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vasomed 4/24

Wirksamkeit von Manueller Lymphdrainage versus intermittierender pneumatischer Kompression beim sekundären Lymphödem

Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) gilt als Standard- und Basistherapie bei Lymphödemen. Zentraler Bestandteil der KPE ist die Manuelle Lymphdrainage (MLD); zusätzlich steht die intermittierende pneumatische Kompressionstherapie (IPK) zur Verfügung. In einer prospektiven Cross-over-Studie wurden die objektiven und subjektiven Auswirkungen von MLD und IPK auf sekundäre Lymphödeme der unteren Extremitäten untersucht und beide Therapien miteinander verglichen (1). Darüber hinaus wurde ermittelt, ob der Body-Mass-Index (BMI) und das Stadium des Lymphödems Auswirkungen auf den Effekt der jeweiligen Therapie haben.


01.07.2024
C. D. Taeger, D. Schiltz
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ZITIERWEISE: VASOMED 2024; 36(4): 140-141

Methoden

Die in der Studie untersuchten Patientinnen und Patienten erhielten im Abstand von zwei Tagen für jeweils 45 min jeweils einmal MLD und einmal IPK an derselben vom Lymphödem betroffenen Extremität. Vor der MLD führten die Therapeuten eine Vorbehandlung der proximalen Lymphwege durch, vor der IPK nicht. Die IPK erfolgte mit dem Lympha Press Mini 12-Stufen-System (Villa Sana GmbH, Weiboldshausen) unter Verwendung von Hosenmanschetten.

Der objektive volumetrische Therapieeffekt an der Extremität wurde durch digitale Volumenmessung (3D-Volumetrie) bestimmt. Die subjektive Wirkung jeder Behandlungsform wurde anhand zweier speziell entwickelter Fragebögen ausgewertet. Den ersten füllten die Patientinnen und Patienten unmittelbar nach jeder Therapie aus, den zweiten zwei Tage nach der letzten Therapiesitzung. Gefragt wurde im ersten Fragebogen nach Schmerz und Parästhesien bei der Therapie und ob die Therapie angenehm ist, als wirksam empfunden wird und weiterzuempfehlen ist. Im zweiten Fragebogen ging es um die subjektiv empfunden Langzeiteffekte von MLD und IPK sowie um die bevorzugte Therapieform. Ebenso wurden die Teilnehmenden  gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, nur noch IPK zu erhalten. 

Referat zu:

Schiltz D, Eibl D, Mueller K, Biermann N, Prantl L, Taeger C. Therapist versus Machine –Immediate Effects of Manual versus Mechanical Lymphatic Drainage in Patients with Secondary Lymphedema. 
J. Clin. Med. 2024;13:1277. 

Ergebnisse

Insgesamt wurden 40 Patientinnen und Patienten in die Studie eingeschlossen. Es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den erreichten Volumendifferenzen beider Behandlungsmethoden (IPK oder MLD). Weder der BMI noch das Stadium des Lymohödems hatten einen Einfluss auf den Effekt der jeweiligen Therapie (Abb. 1). 

Schlussfolgerungen

Es konnten keine signifikanten Unterschiede in der subjektiven oder objektiven Wirksamkeit der beiden Methoden gefunden werden, die Patientinnen und Patienten bevorzugten allerdings die MLD. Die Autoren schlussfolgerten, dass die IPK bei korrekter Indikation als vergleichbares Therapieverfahren zur MLD bei sekundären Beinlymphödemen angesehen werden kann. 

Limitierend ist allerdings zu erwähnen, dass es sich hierbei um eine kurz angelegte Studie handelt. Durch weitere Langzeitstudien sollten die gefundenen Ergebnisse auf ihre Belastbarkeit hin überprüft werden.

Literatur
1.    Schiltz D, Eibl D, Mueller K et al. Therapist versus Machine—Immediate Effects of Manual versus Mechanical Lymphatic Drainage in Patients with Secondary Lymphedema. J. Clin. Med. 2024;13:1277. doi.org/10.3390/jcm13051277

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Christian Taeger
Plastische Chirurgie & Ästhetik an der Isar
Widenmayerstraße 16, 80538 München
c.taeger(at)widen­mayer16.de

Korrespondenzadresse

PD Dr. med. Daniel Schiltz
Helios Klinikum Emil von Behring, 
Abteilung für Plastische und Ästhetische Chirurgie