Zitierweise: HAUT 2026; 37 (3): 100-101
Smartphone-Akne im Smartphone-Zeitalter
Smartphone-Akne zeigt sich durch eine meist einseitige Verstärkung der Acne-vulgaris-Symptome auf jener Seite, auf der man sein Smartphone verwendet. Im Gegensatz zur Acne vulgaris sind bei der Smartphone-Akne keine Komedonen, sondern hauptsächlich entzündliche Läsionen vorzufinden, die ihrerseits zu Papeln oder Pusteln führen. In der Zeit von COVID-19 haben Singh et al. mehrere Fälle von unilateraler Akne erwähnt1. Die Patientinnen und Patienten berichteten von einer vermehrten Nutzung ihres Smartphones, woraufhin die Dermatologinnen und Dermatologen auf einen direkten Einfluss der Smartphonenutzung schlossen. Gerade eine unilaterale Ausbildung von Akne ist nämlich untypisch und wird selten beobachtet.
Smartphones als Reservoir für Bakterien
Auch wenn die Benutzeroberfläche eines Smartphones allein keinen Nährboden für Bakterien bietet, übertragen wir bei der Berührung Nährstoffe in Form von Fett, Schweiß und Make-up. In Kombination mit der Wärme und der Strahlung, die vom Smartphone ausgehen, können bis zu 22.000 Bakterien pro cm2 über längere Zeiträume überleben, darunter Erreger wie Escherichia coli, Staphylococcus aureus und Enterococcus spp2-4. Besonders das Licht im blauen Lichtspektrum, das von Bildschirmen ausgestrahlt wird, begünstigt die Proliferation von Keimen wie S. aureus5. Der wiederholte Druck des Handys auf die Haut kann dazu führen, dass Papeln oder Pusteln entstehen und beispielsweise dem anaeroben Bakterium Cutibacterium acnes ein günstiges Mikroklima bieten. Deren Abbaustoffe sind entzündungsfördernd und führen zur Bildung von Akne. Die entzündeten Poren können ihrerseits dann optimale Bedingungen für Staphylococcus epidermidis oder S. aureus bieten, die auch natürlicherweise auf der Haut zu finden sind.
Immer längere Nutzungszeiten für Smartphones
Laut einer Umfrage ist die Smartphonenutzung bei 16- bis 29-Jährigen, die Altersgruppe mit der höchsten Prävalenz für Akne, im Jahr 2024 auf 182 Minuten pro Tag gestiegen. Auch wenn davon nur 36 Minuten für Anrufe genutzt werden, also direkten Kontakt zwischen Smartphone und Gesicht, wirkt sich auch die Strahlung auf das Mikrobiom des Gesichts aus6. Welche Folgen das mit sich bringt, darf deshalb nicht außer Acht gelassen werden.
Wie lässt sich Smartphone-Akne vorbeugen?
Dabei reicht es für eine Minderung der Bakterienlast oft schon, die Hände zu waschen und die Oberfläche mit einem trockenem Mikrofasertuch sauber zu reiben. Für hartnäckigeren Schmutz kann man zu destilliertem Wasser und Isopropanol greifen7. Schon über die Bakterienlast auf dem Handy zu sprechen, kann das Hygienebewusstsein dafür sensibilisieren. Keine Berührung ist die beste Berührung: Bei langen Telefonaten kann man sich angewöhnen, die Freisprechoptionen des Smartphones zu nutzen. Eine weitere Empfehlung ist, das Handy während der Toilettennutzung in der Tasche zu lassen.
Kevin Kroter