Skip to main content

Dieser Beitrag ist nur für Mitglieder verfügbar!

Allgemein- & Innere Medizin, Geriatrie, Medizin Allgemein- & Innere Medizin Diagnostik, Dosierung, Wechselwirkungen
Biofaktoren

Welche Medikamente führen zum Biofaktoren-Mangel

Medikamente wie beispielsweise Diuretika, Säureblocker, Antirheumatika oder orale Antidiabetika, die viele ältere Patienten einnehmen müssen, können die intestinale Resorption essentieller Nährstoffe hemmen oder deren Ausscheidung fördern. Dadurch erhöht sich das Risiko für einen Biofaktoren-Mangel und sekundär bedingter zusätzlicher gesundheitlicher Störungen für den Patienten.


04.08.2020
D. Birkelbach
Teilen auf:
drucken Gefällt mir merken

Biofaktoren, zu denen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zählen, benutzen bei der Resorption, Metabolisierung und Elimination im Organismus oft dieselben Stoffwechsel- und Transportwege wie Arzneimittel. Negative Wechselwirkungen zwischen Biofaktoren und Medikamenten können die Folge sein.1,2 Senioren leiden häufig unter Multimorbidität und müssen mehrere Medikamente, mitunter über längere Zeit, einnehmen. Daher ist diese Patientengruppe besonders gefährdet, arzneimittelbedingte Mangelzustände an essentiellen Vitaminen und Mineralstoffen zu entwickeln.

Eine arzneimittelbedingte Beeinträchtigung des Vitamin- und Mineralstoffstatus bleibt langfristig nicht ohne Folgen, da kaum ein physiologischer Prozess unseres Körpers ohne die Beteiligung eines oder mehrerer der essentiellen Biofaktoren abläuft.
Nicht nur Senioren, auch chronisch kranke Patienten sowie Menschen, die zu unkontrollierter Selbstmedikation neigen, gehören zu den Risikogruppen für einen arzneimittelinduzierten Biofaktoren-Mangel. Zusätzlich können auch zahlreiche weitere Faktoren, wie Malabsorption, einseitige Ernährung oder Alkoholabusus zu einer Vitamin- und Mineralstoff-Unterversorgung führen.

ArzneimittelgruppeWirkstoffMineralstoffe Vitamine  
AnalgetikaAcetylsalicylsäureCalcium
Eisen
Vitamin B12 
Folsäure
Vitamin C 
AntibiotikaAmikacin
Gentamicin
Tobramycin
Magnesium
Calcium
Kalium
 
NeomycinMagnesium
Calcium
Kalium
Vitamin B12
Vitamin A
Vitamin K
Chloramphenicol Vitamin B12
Vitamin C
Doxycyclin
Tetrazyklin
Magnesium
Calcium
Kalium
Eisen
Zink
Vitamin C
DiuretikaThiazideMagnesium
Kalium
Zink
Vitamin B1
Vitamin B6
Vitamin B12
Folsäure

Schleifendiuretika

 

Magnesium
Kalium
Calcium
Zink
Vitamin B1
Vitamin B6
Vitamin B12
Folsäure
Kaliumsparende
Diuretika
ZinkVitamin B1
Vitamin B6
Vitamin B12
Folsäure
LipidsenkerColestyraminMagnesium
Calcium
Vitamin A
Vitamin D3
Vitamin E
Vitamin K
Vitamin B12
Folsäure
Vitamin C
 Protonenpumpenhemmer
wie Omeprazol,
Pantoprazol
Magnesium
Calcium
Eisen
Zink
Vitamin B12
Folsäure
Vitamin D3
Vitamin C
CimetidinZink
Eisen
Calcium
Folsäure
Vitamin B12
Vitamin D3
FamotidinZink
Eisen
Calcium

Folsäure
Vitamin B12

 

Sulfasalazin Folsäure
LaxanzienMagnesium
Kalium
Natrium
Calcium 
Zink
Folsäure
Antimetabolite
Methotrexat,
Pemetrexat
Magnesium
Zink
Folsäure
Vitamin D3
ZytostatikaCapecitabin Vitamin B6
5-Fluorouracil Vitamin B1
Niacin 
Vitamin D3
RituximabMagnesium
Kalium
 

Platinanaloga

 

Magnesium
Kalium
Zink
 
Interleukin-2 Vitamin C
Tabelle 1: Häufig verordnete Arzneimittel (Auszug), die das Risiko für einen Biofaktorenmangel erhöhen können. 1,2

Biofaktoren-Mangel unter Pharmakotherapie im Blick halten

Unter einer Behandlung mit den genannten Arzneimitteln empfiehlt es sich daher, auf den Biofaktoren-Status zu achten. Der zielgerichtete Ausgleich eines Biofaktoren-Mangels durch Supplementierung sollte die notwendige Pharmakotherapie begleiten, um Krankheitsverläufe und die Entwicklung von Folgeerkrankungen positiv beeinflussen zu können. 

1 Mohn et al. Pharmaceutics 2018, 10: 36.
2 Samaras D et al. Nutrition 2013, 29: 605-610.

Autorin

Dr. Daniela Birkelbach
Gesellschaft für Biofaktoren e.V.
E-Mail: daniela.birkelbach@gf-biofaktoren.de

www.gf-biofaktoren.de

Welche Bewertung würden Sie dem Beitrag im Allgemeinen geben?
Bitte Bewerten Sie die Umfrage.