Funktionsstörung der Speiseröhre endoskopisch behandeln mit POEM

Mit einem rein endoskopischen Verfahren können Ärzte der Universitätsmedizin Mainz jetzt Patienten mit Achalasie, einer Funktionsstörung der Speiseröhre, behandeln.

Bei einem 55-jährigen Patienten haben die Spezialisten des Zentrums für Erkrankungen des obereren Gastrointestinaltraktes an der Universitätsmedizin Mainz vor kurzem erstmals erfolgreich den als Perorale endoskopische Myotomie (POEM) bezeichneten minimal-invasiven Eingriff durchgeführt. Die Achalasie hatte bei dem Patienten starke Schmerzen verursacht und zu einem starken Gewichtsverlust geführt. Mittlerweile ist der Patient schmerzfrei und hat bereits deutlich an Gewicht zugenommen. „Bislang mussten sich Achalasie-Patienten in Deutschland in der Regel einem chirurgischen Eingriff unterziehen. Mit der POEM steht für diese Patienten jetzt ein neues minimal-invasives, rein endoskopisches Therapieverfahren zur Verfügung“, erklärt der Leiter der interdisziplinären Endoskopie in der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik an der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Helmut Neumann.
Bei der POEM-Methode öffnen die Experten mithilfe eines Endoskops die Schleimhaut der Speiseröhre an einer kleinen Stelle. Dann legen sie einen Tunnel unter der Schleimhaut an. Im nächsten Schritt erfolgt eine schrittweise Spaltung der Speiseröhrenmuskulatur (die sogenannte Myotomie). Anschließend wird die Schleimhautöffnung wieder verschlossen. Dazu verwenden die Ärzte ein endoskopisches Clipsystem.

Quelle: Universitätsmedizin Mainz