Wege zur Schließung von Versorgungslücken bei Osteoporose-Patientinnen mit deutlich erhöhtem Frakturrisiko
Der WCO-IOF-Kongress 2026, der vom 16. bis 19. April in Prag (Tschechien) stattfand, bot einen aktuellen Überblick über Entwicklungen in der Osteoporoseversorgung. In diesem Rahmen stellte UCB neue Daten vor, die zeigen, wie Versorgungslücken bei PMO mit deutlich erhöhtem Frakturrisiko gezielt adressiert werden können.1-5 Im Mittelpunkt standen deutsche Real-World-Daten zur Therapiedauer unter Romosozumab im Vergleich zu weiteren osteoanabolen bzw. antiresorptiven Therapieoptionen.1 Ergänzend präsentierte UCB weitere europäische und internationale Analysen, darunter das Studiendesign der PRIME-Studie sowie Daten zu Knochenstärke und besonderen Risikogruppen.3-5
Real-World-Daten aus Deutschland: Therapiedauer unter Romosozumab und weiteren osteoanabolen sowie antiresorptiven Therapien
Eine zentrale, auf dem WCO-IOF-Kongress 2026 vorgestellte, Analyse untersuchte die Therapiedauer unter Romosozumab im Vergleich mit Abaloparatid, Teriparatid und Alendronat im deutschen Versorgungsalltag. Grundlage war eine retrospektive Auswertung deutscher Krankenkassendaten mit rund 64 Millionen Versicherten. Eingeschlossen wurden Frauen, die zwischen Januar 2022 und Oktober 2025 neu auf Romosozumab, Abaloparatid, Teriparatid oder Alendronat eingestellt wurden und für die mindestens 12 Monate Vordaten verfügbar waren. Kombinationstherapien wurden dabei ausgeschlossen. Die Analyse umfasste 10.651 mit Romosozumab behandelte Patientinnen mit einem mittleren Alter von 73,7 Jahren. Zum Vergleich wurden 895 Patientinnen unter Abaloparatid, 9.171 unter Teriparatid und 250.510 unter Alendronat ausgewertet. Die Therapiedauer wurde anhand der Zeit bis zum Therapieabbruch* bestimmt.1
Unter Romosozumab lag die mediane Zeit bis zum Therapieabbruch* bei 12,1 Monaten†. Für Abaloparatid betrug sie 11,0 Monate, für Teriparatid 12,4 Monate und für Alendronat 4,8 Monate.1 Die Daten zeigten damit insbesondere für Romosozumab eine hohe Übereinstimmung zwischen empfohlener Therapiedauer (12 Monate) und tatsächlicher Behandlungsdauer im Versorgungsalltag.1,2 Für Abaloparatid, Teriparatid und Alendronat lagen die im klinischen Alltag beobachteten Therapiedauern jeweils unter den empfohlenen Behandlungsdauern.1
In Subgruppenanalysen ergab sich unter Romosozumab kein relevanter Unterschied in der Abbruchrate bei der 50 %- und 75 %-Schwelle* zwischen Patientinnen mit vorangegangener Bisphosphonat-Therapie und Patientinnen ohne osteoporosespezifische Vortherapie. Unterschiede traten vor allem bei früheren Therapieabbrüchen auf: 25 % der mit Bisphosphonaten vorbehandelten Patientinnen beendeten die Romosozumab-Therapie nach 10,1 Monaten verglichen mit 5,5 Monaten bei Patientinnen ohne osteoporosespezifische Vortherapie. Auch mit zunehmender Zahl an Begleitmedikationen zeigte sich dieser Unterschied: Der entsprechende Abbruchzeitpunkt verschob sich von 2,0 Monaten bei keiner oder einer Begleitmedikation auf 11,0 Monate bei Patientinnen mit 6 oder mehr Begleitmedikamenten.1
Ergänzende internationale Daten aus klinischer Praxis und Studienanalysen
Neben den deutschen Real-World-Daten zur Therapiedauer präsentierte UCB auf dem WCO-IOF-Kongress 2026 weitere Analysen zur Behandlung einer PMO.1,3-5 Dazu gehörte das Design der europäischen PRIME-Studie, die aktuelle Behandlungsmuster, Therapiepersistenz und die Umstellung auf eine antiresorptive Folgetherapie unter Romosozumab in 8 europäischen Ländern untersuchen soll.3 Ein weiteres Poster liefert ergänzende Daten zur Verbesserung der Knochenstärke und BMD TScores unter Romosozumab – auch bei Patientinnen mit vorangegangener langfristiger Denosumab-Therapie.4 Zudem zeigte eine Subgruppenanalyse der ARCH-Studie bei Patientinnen mit Osteoporose und Typ-2-Diabetes unter Romosozumab größere Zuwächse struktureller und dichtebezogener Hüftknochenparameter als unter Alendronat.5
* Ein Therapieabbruch wurde definiert als ausbleibende Folgeverordnung innerhalb des durch die letzte Verordnung abgedeckten Behandlungszeitraums zzgl. einer Karenzzeit von 60 Tagen. Die Zeit bis zum Therapieabbruch wurde für die Zeitpunkte bestimmt, zu denen 25 %, 50 % bzw. 75 % der Patientinnen einer Behandlungsgruppe die Therapie beendet hatten. Der 50 %-Zeitpunkt entspricht der medianen Zeit bis zum Therapieabbruch.
†Die empfohlene Dosis beträgt einmal monatlich 210 mg Romosozumab über einen Zeitraum von 12 Monaten.2
1 Schmidmaier R, et al. 2026. WCO-IOF-ESCEO. P1427. 2 Fachinformation EVENITY®, Stand August 2024. 3 Moayerri A, et al. 2026. WCO-IOF-ESCEO. P259. 4 Ishikawa K, et al. 2026. WCO-IOF-ESCEO. P1484. 5 Ferrari S, et al. 2026. WCO-IOF-ESCEO. OP6 – P806.
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