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Thrombolyse

Kathetergesteuerte Therapie der akuten Lungenembolie ist erfolgreich

Patienten mit akuter Lungenembolie könnten von einer gezielten ultraschallunterstützten, kathetergesteuerten Therapie profitieren. Das zeigt eine Mainzer Studie. Ein Thrombolytikum wird per Katheter in die Lungenarterien eingebracht und das Gerinnsel zusätzlich mit Ultraschall behandelt.


17.04.2026
K. Breitenborn
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Im Vergleich zur alleinigen Antikoagulation war die kombinierte Therapie mit einer um 61 % reduzierten Rate an Mortalität bzw. lebensbedrohlichem Kreislaufeinbruch assoziiert. Die Ergebnisse wurden im New England Journal of Medicine publiziert.

Die akute Lungenembolie entsteht durch die Okklusion pulmonaler Gefäße infolge eines Thrombus. Bei Patienten mit intermediärem oder hohem Risiko kann dies zu einer ausgeprägten rechtsventrikulären Dysfunktion führen und lebensbedrohlich verlaufen. So versterben wtwa 15 % der Betroffenen daran.

Thrombolytische Therapien ermöglichen eine effektive Lyse der Gefäßverschlüsse. Sie sind jedoch mit einem erhöhten Risiko schwerwiegender Blutungskomplikationen verbunden, insbesondere mit intrakraniellen Blutungen. Deshalb setzt man die Therapien bislang überwiegend in schweren Fällen ein.

Reduktion von Behandlungszeit und Thrombolytika-Dosis 

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Univ.-Prof. Stavros Konstantinides vom Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) der Universitätsmedizin Mainz führte die HI-PEITHO-Studie durch. Die HI-PEITHO-Studie (Ultrasound-facilitated, Catheter-directed, Thrombolysis in Intermediate-high Risk Pulmonary Embolism) evaluierte die klinische Wirksamkeit und Sicherheit einer alternativen Therapie im Vergleich zur etablierten Standardbehandlung der akuten Lungenembolie.

Das untersuchte Verfahren basiert auf einem lokalisierten, kathetergestützten Ansatz, bei dem der Katheter über eine Vene in der Leiste bis in die Lunge geführt wird. Dadurch kann das thrombolytische Medikament direkt in den Thrombus abgegeben werden. Zusätzlich wird bei dem Verfahren Ultraschallenergie eingesetzt, die den Abbau des Gerinnselns beschleunigt. Dadurch wird die Behandlungszeit reduziert und die notwendige Thrombolytika-Dosis gesenkt.

HI-PEITHO-Studie zur Therapie der Lungenembolie: Sterblichkeit oder lebensbedrohlicher Kreislaufeinbruch um 61 Prozent geringer

„Die HI-PEITHO-Studie ist die bisher größte und erste ihrer Art auf dem Gebiet der Lungenembolie. Sie zeigt, dass ein Kathetereingriff wirksam sein kann und die Prognose für bestimmte Patienten mit schwerer Lungenembolie bei einem niedrigen Risiko für Blutungskomplikationen verbessern kann“, sagt Prof. Konstantinides. An der multizentrischen Studie nahmen insgesamt 544 erwachsene Patienten mit akuter Lungenembolie und intermediär-hohem bis hohem Komplikationsrisiko teil. Die Probanden kamen aus Deutschland, sieben weiteren europäischen Ländern sowie aus den USA. Eine Interventionsgruppe erhielt eine ultraschallassistierte, kathetergestützte Thrombolyse zusätzlich zur Standardtherapie mit Antikoagulation, während die Kontrollgruppe ausschließlich eine Behandlung mit Antikoagulanzien bekam.

Schwere unerwünschte Ereignisse traten bei Studie zur Lungenembolie selten auf

Innerhalb der ersten sieben Tage nach Intervention betrug die Rate des kombinierten primären Endpunkts aus Mortalität und lebensbedrohlichem Kreislaufeinbruch in der Kathetergruppe 4,0 % gegenüber 10,3 % in der Kontrollgruppe. Dies entspricht einer signifikanten Reduktion des primären Endpunkts um 61 % unter ultraschallassistierter, kathetergestützter Therapie. Schwere unerwünschte Ereignisse traten insgesamt selten auf. Intrakranielle Blutungen zeigten sich in keiner der beiden Gruppen.

Die Universitätsmedizin Mainz initiierte und leitete die HI-PEITHO-Studie wissenschaftlich mit. Die Studie wurde in Partnerschaft mit dem Pulmonary Embolism Response Team (PERT) Consortium in den USA und dem Studiensponsor Boston Scientific durchgeführt.

Katrin Breitenborn, Redakteurin
 

Literatur

Rosenfield K et al. Ultrasound-Facilitated, Catheter-Directed Fibrinolysis for Acute Pulmonary Embolism, New England Journal of Medicine (2026). https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2516567