Bei Vorhofflimmern auch ­schlechtere Hirnleistung?

Auf den DGK-Herztagen in Berlin (12. bis 14. Oktober 2017) stellte PD Alexander Wutzler (Bochum) das Ergebnis einer Untersuchung vor, die sich mit der Hirnleistung bei Vorhof- flimmern befasste.

 

Patienten mit Vorhofflimmern (VHF), der häufigsten Herzrhythmusstörung, haben eine schwächere Hirnleistung als Gesunde. Außerdem ist bei ihnen die Mikrozirkulation des Blutes und die Sauerstoffsättigung im Gehirn schwächer ausgeprägt. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von PD Alexander Wutzler (Bochum), die auf den DGK-Herztagen in Berlin vorgestellt wurde.

Noninvasives Screening

Die schlechtere Durchblutung des Gehirns („zerebrale Perfusionsdefizite“) könnte also zur verminderten kognitiven Leistung von VHF-Patienten beitragen, so der Studienautor. Die Nah-Infrarot-Spektrometrie (NIRS) und einfache kognitive Tests seien vielversprechende, nicht-eingreifende Screening-Instrumente, die künftig zur Früherkennung kognitiver Einschränkung und zur Therapieoptimierung bei VHF-Patienten zum Einsatz kommen könnten, sagt PD Wutzler.

Zerebrale Mikrozirkulation

Bisher gab es keine Studie zur kognitiven Leistung und zerebralen Mikrozirkulation, die Patienten mit und ohne Vorhofflimmern miteinander verglichen hat, berichtet PD Wutzler. Er untersuchte die Sauerstoffsättigung im Gehirn (regionale zerebrale Oxygenierung) als Marker der Mikrozirkulation im Gehirn mittels Nah-
Infrarot-Spektrometrie sowie die kognitive Leistung mittels „Trail Making Test“. Untersucht wurden 27 Patienten, davon 17 VHF-Patienten und 10 Kontrollpatienten ohne VHF, aber mit gleichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie