Migräne bei Jugendlichen: Evidenzbasierte Therapieoptionen – Zulassung, Dosierung, praktische Tipps
Migräne stellt eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen im Jugendalter dar und gewinnt im klinischen Alltag zunehmend an Bedeutung. Im Rahmen ihres Vortrags „Migräne bei Jugendlichen: Evidenzbasierte Therapieoptionen – Zulassung, Dosierung, praktische Tipps“ beleuchtete Prof. Dr. Dagny Holle-Lee, Leiterin des Westdeutschen Kopfschmerzzentrums Essen, die Relevanz dieser häufig unterschätzten Erkrankung im Jugendalter. Dabei stellte sie aktuelle Daten zur Krankheitslast ebenso vor wie praxisnahe Ansätze für eine leitliniengerechte Versorgung und betonte die Bedeutung einer frühzeitigen, evidenzbasierten Therapie zur Vermeidung langfristiger Verläufe.
Migräne zählt zu den Hauptursachen für gesundheitliche Einschränkungen bei Heranwachsenden und Erwachsenen und ist oftmals mit einer erheblichen Beeinträchtigung des emotionalen Wohlbefindens, des Alltags sowie der schulischen bzw. beruflichen Leistungsfähigkeit verbunden.1,2 Ergebnisse einer schulbasierten Querschnittsstudie zeigen etwa, dass Migräne die Alltagsfunktion von Jugendlichen deutlich beeinträchtigt.3 Neben einer relevanten Einschränkung der Lebensqualität kommt es zu messbaren Auswirkungen auf den schulischen Alltag: Fehlzeiten, reduzierte Konzentrationsfähigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit sind häufige Konsequenzen.3 Im Durchschnitt berichten betroffene Jugendliche über mehrere Tage pro Quartal mit eingeschränkter Teilnahme am Unterricht; bei Migränepatienten summieren sich Phasen mit deutlicher Beeinträchtigung sogar auf etwa zehn Tage innerhalb von drei Monaten.3
Versorgungslücke und diagnostische Herausforderungen im Jugendalter
Demgegenüber steht eine auffällige Versorgungslücke: Ein erheblicher Anteil der Jugendlichen sucht keine ärztliche Hilfe und erhält somit keine ausreichende Therapie.3 Doch gerade die Diagnosestellung stellt im Jugendalter eine Herausforderung dar, da sich die Symptome teils anders als bei Erwachsenen äußern. So sind die Attacken oftmals deutlich kürzer, die Schmerzen seltener einseitig und typische Symptome wie Licht- oder Geräuschempfindlichkeit sind weniger ausgeprägt.4
Strukturierte Instrumente wie Kopfschmerztagebücher oder standardisierte Fragebögen können hierbei die diagnostische Einordnung und die Erfassung der funktionellen Einschränkung sinnvoll unterstützen.
AscoTop® im Fokus: Evidenzbasierte Akuttherapie mit intranasalem Zolmitriptan
Neben allgemeinen nicht-medikamentösen Akut- und prophylaktischen Maßnahmen wie Reizreduktion, ausreichendem Schlaf und Stressmanagement stehen evidenzbasierte medikamentöse Optionen zur Verfügung.5 Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) empfiehlt zur Behandlung von Migräne im Kinder- und Jugendalter primär Ibuprofen. Für Jugendliche ab 12 Jahren sind in Deutschland zudem nasal applizierte Triptane zugelassen, darunter auch das Zolmitriptan-Nasenspray 5mg.5,6
AscoTop® ist für Jugendliche ab 12 Jahren zur Akutbehandlung von Migräne mit oder ohne Aura zugelassen und bietet mehrere praxisrelevante Vorteile. Durch die nasale Applikation wird ein rascher Wirkungseintritt ermöglicht, während der gastrointestinale Resorptionsweg weitgehend umgangen wird – ein relevanter Aspekt insbesondere bei migräneassoziierter Übelkeit oder Erbrechen.7 Gleichzeitig erlaubt die einfache Anwendung eine flexible und diskrete Nutzung im schulischen Alltag. Die Anwendung sollte möglichst früh nach Beginn der Kopfschmerzphase erfolgen.6 Bei Bedarf kann eine zweite Dosis im Abstand von mindestens zwei Stunden verabreicht werden, wobei die maximale Tagesdosis von 10 mg nicht überschritten werden darf.6 Klinische Studien belegen auch bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren eine signifikante Wirksamkeit bei guter Verträglichkeit.8
Ergänzend zur medikamentösen Therapie ist eine strukturierte Integration der Erkrankung in den (Schul-)Alltag von zentraler Bedeutung, so Prof. Dr. Holle-Lee. Aufklärung im schulischen Umfeld, individuell abgestimmte Notfallpläne sowie der Zugang zu Rückzugsmöglichkeiten können wesentlich dazu beitragen, die Krankheitslast zu reduzieren und eine adäquate Versorgung sicherzustellen.
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