Zur Berechnung der Behandlung des diabetischen Fußes wurde eigens die Gebührenordnungsposition (GOP) 02311 in den EBM aufgenommen, die auch für Hausärztinnen und Hausärzte berechnungsfähig ist, wenn eine entsprechende Berechtigung bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) beantragt und dem Antrag stattgegeben wurde.
GOP 02311: Behandlung des diabetischen Fußes, je Bein, je Sitzung 138 Punkte, 16,47 €
Obligater Leistungsinhalt: Abtragung von Nekrosen beim diabetischen Fuß
Die Möglichkeit zur Abrechnung der GOP 02311 ist an zwei definierte Vorgaben gebunden und bedarf einer Genehmigung der KV. Werden diese erfüllt, kann jede Hausärztin bzw. jeder Hausarzt die GOP 02311 abrechnen.
Voraussetzungen für die Genehmigung
- Die Qualifikation zur Durchführung von programmierten Schulungen für Diabetikerinnen und Diabetiker ist nachzuweisen. Bei der KV ist die Genehmigung zur Abrechnung der GOP 02311 zu beantragen. Die KV übermittelt ein Antragsformular, in dem die zu erbringenden Nachweise (z. B. Schulungen) gelistet sind. Der Umfang der geforderten Nachweise hält sich in Grenzen.
- Mit dem Antrag zur Genehmigung der Abrechnung der GOP 02311 ist nachzuweisen, dass „im Durchschnitt der letzten vier Quartale je Quartal die Behandlung von mindestens 100 Patienten mit Diabetes mellitus durchgeführt wurde“. „Im Durchschnitt“ bedeutet, dass es in einem Quartal auch weniger als 100 Diabetikerinnen und Diabetiker gewesen sein können, wenn durch eine höhere Anzahl an diabetischen Personen in einem anderen Quartal ein Ausgleich erfolgt. Insgesamt müssen es in den letzten vier Quartalen vor der Antragstellung durchschnittlich 100 Diabetikerinnen und Diabetiker je Quartal gewesen sein.
Damit stellt sich die Frage, wie dieser Nachweis erbracht werden kann. Für den Nachweis der behandelten 100 Diabetikerinnen und Diabetiker je Quartal ist es unerheblich, ob es sich um Personen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 handelt, Patientinnen und Patienten beider Kategorien werden mitgezählt. Allein anhand der Abrechnung erbrachter Leistungen ist nur bedingt zu erkennen, ob es sich um diabetische Personen handelt. Je nach Ausprägung des Diabetes ist ein korrelierender ICD-10-Code anzugeben, im ICD-10 verzeichnet in den Abschnitten E10 bis E14. Gemäß den Vorgaben zur Codierung nach dem ICD-10 sollen nur Diagnoseangaben für Erkrankungen angegeben werden, derentwegen im aktuellen Quartal eine Behandlung erfolgt. Erfolgt in einem Quartal keine Behandlung wegen des Diabetes, sondern z. B. wegen Rückenschmerzen, ist keiner der entsprechenden ICD-10-Codes anzugeben. Eine sichere Kennzeichnung der Fälle mit Diabetes kann auch erfolgen, indem bei allen Diabetikerinnen und Diabetikern die Laborausnahmekennziffer 32022 angegeben wird und zwar bei all jenen, die im Laufe des Quartals in die Praxis kommen, unabhängig davon, ob eine Behandlung wegen des Diabetes durchgeführt wird oder nicht. Die Ausnahmekennziffer bewirkt, dass bei den mit der 32022 gekennzeichneten Fällen bestimmte Laborwerte (Glucose, Kreatinin, HbA1c, Mikroalbuminurie) nicht auf das Laborbudget angerechnet werden.
Wichtig
Alle Hausärztinnen und Hausärzte können bei der KV die Genehmigung zur Abrechnung der GOP 02311 beantragen.
Prüfen, ob in der eigenen Praxis im Durchschnitt der letzten vier Quartale je Quartal mindestens 100 Personen mit Diabetes in der Praxis waren.
Zur sicheren Kennzeichnung bei jeder Person mit Diabetes die Laborausnahmekennziffer 32022 angeben. Bei Behandlung wegen des Diabetes einen ICD-10-Code aus den Abschnitten E10 bis E14 des ICD-10 angeben.
In der Anmerkung zu GOP 02311 EBM heißt es ausdrücklich: „ ...je Quartal die Behandlung von mindestens 100 Patienten mit Diabetes mellitus“ und nicht Behandlung wegen Diabetes mellitus. Auch wenn sich unter den in den letzten vier Quartalen behandelten Personen mit Diabetes keine oder nur wenige mit Nekrosen oder Gangränen an den Füßen befanden und im Sinne der GOP 02311 behandelt wurden, kann die Genehmigung zur Abrechnung der 02311 beantragt werden. Entscheidend ist nur, dass sich unter den in den letzten vier Quartalen behandelten Patientinnen und Patienten mindestens 400 mit Diabetes befanden.