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Ausstellung

Günther Uecker – mehr als Nägel

Das Arp-Museum Bahnhof Rolandseck widmet dem kürzlich verstorbenen Günther Uecker eine eindrucksvolle Ausstellung mit zentralen Werken aus über sechs Jahrzehnten. Im Fokus stehen seine ikonischen Nagelobjekte, die eindringlich von Verletzlichkeit, Spiritualität und den großen Fragen der Menschlichkeit erzählen.


08.04.2026
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Das Arp-Museum Bahnhof Rolandseck zeigt die erste Ausstellung seit dem Tod des Künstlers. Günther Uecker wurde 1930 in Mecklenburg geboren, studierte in den 1950er-Jahren Malerei in Wismar und in Berlin-Weißensee. 1953 verließ er die DDR und übersiedelte ins Rheinland. Er führte sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf fort. Dort entstanden seine ersten Nagelbilder und -reliefs, die spezielle Strukturen schufen. Diese Strukturen, geschaffen in neuartigen Materialien, gingen oft von spirituellen Konzepten des Künstlers aus. Internationale Bekanntheit bekam sein Werk durch die mit Heinz Mack und Otto Piene gegründete Künstlergemeinschaft ZERO. 

Ein besonderer Bezug zu Rolandseck besteht darin, dass Uecker sich mit anderen Künstlern wie Marcel Marceau und Martha Argerich mit Nachdruck für den damals zum Abriss bestimmten kunsthistorisch bedeutsamen Bahnhof Rolandseck einsetzte. Auch hier schuf er bekannte Nagelkunstwerke, so auf dem Vorplatz des Bahnhofs und im Treppenhaus. 

Die jetzige Ausstellung zeigt 45 Werke des Künstlers von 1957 bis 2020. Den Schwerpunkt bilden dabei die Nagelobjekte, die für Uecker die Verletzlichkeit des Menschen zeigen. Neben den Nagelarbeiten sind zahlreiche Textilarbeiten zu sehen sowie Dokumente aus dem Leben des Künstlers, die unterstreichen, dass er sich stets mit Fragen von Krieg und Unterdrückung sowie humanistischen und sozialen Problemen befasste. Ueckers Werke wurden international vielfach ausgestellt. Er galt als wichtiger Neuerer in der Kunst der Nachkriegszeit. Zuletzt gestaltete er Kirchenfenster für den Schweriner Dom. Seine Positionen zur Erneuerung der Kunst in den 60er-Jahren sind auch heute noch international unbestritten. Ein sehr sorgfältig gearbeiteter Katalog ergänzt die Ausstellung.

Autor

Dr. Ernst Wanner

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