Skip to main content

Dieser Beitrag ist nur für Mitglieder verfügbar!

Aus der Industrie, Gynäkologie, Onkologie Gynäkologie PharmaNews
Eisenversorgung

Myome: Eisenmangel als vermeidbarer Risikofaktor

Eisenmangel ist ein relevanter Faktor bei Myomen mit messbaren Auswirkungen auf den Gesundheitszustand und die Behandlungssituation der betroffenen Frauen. Umso wichtiger ist es, die Eisenversorgung in der gynäkologischen Praxis frühzeitig im Blick zu behalten und bei Bedarf gegenzusteuern.


24.06.2026
Salus Gruppe
Teilen auf:
drucken Gefällt mir merken

Uterusmyome zählen zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Vor allem submuköse Myome sind häufig mit Menorrhagie verbunden. Diese führen zu einem Absinken der Eisenspeicher und können unbehandelt eine Eisenmangelanämie verursachen.1 Eine aktuelle retrospektive Studie mit über 36.000 Myom-Patientinnen unterstreicht die klinische Relevanz von Anämie bei Myomen: Frauen mit starken Monatsblutungen hatten nicht nur ein mehr als vierfach erhöhtes Risiko für eine Anämie. Die Anämie selbst war zudem mit deutlich schlechteren Krankheitsverläufen assoziiert. Betroffene mussten fünfmal häufiger stationär behandelt werden, unterzogen sich 2,5-mal häufiger invasiven Eingriffen wie Hysterektomien und erlitten fünfmal mehr intra- oder postoperative Komplikationen.2

Schleichende Entwicklung erfordert frühe Aufmerksamkeit

Das Problem: Ein Eisenmangel bleibt oft lange unentdeckt, da er sich schleichend entwickeln kann. Studien zeigen, dass viele betroffene Frauen bereits reduzierte Eisenspeicher aufweisen, ohne dass unmittelbar eine klinische Eskalation sichtbar wird.3 Die Autoren leiten daraus für die Praxis ab, dass bei Frauen mit submukösen Myomen regelmäßig der Hämoglobin- und Ferritinwert kontrolliert werden sollte, um eine beginnende Eisenmangelanämie frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Bei Auftreten von Menorrhagie oder typischen Symptomen einer Anämie sollte zudem eine gezielte Diagnostik und bei Bedarf eine Eisenbehandlung erfolgen.

Eisenversorgung mit niedrig dosierten Arzneimittelgaben unterstützen

In der Eisentherapie fällt die Entscheidung häufig zugunsten einer hoch dosierten oralen Eisengabe – allerdings ist dieser Ansatz nicht immer der effektivste. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Hormon Hepcidin, das die Eisenaufnahme reguliert. Steigt die orale Eisenzufuhr stark an, erhöht sich die Hepcidin-Ausschüttung dosisabhängig und hemmt den Eisentransport aus den Darmzellen. Dadurch wird die Aufnahme nachfolgender Eisengaben deutlich reduziert. Niedrige therapeutische Dosierungen hingegen gehen mit einer geringeren Hepcidin-Antwort einher und ermöglichen eine effizientere Nutzung des zugeführten Eisens.4

Hierfür kommen Präparate infrage, die eine kontinuierliche Eisenzufuhr ermöglichen. Flüssige Darreichungsformen wie Floradix mit Eisen mit einer Tagesdosis von 36,8 mg verwertbarem Eisen(II) können eine geeignete Option sein. Floradix ist als Arzneimittel bei erhöhtem Bedarf zur Vorbeugung eines Eisenmangels zugelassen und kann daher auch für Frauen mit Myomen eine sinnvolle Prävention darstellen. 

Gute Verträglichkeit sichert Adhärenz

Auch Verträglichkeit und Compliance sind entscheidende Aspekte der Therapieentscheidung. Nicht resorbiertes Eisen verbleibt im Darm und kann dort oxidative Prozesse fördern sowie das Darmmikrobiom beeinflussen. 

Klinisch äußert sich dies häufig in gastrointestinalen Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Obstipation oder Diarrhö. Diese Nebenwirkungen sind dosisabhängig und ein wesentlicher Grund für eine eingeschränkte Adhärenz. Niedrig dosierte Eisengaben, etwa mit Floradix, können hier Vorteile bieten: Durch die bessere Resorption verbleibt weniger Eisen im Darm, was die Verträglichkeit verbessern und die Therapietreue unterstützen kann.

Die aktuelle Studienlage macht deutlich: Eisenmangel ist ein relevanter, beeinflussbarer Faktor im Kontext von Myomen. Eine frühzeitige Aufmerksamkeit für den Eisenstatus kann dazu beitragen, Risiken zu reduzieren und die Versorgung betroffener Frauen zu verbessern. Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, die Eisenversorgung frühzeitig zu berücksichtigen und bei Bedarf gezielt zu unterstützen.

1) Keshta M et al. A Multicenter Retrospective Cohort Study Assessing the Incidence of Anemia in Patients Associated With Uterine Fibroids. Cureus. 2024 Sep 22;16(9):e69899. doi: 10.7759/cureus.69899. PMID: 39439622; PMCID: PMC11494454.
2) Antunes D et al. The impact of anemia on treatment management and clinical outcomes of women hospitalized for uterine leiomyomas. Ginekologia Polska. 2022;93(10):799–805. doi:10.5603/GP.a2022.0086.
3) Kestha et al. (ebenda)
4) Moretti D et al. Oral iron supplements increase hepcidin and decrease iron absorption from daily or twice-daily doses in iron-depleted young women. Blood. 2015;126(17):1981–1989

Quelle: Salus Haus Dr. med. Otto Greither Nachf. GmbH & Co. KG