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Dermatologie, Plastische und Ästhetische Chirurgie Dermatologie Dermatologie, HAUT
Physikalische Grundlagen

Lasertherapie in der Dermatologie

Laser- und energiebasierte Systeme sind fester Bestandteil der modernen Dermatologie. Sie ermöglichen indikationsspezifische und gewebeschonende Behandlungen vaskulärer, pigmentierter und strukturverändernder Hauterkrankungen. Es folgt ein Überblick über etablierte Laser- und Lichtsysteme, deren physikalische Wirkmechanismen sowie klinische Einsatzgebiete. Sicherheitsaspekte, Qualifikationsanforderungen und kombinierte Therapiestrategien werden besonders berücksichtigt.


05.06.2026
E. Wenzel
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Zitierweise: HAUT 2026; 37 (3): 94-99

Laser- und energiebasierte Systeme haben sich in den vergangenen Jahrzehnten von experimentellen Verfahren zu festen Therapie­instrumenten der Dermatologie entwickelt. Ihre klinische Wirksamkeit beruht auf dem Prinzip der selektiven Fotothermolyse, bei dem definierte Chromophore wie Hämoglobin oder Melanin gezielt geschädigt werden, während das umliegende Gewebe weitgehend geschont bleibt1.

Das Wirkprinzip der selektiven Foto­thermolyse ist schematisch in Abb. 1 dargestellt. Die fraktionierte Lasertherapie ist eine Weiterentwicklung dieses Prinzips, bei der das Gewebe nicht flächig, sondern punktuell behandelt wird.

Das Indikationsspektrum umfasst vaskuläre Läsionen, Pigmentstörungen, Narben, aktinische Keratosen, Haarfollikel sowie Zeichen chronischer Lichtschädigung2. Pa­rallel zur technischen Weiterentwicklung ist die Bedeutung einer qualifizierten ärztlichen Anwendung gewachsen3,4.

 

 

Systematik der Laser- und energiebasierten Verfahren

Es handelt sich um eine narrative Übersichtsarbeit auf Basis klinischer Erfahrungen und aktueller Fachliteratur zu etablierten Laser- und energiebasierten Verfahren der Dermatologie. Die Systematik erfolgte nach vaskulären, pigmentbezogenen, fraktionierten ablativen und nichtablativen Lasersystemen sowie Haarreduktions- und Kombinationsverfahren. Eine Übersicht moderner Systeme findet sich in Tab. 1, die Zuordnung von Wellenlängen und Ziel­chromophoren in Tab. 2.

LasersystemWellenlänge (nm)Hauptindikationen
gepulster Farbstofflaser585 – 59 5vaskuläre Läsionen, Hämangiome, Rosazea
Nd:YAG-Laser532 / 1.064Gefäßläsionen, Pigmentläsionen, Epilation
Alexandritlaser755Epilation, pigmentierte Läsionen
Diodenlaser800 – 810Epilation, tiefe Haarfollikelbehandlung
Thuliumlaser1. 927nichtablativer fraktionierter Laser, Hautverjüngung, Dyschromien
Er:YAG-Laser2. 940ablatives Resurfacing, Narben, Falten
C02-Laser10.600ablative Hauterneuerung, benigne Tumoren
Rubinlaser69 4Tätowierungen, pigmentierte Läsionen
Tab. 1: Übersicht moderner Laser- und energiebasierter Systeme mit Indikationsspektrum.
 
Wellenlänge (nm)ZielchromophorHauptwirkung
418 – 542HämoglobinGefäßkoagulation
6 94MelaninPigmentdestruktion
755MelaninHaarfollikelzerstörung
1.064Hämoglobin, Melanintiefe Gefäß- und Haarbehandlung
2. 940WasserAblation der Epidermis
10.600WasserTiefenablation
Tab. 2: Typische Wellenlängen und Zielchromophore in der dermatologischen Lasertherapie.

Vaskuläre Laser- und Lichtsysteme

Vaskuläre Läsionen werden bevorzugt mit Wellenlängen im Bereich von 532 nm und 1.064 nm sowie mit Farbstofflasern und intensiv gepulstem Licht (IPL) behandelt. Diese Systeme ermöglichen eine selektive Koagulation oberflächlicher und tiefer Gefäßstrukturen auf Grundlage der selektiven Fotothermolyse1,2. Klinische Haupt­indikationen sind Rosazea, Teleangiektasien, diffuse Erytheme, Couperose und Hämangiome2,8. Farbstofflaser zeigen eine hohe Wirksamkeit bei feinkalibrigen Gefäßen durch selektive Absorption im Hämoglobin4,8. Die zugrunde liegende Chromophor­ansprache ist in Tab. 2 dargestellt. IPL-­Systeme decken ein breites Wellenlängenspektrum ab, sind variabel parametrierbar und erlauben dadurch einen flexiblen, indikationsübergreifenden Einsatz bei vaskulären und pigmentierten Veränderungen2,4,7.

Pigmentlaser und IPL

Zur gezielten Behandlung punktueller Pigmentläsionen und Tätowierungen kommen Rubinlaser (694 nm) und Alexandritlaser (755 nm) zum Einsatz. Diese Wellenlängen werden effektiv von Melanin absorbiert und eignen sich insbesondere für epidermale und oberflächliche dermale Pigmente5,7. Alexandritlaser werden neben der Haar­reduktion und der Behandlung pigmentierter Läsionen auch bei ausgewählten oberflächlichen Narben sowie bei Striae distensae eingesetzt7. Aufgrund der begrenzten Eindringtiefe eignen sie sich insbesondere für epidermale und oberflächliche dermale Befunde.

Pikosekundenlaser arbeiten mit ultrakurzen Impulsen im Pikosekundenbereich und bewirken eine überwiegend fotoakustische Fragmentierung von Pigmentpartikeln bei minimaler thermischer Belastung des umliegenden Gewebes. Sie werden vor allem bei Tätowierungen, Melasma und postinflammatorischen Hyperpigmentierungen eingesetzt4,7.

IPL-Systeme finden Anwendung bei lichtbedingten Hautschäden, feinen Falten, Aknenarben und zur Verbesserung des Hauttons. Sie emittieren ein breites Spektrum gepulsten Lichts, sind variabel parametrierbar und erlauben dadurch einen flexiblen, indikationsübergreifenden Einsatz bei vaskulären und pigmentierten Veränderungen, erfordern jedoch häufig mehrere Sitzungen4,7.

Fraktionierte ablative Laser

Fraktionierte ablative CO₂- und Er:YAG-Laser werden bei Aknenarben, texturalen Hautveränderungen, feinen Falten sowie zur Durchführung laserbasierten Resurfacings und zur Behandlung aktinischer Keratosen eingesetzt7-9. Der CO₂-Laser weist eine tiefere thermische Penetration auf und eignet sich besonders für tiefere Narben und ausgeprägte Strukturveränderungen. Der Er:YAG-Laser arbeitet oberflächlicher und ermöglicht eine präzisere Abtragung mit geringerer thermischer Begleitwirkung6,7. Das Prinzip der fraktionierten Ablation ist in Abb. 2 dargestellt.

 

Nichtablative fraktionierte Thuliumlaser

Nichtablative Thuliumlaser mit einer ­Wellenlänge von 1.927 nm werden zur Behandlung von Melasma, Hyperpigmentierungen und chronischer Lichtschädigung (photodamage) verwendet7. Sie führen zu einer kontrollierten thermischen Stimulation der oberen Dermis bei Erhalt der epidermalen Barriere und ermöglichen dadurch eine Hautbildverfeinerung mit sogenanntem Glow-Effekt bei gleichzeitig kurzer Rekonvaleszenzzeit7. Nach einer Behandlung mit dem Thuliumlaser kann eine verbesserte transdermale Penetration topischer Wirkstoffe beobachtet werden7. Die Methode gilt als gut steuerbar mit hoher Anwendungssicherheit und minimaler Ausfallzeit7.

Haarreduktion

Zur dauerhaften Haarreduktion stehen Dioden­laser (810 nm), Alexandritlaser (755 nm), Nd:YAG-Laser (1.064 nm) sowie IPL-Systeme zur Verfügung4,7.

Diodenlaser eignen sich für intermediäre Hauttypen, Alexandritlaser insbesondere für helle Hauttypen mit dunklem Haar. Nd:YAG-Laser werden aufgrund der geringeren epidermalen Melaninabsorption bevorzugt bei dunkleren Hauttypen eingesetzt4,7. IPL-Systeme werden vor allem für großflächige Anwendungen benutzt, erfordern jedoch in der Regel mehr Sitzungen als monochromatische Lasersysteme4,7.

Radiofrequenz-Microneedling und Infrarotverfahren

Radiofrequenz-Microneedling kombiniert die mechanische Mikroperforation mit einer gezielten thermischen Energieabgabe in tieferen Dermisschichten und wird zur Hautstraffung, Narbenbehandlung, Porenverfeinerung und Konturverbesserung angewendet7. Im Gegensatz zu rein lichtbasierten Verfahren wirkt die Radiofrequenzenergie in Gewebetiefen, die von Lasersystemen allein nicht erreicht werden.

Infrarotbasierte Tightening-Verfahren erzeugen eine gleichmäßige dermale Erwärmung mit nachfolgender Kollagenneu­bildung und moderater Elastizitätssteigerung bei minimaler Ausfallzeit7.

Kombinierte Therapieverfahren

Die Kombination mehrerer energiebasierter Technologien ermöglicht additive Effekte bei gleichzeitiger Behandlung unterschiedlicher Gewebeschichten. Kombinationen aus IPL und fraktionierten Lasern adressieren Pigment und Textur, während CO₂-Laser in Verbindung mit Radiofrequenz eine simultane epidermale Abtragung und dermale Remodellierung erlauben7.

Individuelle Therapieplanung und Behandlungsprotokolle

Die Auswahl des geeigneten Lasersystems, der Behandlungsparameter sowie der Therapiestrategie erfolgt grundsätzlich individualisiert in Abhängigkeit von Hauttyp, Pigmentierungsgrad, Läsionstyp, Eindringtiefe, anatomischer Lokalisation und klinischer Zielsetzung4,7. Ergänzend sind patientenspezifische Faktoren wie Alter, relevante Vorerkrankungen, Medikation, Wund­heilungstendenz sowie frühere Licht- oder Laserexposition zu berücksichtigen.

Ein wesentlicher Einflussfaktor ist zudem die aktuelle und zu erwartende UV-Exposition, insbesondere bei pigmentbezogenen Indikationen, Melasma sowie bei frakti­onierten ablativ laserbasierten Verfahren7. Auch die gewünschte Rekonvaleszenzzeit beeinflusst die Wahl zwischen ablativen, nichtablativen oder kombinierten Verfahren.

Bei komplexen Befunden hat sich ein stufenweises, sequenzielles Vorgehen mit Kombination mehrerer energiebasierter Technologien bewährt. Ergänzend können topische, evidenzbasierte Wirkstoffe zur Unterstützung der epidermalen Regeneration und zur Stabilisierung des Therapieergebnisses eingesetzt werden7.

Sicherheit, Verantwortung und Qualifikationsanforderungen

Die Lasertherapie ist ein medizinisches Verfahren mit potenziell relevanten Risiken. Die sichere Anwendung laser- und energiebasierter Systeme setzt voraus: eine fachärztliche dermatologische Ausbildung, fundierte Kenntnisse der physikalischen Wirkmechanismen sowie Erfahrung im Management möglicher Nebenwirkungen3,4,7.

Eine präzise dermatologische Diagnostik ist für eine korrekte Indikationsstellung erforderlich. Die individuelle Auswahl der Parameter erfordert detaillierte Kenntnisse der Hautphysiologie, der Laser-Gewebe-Interaktion sowie des jeweiligen Hauttyps4,7.

Der zunehmende Einsatz leistungsstarker Lasersysteme außerhalb ärztlicher Strukturen ist aus dermatologischer Sicht kritisch zu bewerten. Neben der eigentlichen Behandlung sind eine adäquate Aufklärung, strukturierte Nachsorge sowie das frühzeitige Erkennen und Behandeln von Nebenwirkungen integrale Bestandteile einer sicheren Lasertherapie3,4,7.

Diskussion

Moderne laser- und energiebasierte Systeme weisen heute eine hohe technologische Diversität auf und ermöglichen eine präzise, indikationsspezifische dermatologische Therapie. Durch die gezielte Auswahl von Wellenlängen, Pulsdauern und Energiedichten können unterschiedliche kutane Chromophore selektiv adressiert werden, was die Grundlage für die hohe therapeutische Gewebeselektivität bildet1,2. Insbesondere für vaskuläre und pigmentierte Läsionen ist die Wirksamkeit laserbasierter Verfahren durch zahlreiche klinische Studien gut belegt4,5,7,8.

Fraktionierte ablative Verfahren verbessern Aknenarben, texturale Hautveränderungen und Zeichen chronischer Lichtschädigung signifikant (Abb. 2)6,7. Nichtablative Konzepte wie der Thuliumlaser erweitern das Spektrum um Verfahren mit geringerer Ausfallzeit bei gleichzeitig nachweisbarer struktureller Hautverbesserung7. Auch für die dauerhafte Haarreduktion besteht eine belastbare Evidenz für die Wirksamkeit der unterschiedlichen Lasersysteme in Abhängigkeit vom Hauttyp4,7.

Die zunehmende Kombination verschiedener Technologien reflektiert das Bestreben, komplexe kutane Befunde auf mehreren Gewebeebenen simultan zu behandeln.

Ein zentrales Ergebnis dieser Übersicht ist die herausragende Bedeutung der ärztlichen Expertise für Sicherheit und Therapieerfolg. Trotz zunehmender technischer Automatisierung bleibt die individuelle Indikationsstellung, Parameterauswahl und das Management möglicher Komplikationen originär ärztliche Aufgabe3,4,7.

Limitationen dieser Arbeit ergeben sich aus dem narrativen Charakter der Darstellung, der Heterogenität der verfügbaren Systeme sowie der begrenzten Zahl randomisierter Direktvergleiche zwischen einzelnen Technologien.

Fazit

Für die klinische Praxis lässt sich zusammenfassend festhalten, dass moderne Lasertherapie bei sachgerechter Indikations­stellung, individueller Therapieplanung und fachärztlicher Durchführung ein effektives und sicheres Instrument im dermatologischen Therapiespektrum ist7,8.

Dr. med. Elisângela Wenzel

Korrespondenzadresse

Dr. med. Elisângela Wenzel, DALM

Fachärztin für Dermatologie und Venerologie
Dorfstraße 32a, 40667 Meerbusch
E-Mail: info(at)praxis-drwenzel.de

Quelle: via Izabella Mijic, PR-Profis.