Zitierweise: HAUT 2024;35(3):108-109.
Abstract
Recognizing symptoms in skin, or eyes, may lead to the diagnosis of an internal disease. This may be lifesaving. Oculocutaneous signs as symptoms of an endocarditis are little-known.
Key words: endocarditis, oculocutaneous signs
Es ist nicht leicht, eine Endokarditis nachzuweisen. Die Beschwerden erinnern zu Beginn an „banale“ Infekte ohne Beteiligung des Herzens: Fieber, Schwäche, Leistungsabfall und Appetitlosigkeit. Ist die Endokarditis weiter fortgeschritten, deuten Herzgeräusche auf eine Undichtigkeit der Herzklappen hin. Auch die Milz kann vergrößert sein. Im Blutbild findet sich eine Leukozytose als Anzeichen einer Entzündung, Blutsenkungsgeschwindikeit und C-reaktives Protein sind erhöht. Laborwerte reichen zur Diagnostik aber leider oft nicht aus.
Die Echokardiografie1 zeigt bei einer Endokarditis Vegetationen am Endokard, speziell an den Herzklappen: meist kleine Thromben, die mit Bakterien durchsetzt sind. Im Zweifelsfall ist eine Magnetresonanztomografie des Herzens notwendig, in seltenen Fällen eine Endokardbiopsie2.
Endokarditis: meist bakteriell verursacht, unbehandelt letal
Auslöser der Endokarditis ist meist eine bakterielle Infektion, die möglichst schnell mit Antibiotika behandelt werden muss. Seltener beruht eine Herzinnenhaut-Entzündung auf einer anderen Erkrankung (z. B. Pilzinfektion, Autoimmunkrankheit).
Die Inzidenz der mikrobiell verursachten (infektiösen) Endokarditis (IE) liegt bei 30/ 1.000.000. Die IE verläuft unbehandelt letal. Die Letalitätsrate hängt von klinischen Faktoren, dem ursächlichen Erreger, aber auch vom Zeitpunkt der Diagnosestellung und dem Einleiten einer adäquaten Therapie ab3.
Endokarditis und SARS-CoV-2
In der Pandemie traten Endokarditiden sowohl als Nebenwirkung als auch als Langzeitfolge von SARS-CoV-2-Infektionen auf, außerdem wurden sie nach Impfungen berichtet.
In einer Studie erfüllten 0,6 % bis 3 % der Sportler bei einer Kontrolluntersuchung vor Wiederaufnahme des Trainings die modifizierten Lake-Louise-Kriterien für eine klinische Myokarditis. Jetzt legen erste Fallberichte nahe, dass solche Herzschäden und Herzmuskelentzündungen auch noch mehrere Wochen nach der akuten Virusinfektion auftreten können. Ähnliche Fälle von nachfolgender Myokarditis kennt man aber auch von einigen anderen viralen Erkrankungen.
Angesichts der zunehmend vorkommenden Endokarditis als Komplikation im Rahmen der COVID-Infektionen ist es auch für Dermatologen wichtig zu wissen, dass es Symptome an Haut und Augen dafür gibt, die bei klinischer Untersuchung zu erkennen sind.