie die mechano-chemische Therapie der Stammvarikose. Anschließend konnten die Teilnehmenden endovenöse Punktionen am Modell üben.
Update zur Sklerotherapie der Varikose
Das erste Symposium nach der offiziellen Eröffnung der Tagung lieferte ein Update zur Sklerotherapie der Varikose, z. B. zu Hybrid-Eingriffen aus endovenöser thermischer Therapie und Schaumsklerosierung (F. Pannier). Das nächste Symposium beschäftigte sich mit dem Thema Adipositas und Gefäßerkrankungen. In den Vorträgen ging es um die Zusammenhänge zwischen Ulcus cruris und Adipositas (J. Schäfer, Bonn) sowie zwischen Adipositas und Entzündung (G. Faerber, Hamburg). Der letzte Vortrag drehte sich um Venenerkrankungen, Lymphödem und Lipödem im Kontext der Adipositas sowie um die Relevanz der medizinischen Kompressionstherapie (E. Rabe, M. Stücker, Bochum).
Die nächste Sitzung drehte sich um die endovenöse Lasertherapie der Varikose. Nach der Mittagspause ging es mit einem Symposium zur Thrombosetherapie weiter. Hier wurden u. a. die monoklonale Gammopathie mit thrombotischer Signifikanz (M. Raab, Frankfurt/M.), komplizierende Begleitumstände bei Beckenvenenthrombosen (V. Hach-Wunderle, Frankfurt/M.) sowie die Plantarvenenthrombose (K. Korsake, Reichenau) thematisiert.
Im Workshop zur endovenösen Ablation der Varikose referierten die Vortragenden zur segmentalen Radiofrequenzablation (T. Hirsch, Halle/S.) und zur Cyanoacrylattherapie der Varikose (R. Pätzold, Karlsruhe). Dr. Tobias Hirsch stellte zudem die VenaSeal-Spectrum-Studie vor.
LIPLEG-Studie und G-BA-/EBM-Neuregelung zur Liposuktion beim Lipödem
In der Sitzung zu Lymphödem und Lipödem ging es um die Ergebnisse der LIPLEG-Studie sowie um die G-BA-/EBM-Neuregelung zur Liposuktion beim Lipödem (M. Cornely, Köln), um die Kompressionstherapie beim Lipödem (A. Miller, Berlin) sowie um Chancen und Risiken von Abnehmspritzen bei Lip- und Lymphödem (G. Faerber). Die letzte Sitzung des Tages widmete sich berufspolitischen Themen. Diskutiert wurden die neue GOÄ (T. Hirsch), die kostendeckende Therapie von Varizen (Hybrid-DRGs) (M. Krajci, Erfurt) sowie das Recht auf Verordnungshoheit bei der Hilfsmittelverordnung in der Praxis (C. Möllenhoff, Schwabach).
Nach der Mitgliederversammlung des Berufsverbandes der Phlebologen und Lymphologen klang der Tag mit einem Festabend im Restaurant Cantos aus.
Die erste Sitzung am Samstagmorgen drehte sich um die Diagnostik und Therapie der Varikose, z. B. um Indikationen für Kompression und Intervention (J. Woitalla-Bruning, Hamburg), Lokal- und Tumeszenzlokalanästhesie (G. Bruning, Hamburg), Innovationen in der endovenösen Lasertherapie (U. Maurins, Riga) sowie um die pharmakologische Thromboseprophylaxe nach Varizeninterventionen (B. Weber, Wien). Anschließend referierte Dr. Thomas Urbanek, Krakau, über die chronische venöse Insuffizienz als Systemerkrankung.
Kompressionstherapie bei nicht-venösen und nicht-lymphatischen Erkrankungen
Die nächste Sitzung beschäftigte sich u. a. mit der Kompressionstherapie bei nicht-venösen und nicht-lymphatischen Erkrankungen (M. Stücker) sowie mit der Kompressionstherapie bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz (K. Kröger, Krefeld). Der darauffolgende Vortrag behandelte die Therapie mit allogenen ABCB5-positiven mesenchymalen Stammzellen bei therapierefraktären venösen Ulzera (G. Balakirski, Wuppertal).
Die vorletzte Sitzung des Tages widmete sich der aktuellen Therapie thromboembolischer Erkrankungen. Thematisiert wurden u. a. der Diagnosealgorithmus bei Verdacht auf ein thromboembolisches Ereignis (E. Valesky, Frankfurt/M.), ein Update zur oberflächlichen Venenthrombose (E. Rabe), die hormonassoziierte venöse Thromboembolie (G. Kappert, Duisburg) sowie die Kompressionstherapie bei akuter tiefer Beinvenenthrombose und zur Prävention des postthrombotischen Syndroms (B. Linnemann, Mainz).
Am Ende der Tagung stellten einige Referentinnen und Referenten noch Fälle aus der Praxis vor.
Mehr Informationen unter 32. Bonner Venentage 2026
Katrin Breitenborn (Redakteurin)