Skip to main content

Dieser Beitrag ist nur für Mitglieder verfügbar!

Allgemein- & Innere Medizin, Aus der Industrie, Kardiologie Allgemein- & Innere Medizin PharmaNews
Chronische Inflammation

POSEIDON Studie zeigt Versorgungslücke bei kardiovaskulärer Inflammation auf

 Kardiovaskuläre Inflammation ist ein eigenständiger, prognostischer Risikofaktor für schwere kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulären Tod.


22.07.2026
Novo Nordisk
Teilen auf:
drucken Gefällt mir merken

Trotz leitliniengerechter Therapie findet sich kardiovaskuläre Inflammation weltweit bei etwa 2 von 5 Patient:innen mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronischer Nierenerkrankung (CKD).2,3 In Deutschland ist die Prävalenz noch höher: Bei fast jeder:m zweiten Patient:in (45,2 %) mit einer atherosklerotischen kardiovaskulären Erkrankung (ASCVD) und einer CKD liegt zusätzlich kardiovaskuläre Inflammation vor. Das zeigten die Daten der POSEIDON Studie von Novo Nordisk, die kürzlich beim 94. Kongress der European Atherosclerosis Society (EAS) in Athen, Griechenland, präsentiert wurden.2

In der POSEIDON Studie wurden insgesamt 18.904 Patient:innen mit einer bestehenden kardiovaskulären Erkrankung, mit oder ohne CKD, sowie Patient:innen mit Herzinsuffizienz in 18 Ländern in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien untersucht. Kardiovaskuläre Inflammation wurde anhand des hsCRP-Wertes (hochsensitives C-reaktives Protein) festgestellt. hsCRP ist ein unabhängiger, prognostischer Biomarker und wird zur Erkennung kardiovaskulärer Inflammation empfohlen.1,4 Ab einem hsCRP-Wert von ≥ 2 mg/L gilt eine chronische Inflammation als nachgewiesen, und das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse ist stark erhöht.1

Versorgungslücke trotz leitliniengerechter Therapie

Die Ergebnisse der POSEIDON Studie deuten auf eine relevante Versorgungslücke von Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen hin. Trotz leitliniengerechter Behandlung von Cholesterin, Bluthochdruck und Blutzucker blieb bei fast jeder:m Zweiten (45,2 %) mit ASCVD und CKD das entzündungsbedingte Risiko weiter bestehen.2 Bei Menschen mit ASCVD ohne CKD zeigte sich kardiovaskuläre Inflammation bei etwa jeder:m Dritte:n (34 %).2

Gesondert ausgewertet wurden die Daten der Patient:innen mit Herzinsuffizienz. Auch hier konnte bei etwa 2 von 5 Patient:innen über alle Subtypen der Herzinsuffizienz hinweg (erhaltene, moderate oder reduzierte Ejektionsfraktion) kardiovaskuläre Inflammation nachgewiesen werden.3 Dieses Ergebnis ist besonders bemerkenswert und spricht für eine klinisch relevante, Subtyp-übergreifende Population mit erhöhtem inflammatorischem Risiko.

„Die POSEIDON Studie zeigt, dass kardiovaskuläre Inflammation bei vielen Patient:innen mit ASCVD, CKD oder Herzinsuffizienz klinisch relevant ist – auch dann, wenn klassische Risikofaktoren leitliniengerecht behandelt werden. Für die Versorgung bedeutet das, dass kardiovaskuläre Inflammation stärker in die Risikostratifizierung einbezogen werden sollte, um vulnerable Patient:innen frühzeitig zu identifizieren“, sagt Sebastian Meyhöfer, Associate Vice President Medical & Regulatory, Novo Nordisk Deutschland.

Fazit

Die POSEIDON Studie lenkt die Aufmerksamkeit auf kardiovaskuläre Inflammation als unabhängigen, prognostischen Risikofaktor und könnte eine verbesserte Versorgung von Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen anstoßen.

Über POSEIDON

POSEIDON war eine große, multinationale, querschnittliche, beobachtende Real-World-Evidence-Studie, die darauf ausgelegt war, die Prävalenz und Merkmale eines hohen entzündlichen Risikos (definiert als hsCRP ≥2 mg/L) bei Patient:innen mit ASCVD, mit und ohne CKD und/oder Herzinsuffizienz, zu bewerten. Zwischen 2023 und 2025 wurden insgesamt 18.904 Patient:innen im Alter von 18 Jahren oder älter aus 18 Ländern eingeschlossen. Um sicherzustellen, dass die Entzündungsmarker die kardiovaskuläre Entzündung und nicht akute Erkrankungen widerspiegeln, wurden Patient:innen mit kürzlichen Infektionen, Krankenhausaufenthalten oder ungeplanten Arztbesuchen ausgeschlossen.2,3

1. Ridker PM. Clinician’s Guide to Reducing Inflammation to Reduce Atherothrombotic Risk: JACC Review Topic of the Week. J Am Coll Cardiol. 2018;72(25):3320-3331.
2. Navar A, Bai L, Højen J, et al. Global Prevalence of Elevated High-Sensitivity C-Reactive Protein in Patients with Atherosclerotic Cardiovascular Disease, With and Without Chronic Kidney Disease: Findings From the POSEIDON Study. Orale Präsentation beim 94. Kongress der European Atherosclerosis Society (EAS) in Athen, Griechenland
3. Lam CSP, Contreras J, Darwesh R, et al. Prevalence and Predictors of High Inflammatory Risk in Heart Failure Subtypes: Findings From the Global POSEIDON Study. Eur J Heart Fail. Published online May 10, 2026.
4. Mensah GA, Arnold N, Prabhu SD, et al. Inflammation and Cardiovascular Disease: 2025 ACC Scientific Statement: A Report of the American College of Cardiology. J Am Coll Cardiol. Published online 2025.
5. Ridker PM, Bhatt DL, Pradhan AD, et al. Inflammation and cholesterol as predictors of cardiovascular events among patients receiving statin therapy: a collaborative analysis of three randomised trials. The Lancet. 2023;401(10384):1293-1301.
6. Ridker PM, Lei L, Louie MJ, et al. Inflammation and Cholesterol as Predictors of Cardiovascular Events among 13 970 Contemporary High-Risk Patients with Statin Intolerance. Circulation. 2024;149(1):28-35.
7. Peikert A, Kaier K, Merz J, et al. Residual inflammatory risk in coronary heart disease: incidence of elevated high-sensitive CRP in a real-world cohort. Clin Res Cardiol. 2020;109(3):315-323.

Quelle: Novo Nordisk Pharma GmbH