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Thrombophlebitis saltans – Diagnostikpfad anhand eines Fallbeispiels

Das Auftreten rezidivierender sprunghafter oberflächlicher Venenthrombosen in nicht varikösen Venen (Thrombophlebitis saltans) ist selten, weshalb der Umgang hiermit im klinischen Alltag oft schwierig ist. So stellte sich ein Patient in unserer Sprechstunde mit diesem Befund sowohl an den unteren als auch oberen Extremitäten begleitet von subfebrilen bis febrilen Temperaturen vor. 


23.01.2023
Dr. Schäfer
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ZITIERWEISE: VASOMED 2023; 35(1): 20

Wir führten eine ausführliche Diagnostik (farbkodierte Duplexsonographie der Extremitätengefäße, Bildgebung mittels Computertomographie, Labor mit Bestimmung u. a. von Entzündungsparametern, antinukleären und anti-neutrophilen cytoplasmatischen Antikörpern [Autoimmunantikörper], Kryoglobulinen, Rheumafaktorwerten, antizyklisch zitrullinierten Peptidantikörpern, Angiotensin-Converting-Enzym, löslichem Interleukin-2-Rezeptor, QuantiFERON®-TB-Gold-Test, Hepatitis-Serologie, Thrombophilie-Sreening) durch. Diese verblieb jedoch ohne wegweisenden Befund. Bisher konnte somit keine abschließende Ursache gefunden werden (1). 

In wenigen Fällen treten rezidivierende oberflächliche Venenthrombosen auch idiopathisch auf. In jedem Fall ist es wichtig, bei diesen Patienten eine präzise Anamnese, klinische Untersuchung und Gefäßdiagnostik (farbkodierte Duplexsonographie der peripheren Gefäße) durchzuführen. Es sollten zudem Infektionserkrankungen, thrombophile Störungen, Tumorerkrankungen (am häufigsten gastrointestinal, bronchial, urogenital und hämatologisch) und auch Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Vaskulitiden und Kollagenosen) als zugrundeliegende Auslöser ausgeschlossen und falls vorhanden behandelt werden. Ansonsten richtet sich die Therapie nach den geltenden Empfehlungen zur Behandlung der oberflächlichen Venenthrombosen, die in den meisten Fällen aus Fondaparinux und begleitender Kompressionstherapie besteht (2).

Der Beitrag beruht auf einem Vortrag bei der DGP-Jahrestagung am 28.9.-1.10.2022 in Hannover.

Literatur
1.    Jennetten L et al. Nichts ist so wie es scheint – der seltene Fall. Phlebologie 2022;51(04):191-93.
2.    Jinna S, Khoury J. Migratory Thrombophle-bitis. In: StatPearls. StatPearls Publishing, Treasure Island (FL) 2022. PMID: 31613482.

Autorin

Korrespondenzadresse
Dr. med. Jana Schäfer
Universitätsklinikum Bonn
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie
Venusberg-Campus 1, Gebäude 1, 53127 Bonn
Jana.Ziob(at)ukbonn.de