In der randomisierten, prospektiven, internationalen, offenen Phase-IV-Studie wurden Menschen mit Typ-2-Diabetes und einer kurzen Erkrankungsdauer von 2,6 Jahren eingeschlossen, die unter Metformin unzureichend eingestellt waren. Sie erhielten zusätzlich Tirzepatidc oder eine leitliniengerechte Vergleichstherapie. Dabei konnten die Ärztinnen und Ärzte in der Kontrollgruppe frei zwischen einem oder mehreren Antidiabetika wie unter anderem GLP-1-RA, SGLT2-Inhibitoren, DPP-IV-Hemmer und Insulinen entscheiden.d, e Zwei Jahre nach Therapiebeginn waren 85,3 % der Patientinnen und Patienten im Kontrollarm auf einen GLP-1-RA eingestellt (überwiegend Semaglutid s.c. 1x wöchentlich).2
Normoglykämie ist unter Tirzepatid möglich
Im direkten Vergleich war Tirzepatid der mehrheitlich GLP-1-RA-basierten Vergleichstherapie überlegen und senkte den mittleren HbA1c-Wert (primärer Endpunkt) gegenüber dem Ausgangswert signifikant stärker (-2,24 % vs. -1,45 % unter der Vergleichstherapie; p <0,001).2, f Fast dreimal mehr Patientinnen und Patienten erreichten unter dem GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonisten den kombinierten Zielwert aus einem HbA1c-Wert ≤ 6,5 % und einer Gewichtsreduktion ≥ 10 %, ohne dass klinisch bedeutsame oder schwere Hypoglykämieng auftraten (61,8 % vs. 22,7 %).2, h Diese Zielwerte entsprechen den Leitlinienempfehlungen3 nach einer frühzeitigen intensiven glykämischen Kontrolle in Kombination mit einem konsequentem Gewichtsmanagement und günstigem Sicherheitsprofil.4
Weiterhin sank der mittlere HbA1c-Wert mit Tirzepatid bereits nach 24 Wochen in den normoglykämischen Bereich unter 5,7 %, und dies hielt bis zum Studienende nach 2 Jahren an. Fast dreimal so viele Patientinnen und Patienten erreichten unter Tirzepatid eine Normoglykämie gegenüber der Vergleichstherapie (60 % vs. 24 %).2, h
Kardiometabolisches Risikoprofil und Insulinmetabolismus verbessern
Tirzepatid verbesserte gegenüber der Standardtherapie nach zwei Jahren auch Blutdruck sowie Lipidwerte und erzielte eine signifikante Verringerung des Taillenumfangs2, f, eines Surrogatparameters für das metabolisch hochaktive viszerale Fett.2, 5 Schwedische Registerdaten konnten zuletzt zeigen, dass eine strikte HbA1c-Kontrolle innerhalb der ersten 18 Monate nach Diagnose eines Typ-2-Diabetes mit einer signifikanten Reduktion der kardiovaskulären Sterblichkeit und dem Auftreten von mikro- und makrovaskulären Komplikationen innerhalb der nächsten 10 Jahre assoziiert ist.6
Darüber hinaus senkte der Einsatz des GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonisten gegenüber der Standardtherapie Insulin- sowie C-Peptid-Spiegel bei gleichzeitig verbesserter Insulinsensitivität.2
Das Übel an der Wurzel packen: Krankheitsmodifizierende Gewichtsreduktion
Daneben zeigte der Wirkstoff eine überlegene durchschnittliche Gewichtsreduktion, die mehr als doppelt so hoch wie die Senkung in der Standardgruppe ausfiel (-15,8 kg vs. -6,5 kg; p < 0,001).2, h Eine deutliche Gewichtssenkung in der Frühphase des Typ-2-Diabetes kann bei Menschen mit Übergewicht bzw. Adipositas zur Remission des Diabetes führen und ist mit einer Verlängerung der Lebenserwartung assoziiert.7, 8 Insbesondere die GIP-Aktivität von Tirzepatid trägt durch ihre direkte Wirkung auf das Fettgewebe dazu bei, neben der Gewichtsreduktion die Insulinsensitivität zu steigern und die Insulin-produzierenden Betazellen zu entlasten, womit der Typ-2-Diabetes an seiner pathophysiologischen Wurzel gepackt wird.1, 9
Die Ergebnisse von SURPASS-EARLY unterstützen daher den frühzeitigen Einsatz von Tirzepatid und bestätigen die im SURPASS-Programm beobachtete überlegene HbA1c- und Gewichtsreduktioni gegenüber Semaglutid 1 mg bei Menschen mit Typ-2-Diabetes.10