CDI-Therapie im vulnerablen Patientenkollektiv: Fidaxomicin vs. Vancomycin
Bei älteren und immungeschwächten Menschen ist die Inzidenz und Mortalität von Clostridioides difficile-Infektionen (CDI) deutlich erhöht.1,2,3,4 Eine deutsche Real-World-Studie verglich nun die klinische Wirksamkeit und gesundheitsökonomische Auswirkung einer Therapie mit Fidaxomicin gegenüber Vancomycin bei diesen Patient:innen mit rekurrenter oder refraktärer C. diff.-Infektion (rCDI).1 Dr. Sina M. Pütz (Köln) stellte die Ergebnisse beim Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT) am 17. Juni 2026 vor.
Die retrospektive, gematchte Fall-Kontroll-Studie wurde an den Universitätskliniken Köln und Frankfurt am Main durchgeführt. Eingeschlossen wurden Patient:innen mit einer rCDI, die zwischen 01/2015 und 12/2023 im stationären und/oder ambulanten Bereich mit Fidaxomicin oder Vancomycin behandelt wurden. Die Kohorte umfasste etwa zwei Drittel Patient:innen mit rezidivierender und ein Drittel mit therapierefraktärer CDI. Begleitend lagen bei allen Patient:innen etablierte Risikofaktoren für eine rCDI vor, darunter hämatologische oder onkologische Grunderkrankungen, sonstige Immunsuppression oder ein Alter ≥ 65 Jahre. Die Nachbeobachtungszeit betrug 90 Tage.1
Fidaxomicin zeigte sich im Vergleich zu Vancomycin in zwei klinischen Endpunkten signifikant überlegen: An Tag 10 der rCDI-Therapie war bei 95 % vs. 86 % der Patient:innen die CDI-assoziierte Diarrhö abgeklungen (p = 0,004). Zudem traten CDI-Rezidive im 90-tägigen Beobachtungszeitraum signifikant seltener auf (21 % vs. 37 %; p = 0,001). Trotz höherer Arzneimittelkosten (Mittelwert 2.412 € vs. 1.256 €) waren sowohl die direkten Behandlungskosten pro Patient:in (Mittelwert 17.798 € vs. 17.300 €) als auch die Hospitalisierungskosten (Mittelwert 19.898 € vs. 20.469 €) in beiden Gruppen vergleichbar.1
Die hohe Rate des Symptomrückgangs bis Tag 10 sowie die signifikant niedrigere Rezidivrate unterstützen die bevorzugte Anwendung von Fidaxomicin gegenüber Vancomycin bei der CDI-Therapie. Davon profitieren besonders vulnerable Risikopatient:innen mit relevanten Vorerkrankungen, fortgeschrittenem Alter sowie rekurrenter oder refraktärer CDI, zu denen bislang nur begrenzte Evidenz vorlag. Die Kombination aus besseren klinischen Ergebnissen und vergleichbaren Therapie- und Hospitalisierungskosten bestätigt Fidaxomicin als leitliniengerechte Therapie der ersten Wahl.1,2,3,4
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