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Geschlechtsunterschiede

Wie Östrogen und Progesteron Auto­immun­erkrankungen begünstigen können

Eine große retrospektive Analyse aus dem internationalen TriNetX-Datenpool weist auf einen Zusammenhang zwischen kombinierter Östrogen- und Progesterontherapie hin, was mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Autoimmunerkrankungen einherzugehen scheint.


05.05.2026
Hautnetz Magazin
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Eine kombinierte Östrogen- und Progesterontherapie ist mit einem erhöhten Risiko für mehrere Autoimmunerkrankungen assoziiert, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer. Das zeigte kürzlich eine Studie aus den USA. Verantwortlich dafür sind unter anderem Unterschiede im Hormonhaushalt: Östrogen wirkt auf zahlreiche Immunzellen stimulierend und kann autoimmune Prozesse begünstigen, während Progesteron teils gegensätzliche, bremsende Effekte aufweist. Diese Gegensätzlichkeit verdeutlicht, dass Sexualhormone einen maßgeblichen Einfluss auf das Gleichgewicht des Immunsystems haben.

Es wurden Daten von über drei Millionen Patientinnen mit kombinierter Östrogen-Progesterontherapie und über zwei Millionen Patientinnen mit Progesteronmonotherapie ausgewertet. Es zeigte sich, dass Frauen, die eine kombinierte Therapie mit Östrogen und Progesteron erhalten, ein erhöhtes Risiko für verschiedene Autoimmunerkrankungen aufweisen. Es besteht ein signifikant erhöhtes Risiko für das Sjögren-Syndrom (Risikoanstieg um den Faktor 1,46) und für rheumatoide Arthritis (Anstieg um den Faktor 1,1). Auch andere Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis-Arthritis sind betroffen. Das Risikoprofil bleibt auch nach Adjustierung für weitere Einflussfaktoren bestehen. Erstaunlicherweise ist jedoch das Risiko für das Antiphospholipid-Syndrom (APS) bei kombinierter Hormongabe um 30 % reduziert (Risk Ratio 0,7). Man vermutet, dass Progesteron die immunmodulatorischen und antiinflammatorischen Effekte des Östrogens moduliert und teilweise antagonisiert. Dieses Wechselspiel könnte die Autoantikörperbildung und Entzündungsaktivität beeinflussen und dadurch das APS-Risiko senken.

Frauen sind im Verlauf ihres Lebens meist mehrfach hormonellen Therapien ausgesetzt, angefangen bei der Empfängnisverhütung bis hin zur Behandlung klimakterischer Beschwerden. Ärztinnen und Ärzte sollten bedenken, dass die wiederholte hormonelle Exposition das Risiko für die Entwicklung autoimmuner Erkrankungen deutlich erhöhen kann. Weitere Studien sind jedoch erforderlich, um die genauen Mechanismen zu präzisieren und Kausalitäten zu belegen.

Hautnetz Deutschland e. V.

In der Versorgung gehört es dazu, Ressourcen zu bündeln und sich durch Vernetzung nachhaltig zu stärken. Gelebte Beispiele für erfolgreiche Vernetzungen sind die regionalen Psoriasisnetze mit dem Dachverband PsoNet e. V. und die Nationale Versorgungskonferenz Hautkrebs, NVKH. Diese wollen die Versorgungszukunft folgender Indikationen gemeinsam mit der DDG und dem BVDD unterstützen: Alopecia areata, atopische Dermatitis, chronische Prurigo nodularis, Hidradenitis suppurativa, Urtikaria und Vitiligo. Das Hautnetz Deutschland e. V. wird die regionalen Hautnetze verschiedener Ausrichtung begleiten und nach dem besten Beispiel von PsoNet und NVKH eine zukunftsweisende Aufstellung ermöglichen. 

Sind auch Sie interessiert? Informationen finden Sie hier: https://hautnetz-deutschland.de/

Quelle: Hautnetz Magazin

Literatur

Tskhakaia I et al. ACR Open Rheumatol 2025;7(1): e11774. DOI: 10.1002/acr2.11774.