Was rät unser Abrechnungsexperte, wenn sich einige Patienten bei verschiedenen Ärzten Rezepte verordnen lassen und sich auch Krankenscheine besorgen, wenn es bei dem einen nicht geklappt hat, wie es sich der Patient vorgestellt hat. Stichwort „Ärztehopping“.
30.04.2026
Redaktion
Teilen auf:
drucken
Gefällt mir
merken
Frage: Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich einige meiner Patienten bei verschiedenen Ärzten Rezepte verordnen lassen und sich auch Krankenscheine besorgen, wenn es bei dem einen nicht geklappt hat, wie es sich der Patient vorgestellt hat. Stichwort „Ärztehopping“. Was kann man da machen? So mancher Patient übt ziemlichen Druck aus.
Das von Ihnen dargestellte Verhalten von Patienten ist leider heutzutage relativ weit verbreitet. In Großstädten wird es sicher häufiger beobachtet als im ländlichen Bereich.
Während diese Patienten bei diesem sogenannten „Ärztehopping“ vermutlich kein Problem sehen, scheint es bei den Ärzten eher Missmut und Ärger hervorzurufen. Deshalb sollte jede Ärztin und jeder Arzt für sich einen Weg suchen, um diesen Ärger von sich fernzuhalten. Aber was kann man dagegen tun?
Wenn man davon ausgeht, dass die Praxis nach den aktuell gültigen medizinischen Kenntnissen und den Vorgaben des Vertragsarztrechts geführt wird, ist es legitim und nachvollziehbar, nicht allen Patientenwünschen nachkommen zu können. Man muss dann manchmal auch „nein“ sagen können und auch müssen. Wenn Patienten das nicht einsehen wollen, bleibt einem letztlich nichts anderes übrig, als sich von ihnen zu trennen. Das muss aber durchaus nicht mit lauten Worten geschehen; in solchen Situationen kann man etwa dem Patienten zu verstehen geben, dass seine Vorstellungen von einer ärztlichen Betreuung scheinbar mit den Vorstellungen unserer Praxis nicht kompatibel sind und ihm eröffnen, dass er sich einen anderen Kollegen aussuchen muss. Einige Patienten verlassen dann vielleicht fluchend die Praxis, andere gehen kleinlaut davon. Aber: Im Laufe der Zeit werden diese Patienten tendenziell weniger.
Letztlich geht es bei dieser Problematik darum, wer in der Praxis das Sagen hat und die Richtlinien bestimmt: Sie oder der Patient? Wenn man nicht alles mitmacht, was Patienten wollen, und stattdessen eine klare Linie fährt, wird sich das auch bei den anderen Patienten herumsprechen. Das führt zu einer befriedigenderen Arbeitssituation für die Ärztin bzw. den Arzt und auch für die Mitarbeiter – und damit hoffentlich auch zu mehr Freude an der Arbeit. Wenn ich das erreichen kann, bin ich auch bereit, auf einige Patienten zu verzichten.
Redaktion, der-niedergelassene-arzt.de
Ausgeblendeter Inhalt
Bitte erteilen Sie Ihre Cookie-Zustimmung, um alle Inhalte unserer
Website sehen und vollumfänglich nutzen zu können.
Wir erheben und verarbeiten Ihre Daten auf dieser Website, um besser zu verstehen, wie sie verwendet wird. Wir holen hierfür immer Ihre Einwilligung ein. Sie können Ihre Datenschutzeinstellungen hier ändern.
Sie haben noch kein Benutzerkonto?
Jetzt kostenlos registrieren und von Ihrem Mitgliedsstatus profitieren: