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Dermatologie, Plastische und Ästhetische Chirurgie Dermatologie Dermatologie, HAUT
Klinische Einsatzgebiete

Narbentherapie mit Laser und Energy-Based Devices

Die Behandlung von Narben unterschiedlicher Ätiologie stellt in der dermatologischen Praxis eine therapeutische Herausforderung dar. Laser- und energiebasierte Verfahren haben das Behandlungsspektrum in den letzten Jahren erweitert und ermöglichen eine gezieltere, indikationsorientierte Therapie. Diese Übersichtsarbeit beleuchtet fraktionierte CO2- und Er:YAG-Laser, nichtablative fraktionierte Laser (NAFL), vaskuläre Laser, fraktionierte Radiofrequenz-Verfahren sowie intense pulsed Light (IPL) zur Behandlung atropher und hypertropher Narben sowie Keloiden.


06.08.2026
C. Rümmelein / T. Dietmaier
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Zitierweise: HAUT 2026; 37 (4): 142 - 145

Die verfügbaren Studien zeigen Verbesserungen von Textur, Volumen, Vaskularisation und Pigmentierung. Fraktionierte ablative Laser weisen bei atrophen Aknenarben die stärkste Wirksamkeit auf, während vaskuläre Laser insbesondere bei erythematösen hypertrophen Narben von Vorteil sind. Es besteht weiterhin Bedarf an standardisierten Behandlungsprotokollen und belastbaren Langzeitdaten. Die Wahl des optimalen Verfahrens sollte sich am Narbentyp, Hauttyp und an der klinischen Erfahrung des behandelnden medizinischen Fach­personals orientieren.

Narben können in verschiedenen Ausprägungen auftreten: als atrophe Narben, hypertrophe Narben oder als Keloide. Sie können sowohl funktionelle Einschränkungen als auch ausgeprägte psychosoziale Belastungen verursachen1,2. Atrophe Narben stellen mit 80 – 90 % die häufigste Narbenform bei Akne dar. 30 % der Aknepatienten entwickeln ausgeprägte, schwere Narben, während bis zu 95 % milde bis moderat ausgeprägte Narben aufweisen1,3. Hypertrophe Narben und Keloide entstehen aufgrund einer gestörten Wundheilung, typischer­weise in Arealen, die traumatisch oder durch Infektionen geschädigt wurden. Der Anteil hypertropher Narben liegt in Populationen mit heller Hautfarbe zwischen 15 und 63 %. Keloide erreichen in bestimmten Populationen eine Prävalenz von bis zu 16 %2. Durch die Einführung der fraktionierten Foto­thermolyse im Jahr 2004 durch Manstein et al. wurde ein bedeutender Fortschritt in der laserbasierten Hauttherapie erzielt4. Damals konnte erstmals gezeigt werden, dass durch die Erzeugung mikroskopisch kleiner thermischer Behandlungszonen innerhalb von intaktem Gewebe eine effektive dermale Remodellierung erreicht werden kann und das Risiko für Nebenwirkungen im Vergleich zu ablativen Behandlungen reduziert ist. Der Konsensus-Report von Anderson et al. kam bereits 2014 zu dem Schluss, dass insbesondere ablative fraktionierte Laser eine zentrale und wirksame Behandlungsoption für traumatische Narben darstellen5. Sie ermöglichen die funktionellen und ästhetischen Verbesserungen, sollten jedoch individuell eingesetzt und kombiniert werden. Die internationalen Konsensempfehlungen von 2020 betonen die Bedeutung von lasermedizinischen Behandlungen bei Patienten mit traumatischen Narben und Kontrakturen und sehen diese als zentralen Bestandteil eines multimodalen Behandlungskonzepts6. Auch die Konsensempfehlungen von 2022 zur Therapie von Akne­narben unterstreichen die Rolle energie­basierter Verfahren in der Behandlung von Aknenarben mit individualisierter Auswahl, je nach Narbentyp und Schweregrad3.

Fraktionierte ablative Laser – CO2- und Er:YAG-Laser

Der Wirkung des fraktionierten CO2-Lasers beruht hauptsächlich auf dem selektiven thermischen Effekt, der entsteht, wenn sein Licht mit einer Wellenlänge von 10.600 nm stark von Wassermolekülen im Gewebe absorbiert wird. Die Laserenergie wirkt in wasserreichen Strukturen wie Kollagen­fasern, Blutgefäßen und Keratinozyten und führt innerhalb der mikrothermischen Behandlungszonen zu einer sofortigen Gewebekontraktion und -vaporisation. Dadurch entstehen mikrozylindrische Verdampfungszonen sowie Bereiche thermischer Koagulationsnekrose. Diese kontrollierbaren Mikroverletzungen können die Freisetzung verschiedener Wachstums­faktoren stimulieren und dadurch einen geordneten Wundheilungsprozess einleiten. Der fraktionierte CO2-Laser hat sich als wirksame Therapie sowohl für atrophe als auch für hypertrophe Narben erwiesen. Er verbessert die meisten atrophen Akne­narben deutlich und gilt mittlerweile als Goldstandard bei deren Behandlung. Bei hypertrophen Narben verbessert der fraktionierte CO2-Laser signifikant die Narben­dicke, die Gefäßverteilung, die Elastizität sowie das ästhetische Erscheinungsbild7. Die Emissionswellenlänge von 2.940 nm beim Er:YAG-Laser entspricht dem Absorptionsmaximum von Wasser, wodurch die Laserenergie überwiegend in der Epidermis sowie der papillären Dermis aufgenommen wird. Dies resultiert in einer sehr oberflächlichen Gewebe­ablation bei nur minimaler thermischer Diffusion in angrenzende Gewebeschichten. Infolgedessen ist die Kollagenkontraktion geringer ausgeprägt, was im Vergleich zum CO2-Laser tendenziell zu subtileren klinischen Behandlungseffekten führt8.

Nichtablative fraktionierte Laser

Nichtablative fraktionierte Laser (NAFL), insbesondere der 1.550-nm-Erbium:Glass-Laser, erzeugen eine kontrollierte Erwärmung der Dermis, während die Epidermis intakt bleibt. Dies ermöglicht eine verkürzte Heilungszeit und minimiert Nebenwirkungen, jedoch sind diese Lasersysteme weniger effektiv und in ihrer Wirksamkeit begrenzter4. Die internationalen Konsensus-Empfehlungen von 2022 führen NAFL als Behandlungsoption für Patienten mit moderaterer Bildung von Aknenarben, geringerer Toleranz gegenüber Ausfallzeiten, dunkleren Hauttypen sowie reifen, nichterythematösen Narben auf3.

Vaskuläre Laser

Vaskuläre Laser arbeiten mit spezifischen Wellenlängen, die gezielt von Hämoglobin absorbiert werden. Dadurch ermöglichen sie eine selektive Erwärmung der Gefäßstrukturen innerhalb der Dermis. Neben der Reduktion von narbenassoziiertem Erythem fördern diese Laser zudem Prozesse der Wundheilung sowie des Kollagen­umbaus. Dieser Effekt wird über zentrale Mediatoren der Narbenbildung vermittelt3.

Eine Metaanalyse von Jin et al. zur Behandlung hypertropher Narben konnte zeigen, dass im Vergleich zu anderen Lasersystemen die Subgruppen des 585/595-nm-PDL* sowie der 532-nm-Laser die höchste Wirksamkeit aufwiesen9.

Der Cochrane-Review von 2022 von Leszczynski et al. bestätigte eine niedriggradige Evidenz zugunsten des PDL zur Behandlung von hypertrophen Narben und Keloiden gegenüber keiner Behandlung2.

Der KTP-Laser (Kaliumtitanylphosphat-Laser) eignet sich besonders zur Behandlung oberflächlicher vaskulärer Läsionen wie fazialer Teleangiektasien und wird insgesamt gut vertragen. Typische Nebenwirkungen sind vorübergehendes Erythem, Ödem und Krusten­bildung, während Purpura nach der Behandlung selten ist. Durch seine kürzere Wellenlänge dringt er nur oberflächlich ins Gewebe ein und wirkt vor allem auf oberflächliche Gefäße. Aufgrund der ausgeprägten Melaninabsorption bei 532 nm ist bei dunkleren Hauttypen jedoch Vorsicht geboten10.

Wir setzen den KTP-Laser in unserer Praxis ebenfalls zur Behandlung erythematöser Narbenstrukturen bei hellen Hauttypen ein.

Intense pulsed Light

Intense pulsed Light (IPL) basiert auf einer nichtkohärenten Lichtquelle, die ein breites Wellenlängenspektrum von etwa 420 bis 1.400 nm emittiert10. Es konnte bei der Behandlung hypertopher Narben und Keloiden eine deutliche klinische Verbesserung gezeigt werden. Bewertet wurden dabei insbesondere das Erscheinungsbild, die Pigmentierung sowie die Höhe bzw. Textur der Narben11.

Fraktionierte Radiofrequenz-Verfahren

Die fraktionierte Radiofrequenz basiert auf einem Elektrodenarray, das kontrollierte mikrothermische Läsionen in der Dermis erzeugt, dazwischen bleiben Bereiche unverletzter Haut erhalten. Dies induziert eine dermale Remodellierung mit gesteigerter Neokollagenese und Neoelastogenese, wodurch sich sowohl erhöhte Werte von Prokollagen Typ I und III sowie Elastin zeigen. Dies bewirkt eine Steigerung der Hautelastizität und eine Verbesserung des Melanin-/Erythem-Index, was zu einer sichtbaren Verbesserung von Akne­narben führt. Unterschiedliche Radiofrequenz­verfahren liefern sehr gute Ergebnisse bei der Behandlung von Aknenarben, vor allem von Icepick- und Boxcar-Narben1.

Fraktioniertes Radiofrequenez-Microneedling verbindet klassisches Microneedling mit gezielter fraktionierter Schädigung der Dermis.

Diese Methode ist besonders beliebt bei dunkleren Hauttypen, da das Risiko einer postinflammatorischen Hyperpigmentierung durch die minimale epidermale Schädigung geringer ist12.

Narbenspezifische bevorzugte Anwendungen

Für atrophe Narben wird die Behandlung mit einem fraktionierten ablativen 10.600-nm-CO2-Laser empfohlen, für erythematöse Aspekte eine Behandlung mit IPL und mittels gepulstem Farbstofflaser (PDL).

Bei hypertrophen Narben ist die gepulste Farbstofflasertherapie bei erythematösen Formen zu bevorzugen. Auch kann bei inaktiven hypertrophen Narben der Einsatz eines fraktionierten ablativen 10.600-nm-CO2-Lasers empfohlen werden.

Keloide sind allein mit Lasertherapie nicht ausreichend behandelbar. Hier bietet sich ein multimodales Konzept mit Laser-assisted Drug-Delivery und intraläsionalen Injektionen mit beispielsweise Kortison an13.

Fazit

Die vorliegende Übersichtsarbeit verdeutlicht, dass Laserverfahren und Energy-Based Devices ein wirkungsvolles Instrument zur Behandlung von Narbentypen unterschiedlicher Art darstellen. Die Wahl des geeigneten Verfahrens muss durch die behandelnde Ärztin oder den Arzt individuell ausgewählt werden und richtet sich nach dem Narbentyp, dem Hauttyp sowie den individuellen Therapiezielen der Patienten. Für atrophe Narben, welche oft bei Aknepatienten beobachtet werden, wird der Einsatz fraktionierter ablativer Laser, insbesondere der fraktionierte CO2-Laser, empfohlen7. Der fraktionierte Er:YAG-Laser bietet ein günstigeres Nebenwirkungsprofil, insbesondere bei dunkleren Hauttypen. Jedoch führt diese Behandlung zu subtileren klinischen Verbesserungen. Bei hypertrophen Narben und Keloiden stehen vaskuläre Laser im Vordergrund. Die Metaanalyse von Jin et al. konnte zeigen, dass der 585/595-nm-PDL und der 532-nm-KTP-Laser unter allen untersuchten Lasersystemen die höchsten Ansprechraten bei hypertrophen Narben erzielen9. Der Cochrane-Review von Leszczynski et al. bestätigte eine Überlegenheit des gepulsten Farbstofflasers gegenüber keiner Behandlung, wenngleich die Evidenz insgesamt als niedriggradig eingestuft wird2. Dies unterstreicht den dringenden Bedarf an qualitativ hochwertigen randomisierten kontrollierten Studien mit standardisierten Endpunkten und längeren Nachbeobachtungszeiträumen. IPL ist eine weitere, gut verträgliche Behandlungsoption, deren Evidenzlage jedoch bislang weniger robust ist als die der spezifischen Lasersysteme. IPL kann eine ergänzende Maßnahme bei erythematösen Aspekten von Narben sein, bei atrophen Narben wird sie empfohlen, bei hypertrophen Narben und Keloiden kann sie erwogen werden13.

Fraktionierte Radiofrequenz-Verfahren haben sich als vielversprechende Alternative insbesondere für Patienten mit dunkleren Hauttypen etabliert, da die Melanin­unabhängigkeit des Verfahrens das Risiko einer postinflammatorischen Hyper­pigmentierung minimiert1,12. Auch die internationalen Konsensus-Empfehlungen von 2022 betonen die Rolle des Radio­frequenz-Microneedlings als Bestandteil eines individualisierten Behandlungs­konzepts3. Die Evidenzlage weist insgesamt relevante Limitationen auf. Die Heterogenität der verwendeten Bewertungsinstrumente erschwert direkte Vergleiche zwischen Studien1,2. Darüber hinaus sind Nachbeobachtungszeiträume häufig auf wenige Monate begrenzt und Langzeitdaten zu Rezidivraten und Behandlungsnachhaltigkeit fehlen weitgehend. Die Etablierung standardisierter Outcome-Sets sowie die Durchführung multizentrischer, randomisierter kontrollierter Studien mit harmonisierten Protokollen und verlängerten Follow-up-Perioden sind für die klinische Narben­forschung von zentraler Bedeutung1-3.

Die weitere Optimierung der Behandlungsparameter, die Entwicklung standardisierter Protokolle und die Generierung qualitativ hochwertiger Langzeitdaten sind auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe der dermatologischen Forschung.

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C. Bettina Rümmelein, Theresa Dietmaier

Korrespondenzadresse

Dr. med. C. Bettina Rümmelein

Hautwerk AG
Maneggstrasse 17,
CH-8041 Zürich, Schweiz
E-Mail: ruemmelein@hautwerk.ch