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Allgemein- & Innere Medizin, Infektiologie Allgemein- & Innere Medizin Allgemein- & Innere Medizin
Infektionen

Eine Katzenbisswunde ist stets ein medizinischer Notfall

Im Sommer herrscht „Katzenbiss-Saison“. Pro Jahr werden bis zu 30.000 Katzenbisse an die Haftpflichtversicherungen gemeldet.1 Ob beim Spielen mit der Hauskatze oder durch den Kontakt mit streunenden Katzen – ein Katzenbiss ist schmerzhaft und kann darüber hinaus gefährlich für den Patienten verlaufen. Etwa jeder zweite Katzenbiss ist infektiös.1 Aber wie diagnostiziert der Facharzt die Symptome einer Katzenbiss-Infektion an seinem Patienten? Und was ist bei der Behandlung von Patienten mit Katzenbiss-Wunden zu beachten?


30.01.2018
Amelie Kaufmann
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Durch die spitzen Zähne der Katze entstehen tiefe Punktionen, die insbesondere an der Hand kritisch werden können. In den Händen liegen die Knochen, Sehnen, Gefäß- und Nervenstränge direkt unter der Haut. Die Muskeln und die Haut werden durch drei Hauptnerven versorgt:

  1. Dem Speichennerv (Nervus radialis)
  2. dem Ellennerv (Nervus ulnaris)
  3. dem Mittelnerv (Nervus medianus)

Sie sind durch die Sehnenscheiden geschützt. Ein Katzenbiss kann bis auf die Knochen, Gelenke und die Sehnenscheiden gehen. Wenn der Katzenbiss sich entzündet, kann es innerhalb weniger Stunden gefährlich werden.

Breites Erregerspektrum im Speichel der Katze

Das Keimspektrum im Speichel der Katze ist breit gefächert. Es enthält beispielsweise die Bakterien

  • Pasteurella multocida
  • Staphylococcus aureus
  • Staphylococcus saprophyticus
  • Streptokokken

Keime wie Pasteurella multocida können längere Zeit ohne Sauerstoff in der Haut überleben (Anaerobier). Wenn eine Katze in die Hand beißt, dann bohren sich ihre langen Zähne in die Haut und drücken die bakteriellen Erreger tief hinein. Anaerobe Keime vermehren sich zügig in der (anaeroben) Tiefe der Wunde.

Vorsicht bei Wundheilung der Bisswunde

Schließt sich die Wunde innerhalb von zwei Tagen, so können sich die Anaerobier an den Sehnen und an Sehnenscheiden entlang in den Körper ausbreiten. Ein Handchirurg muss dann eventuell die Sehnenscheiden in der Hand öffnen. Die Ausbreitung bakterieller Erreger kann aber auch 

  • eine Sepsis,
  • eine Meningitis,
  • eine Endokarditis oder
  • die Amputation der betroffenen Gliedmaße 

zur Folge haben.