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Dermatologie, Plastische und Ästhetische Chirurgie Dermatologie Meinung
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Acne tarda - eine Herausforderung in der Praxis

Von Acne tarda spricht man, wenn Patienten über das 25. Lebensjahr hinaus an einer Akne leiden. Die Therapie kann herausfordernd sein: Die Haut reagiert empfindlicher auf Benzylperoxid (BPO) und eine Systemtherapie mit Isotretinoin scheidet häufig aus, wenn etwa bei Kinderwunsch die Pille abgesetzt wurde.


07.04.2026
P. A. Gerber
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Foto von Dermatologe Arne Gerber

 

„In unserer Praxis sehe ich häufig Frauen ab 30, […] die unter wenigen Papeln oder Aknemalen mitunter stärker leiden als Jugendliche mit einer großflächigen Akne.”

Prof. Peter Arne Gerber

Ziterweise: HAUT 2026; 37 (2): 51

Leiden Patienten über das 25. Lebensjahr hinaus an einer Akne, so sprechen wir von einer Spätakne oder Acne tarda. Insbesondere Patientinnen mit Acne tarda sehen wir in unserer täglichen Praxis in zunehmender Zahl. Tatsächlich findet aber die Acne tarda in den verfügbaren deutschen und europäischen Leitlinien kaum Berücksichtigung. Dies mag nicht verwundern, datiert doch die deutsche S2k-Leitlinie zur Akne auf das Jahr 2010, die europäische S3-Leitlinie auf das Jahr 2016. Eine aktuelle Übersicht zur Acne tarda ist ein Expertenkonsensus, an dem ich mitgewirkt habe, und der unlängst veröffentlicht wurde1. Hier finden Sie unter anderem Daten zu Prävalenz, klinischem Erscheinungsbild und insbesondere Empfehlungen zur Therapie.

Was sind nun Herausforderungen und Chancen bei der Acne tarda aus meiner ganz persönlichen Sicht? In unserer Praxis sehe ich häufig Frauen ab 30, die mitten im (Berufs-) Leben stehen und die unter wenigen Papeln oder Aknemalen mitunter stärker leiden als Jugendliche mit einer großflächigen Akne. Patientinnen berichten mir zum Beispiel, dass sie die „Pille“ abgesetzt hätten und es in der Folge dazu gekommen sei, dass „die Haut sehr schlecht geworden ist“. Insbesondere Präparate, die Benzylperoxid (BPO) enthalten, sind hier problematischer als bei Jugendlichen, da die Haut bei Erwachsenen häufig empfindlicher reagiert (Brennen, Spannen, Ekzeme) und auch das Ausbleichen von Stoffen wird weniger gut toleriert. Eine System­therapie mit Iso­tretinoin, die ansonsten gerade in niedriger Dosierung eine gute Lösung in der Postmenopause ist, scheidet häufig aus, da die Pille ja bewusst abgesetzt wurde, zum Beispiel bei Kinderwunsch.

In meiner Hand haben sich vor allem topische Retinoide bewährt. Dass Wirkstoffe wie Retinol oder Retinal den Patientinnen aus der breiten Öffentlichkeit und Social Media als Anti-Aging-Klassiker bekannt sind, unterstützt die Argumentation. Besonders moderne Retinoide wie Adapalen oder Trifaroten sind meine Favoriten, zumal aktuelle Daten zeigen, dass diese Wirkstoffe nicht nur sehr effektiv entzündliche Akneläsionen mindern, sondern auch Aknenarben (und Aknemale?) reduzieren können. Dennoch muss die konkrete Anwendung besprochen werden: Eine einschleichende Dosierung oder auch die „Minuten-Therapie“ können Nebenwirkungen reduzieren und die Compliance erhöhen.

Für eine kompetente Betreuung sind Patientinnen extrem dankbar. Abgesehen von der Basistherapie sind Patientinnen auch häufig bereit, weitere Therapieoptionen in Anspruch zu nehmen. Dies reicht von der Nutzung spezifischer Dermokosmetika über regelmäßige medizinkosmetische Anwendungen bis hin zu Aknelaser und der Anschlusstherapie von Aknenarben.


Es grüßt aus Düsseldorf,

Ihr
Prof. Dr. med. Peter Arne Gerber
Präsident der GÄCD e.V.

Literatur

1.   Augustin M, Dirschka T, Gerber PA et al. Acne tarda: Recommendations for classification, treatment and care as a result of an expert discussion. J Dtsch Dermatol Ges. 2026 Jan;24(1):11-22. doi: 10.1111/ddg.15913. Epub 2025 Dec 5. PMID: 41351204; PMCID: PMC12800883.


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