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AAN 2026

Fenebrutinib zeigt in drei Phase-III-Studien Wirksamkeit bei Multiple Sklerose

Auf dem diesjährigen Kongress der American Academy of Neurology (AAN) wurden Phase-III-Daten zur Wirksamkeit von Fenebrutinib bei Multipler Sklerose vorgestellt.


29.06.2026
Roche Pharma AG
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  • Der orale Bruton-Tyrosinkinase (BTK)-Inhibitor Fenebrutinib überzeugte in der Wirksamkeit sowohl bei der progredienten (PPMS) als auch der schubförmigen Multiplen Sklerose (RMS).
  • Schubförmige MS (RMS): In den FENhance 1 und 2-Studien halbierte Fenebrutinib die Schubrate im Vergleich zur bisherigen oralen Standardtherapie Teriflunomid und bremst die Krankheitsaktivität im Gehirn deutlich.1
  • Progrediente MS (PPMS): In der FENtrepid-Studie erweist sich Fenebrutinib in der Verlangsamung der Behinderungsprogression als mindestens so wirksam wie der monoklonale Antikörper OCREVUS® (Ocrelizumab).2
  • Fenebrutinib könnte damit die potenziell erste hochwirksame, orale Therapieoption für Patient:innen sowohl mit progredienter als auch mit schubförmiger MS sein.

Beim diesjährigen Kongress der American Academy of Neurology (AAN) wurden aktuelle Daten aus dem klinischen Entwicklungsprogramm des Wirkstoffs Fenebrutinib vorgestellt. Fenebrutinib ist ein noch nicht zugelassener oraler, hochselektiver, reversibler und ZNS-gängiger Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor (BTKi).1,2 Die vorgestellten Daten aus drei Phase-III-Studien liefern wichtige Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit von Fenebrutinib bei der primär progredienten (PPMS) und der schubförmigen Multiplen Sklerose (RMS).

Neue Perspektive für Menschen mit primär progredienter MS (PPMS)

In der FENtrepid-Studie wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von Fenebrutinib direkt mit Ocrelizumab, der einzigen zugelassenen Therapie für PPMS, verglichen.2

Die Studie erreichte ihren primären Endpunkta und zeigte die Nicht-Unterlegenheit von Fenebrutinib bei der Verzögerung der über 12 Wochen bestätigten Behinderungsprogression (cCDP12b).2

Der stärkste Behandlungseffekt wurde beim 9-Hole Peg Test (9HPT) beobachtet (26 % Risikoreduktion; HR: 0,74; 95 %-KI: 0,56–0,98).

Die Raten unerwünschter Ereignisse und schwerwiegender unerwünschter Ereignisse waren zwischen den Behandlungsarmen vergleichbar. Es wurde eine höhere Inzidenz von erhöhten Leberenzym-Werten im Fenebrutinib-Arm beobachtet.2

Deutlicher Vorteil bei schubförmiger MS (RMS)

In den identisch konzipierten Phase-III-Studien FENhance 1 und 2 wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von Fenebrutinib im Vergleich zu Teriflunomid bei Patient:innen mit RMS untersucht.1

In beiden Studien wurde der primäre Endpunkt, eine Reduktion der jährlichen Schubrate (ARRc), signifikant erreicht: Fenebrutinib reduzierte die ARR um 51,1 % (p<0,001) in FENhance 1 und um 58,5 % (p<0,0001) in FENhance 2 im Vergleich zu Teriflunomid.1

Auch bei wichtigen MRT-Endpunkten zeigte Fenebrutinib eine signifikante Reduktion neuer oder vergrößerter Läsionen:1 Die Anzahl neuer T1-Gd+-Läsionen sank unter Fenebrutinib um 70,7 % (p<0,0001) in FENhance 1 und um 77,6 % (p<0,0001) in FENhance 2 im Vergleich zu Teriflunomid. Die Anzahl neuer oder vergrößerter T2-Läsionen konnte im Vergleich zu Teriflunomid um 76,0 % (p<0,0001) in FENhance 1 und um 82,5 % (p<0,0001) in FENhance 2 reduziert werden. Das Sicherheitsprofil war zwischen den Behandlungsarmen vergleichbar, einschließlich Infektionen und erhöhter Leberenzymwerte.1

Die beim AAN präsentierten Daten untermauern das Potenzial von Fenebrutinib als mögliche hochwirksame orale Behandlungsoption für das gesamte Krankheitskontinuum der MS.1,2

a Die primäre Analyse untersuchte, ob Fenebrutinib ≥ 50 % des Behandlungseffekts von Ocrelizumab auf die cCDP12 aufrechterhielt.
b Die cCDP12 (Combined Comfirmed Disability Progression) war definiert als eine Zunahme auf der Expanded Disability Status Scale (EDSS) ≥1,0 Punkte bei einem Baseline-Wert von ≤5,5 bzw. ≥0,5 Punkte bei einem Baseline-Wert von >5,5 oder einer Zunahme von ≥20 % im Timed 25-Foot Walk Test (T25FWT) oder einer Zunahme von ≥20 % im 9-Hole Peg Test (9HPT).
c Ein Schub war definiert als neue oder sich verschlechternde neurologische Symptome, die über 24 Stunden anhielten und eher auf die MS als auf verfälschende klinische Faktoren zurückzuführen waren, begleitet von einer objektiven Verschlechterung in mindestens einem der folgenden Bereiche: 0,5 Punkte auf der EDSS, 2 Punkte in einem einzelnen Funktionssystem-Score, 1 Punkt in zwei oder mehr Funktionssystem-Scores.

Literatur

[1] Oh J, et al. Efficacy and Safety of Fenebrutinib vs Teriflunomide in Relapsing Multiple Sclerosis: Results of the FENhance 1 and 2 Studies. Oral and poster presentation 005, LS2. Präsentiert auf: 78th Annual Meeting of the AAN; April 18–22, 2026; Chicago, IL.

[2] Bar-Or A, et al. Efficacy and Safety of Fenebrutinib vs Ocrelizumab in Primary Progressive Multiple Sclerosis: Primary Results of the Phase III FENtrepid Study. Oral presentation 004, S40. Präsentiert auf: 78th Annual Meeting of the AAN; April 18–22, 2026; Chicago, IL.

Quelle: Roche Pharma AG