Trotz leitliniengerechter Therapie findet sich kardiovaskuläre Inflammation weltweit bei etwa 2 von 5 Patient:innen mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronischer Nierenerkrankung (CKD).2,3 In Deutschland ist die Prävalenz noch höher: Bei fast jeder:m zweiten Patient:in (45,2 %) mit einer atherosklerotischen kardiovaskulären Erkrankung (ASCVD) und einer CKD liegt zusätzlich kardiovaskuläre Inflammation vor. Das zeigten die Daten der POSEIDON Studie von Novo Nordisk, die kürzlich beim 94. Kongress der European Atherosclerosis Society (EAS) in Athen, Griechenland, präsentiert wurden.2
In der POSEIDON Studie wurden insgesamt 18.904 Patient:innen mit einer bestehenden kardiovaskulären Erkrankung, mit oder ohne CKD, sowie Patient:innen mit Herzinsuffizienz in 18 Ländern in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien untersucht. Kardiovaskuläre Inflammation wurde anhand des hsCRP-Wertes (hochsensitives C-reaktives Protein) festgestellt. hsCRP ist ein unabhängiger, prognostischer Biomarker und wird zur Erkennung kardiovaskulärer Inflammation empfohlen.1,4 Ab einem hsCRP-Wert von ≥ 2 mg/L gilt eine chronische Inflammation als nachgewiesen, und das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse ist stark erhöht.1
Versorgungslücke trotz leitliniengerechter Therapie
Die Ergebnisse der POSEIDON Studie deuten auf eine relevante Versorgungslücke von Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen hin. Trotz leitliniengerechter Behandlung von Cholesterin, Bluthochdruck und Blutzucker blieb bei fast jeder:m Zweiten (45,2 %) mit ASCVD und CKD das entzündungsbedingte Risiko weiter bestehen.2 Bei Menschen mit ASCVD ohne CKD zeigte sich kardiovaskuläre Inflammation bei etwa jeder:m Dritte:n (34 %).2
Gesondert ausgewertet wurden die Daten der Patient:innen mit Herzinsuffizienz. Auch hier konnte bei etwa 2 von 5 Patient:innen über alle Subtypen der Herzinsuffizienz hinweg (erhaltene, moderate oder reduzierte Ejektionsfraktion) kardiovaskuläre Inflammation nachgewiesen werden.3 Dieses Ergebnis ist besonders bemerkenswert und spricht für eine klinisch relevante, Subtyp-übergreifende Population mit erhöhtem inflammatorischem Risiko.
„Die POSEIDON Studie zeigt, dass kardiovaskuläre Inflammation bei vielen Patient:innen mit ASCVD, CKD oder Herzinsuffizienz klinisch relevant ist – auch dann, wenn klassische Risikofaktoren leitliniengerecht behandelt werden. Für die Versorgung bedeutet das, dass kardiovaskuläre Inflammation stärker in die Risikostratifizierung einbezogen werden sollte, um vulnerable Patient:innen frühzeitig zu identifizieren“, sagt Sebastian Meyhöfer, Associate Vice President Medical & Regulatory, Novo Nordisk Deutschland.
Fazit
Die POSEIDON Studie lenkt die Aufmerksamkeit auf kardiovaskuläre Inflammation als unabhängigen, prognostischen Risikofaktor und könnte eine verbesserte Versorgung von Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen anstoßen.