Jetzt Standardimpfungen wie Grippe, Gürtelrose und Co. fokussieren

Corona-Pandemie und -Impfung bestimmen aktuell die öffentliche Wahrnehmung. Andere Infektionskrankheiten treten nicht selten in den Hintergrund. Experten befürchten tatsächlich eine schwere Grippe­welle für 2021/2022. Aber nicht nur beim Grippeschutz gibt es Handlungsbedarf: Für alle empfohlenen Standard­impfungen sind die Impfquoten besonders in der älteren Generation 60 plus seit langem zu niedrig.[1]

Durch die Einschränkungen während der Pandemie hat sich dieses Bild nicht geändert, im Gegenteil. Auch aus diesem Grund bietet es sich nun an, Arztbesuche von (älteren) Patientinnen und Patienten oder die bevorstehende Grippeimpfung dazu zu nutzen, allgemein den Impfstatus zu prüfen und Lücken bei den Standard­impfungen zu schließen. Neben Influenza, Pneumokokken oder Pertussis gehört auch Herpes Zoster zu den Erkrankungen, gegen die laut STIKO standardmäßig geimpft werden sollte.

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Die Vier: Influenza, Pneumokokken, Pertussis und Herpes Zoster

Prof. Dr. Thomas Weinke, Gastroenterologe, Infektiologe und Tropenmediziner in Potsdam, betonte, dass die tatsächliche medizinische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Belastung durch Influenza und deren Komplikationen unterschätzt werde. Influenza sei eine Systemerkrankung, die vor allem bei älteren, chronisch kranken Menschen schwerwiegende Folgen haben könne und in rund 10.000 Fällen jährlich den Tod der Patienten verursache. Die Ziele einer Influenza-Impfung gingen somit über den Schutz vor „Grippe“ hinaus: Ebenfalls im Fokus sei auch die ­Prävention schwerer Folgeerkrankungen kardiovaskulärer Art oder von sekundären Pneumonien – zum Beispiel durch Pneumokokken, gegen die Ältere auch geimpft werden sollten.

Impfquoten verbessern: Gerade auch bei Herpes Zoster (HZ)

Schutzimpfungen sind für Menschen ab 60 Jahren besonders wichtig, betonte Thomas Müller, Mitglied des Vorstands der Kassen­ärztlichen Vereinigung Westfalen-­Lippe. Die Impfquote, z. B. bei der Influenza-Impfung, sei mit 34,8 % in dieser Altersgruppe jedoch sehr gering.

Jährlich trifft über 300.000 Menschen in Deutschland eine Herpes-Zoster-Erkrankung (HZ).2 Die Mehrheit gehört zur Risikogruppe über 60 Jahre.3 In der Altersgruppe der Über-60-Jährigen tragen mehr als 95 % das Virus in sich, das HZ auslösen kann. Die Inzidenz steigt mit dem Alter: Das Lebenszeitrisiko für HZ liegt bei ca. 30 %, bei Über-80-Jährigen bei circa 50 %.4 HZ-Erkrankungen verursachen deutschlandweit rund 20.000 Hospitalisationen (2015) pro Jahr.5 Bei den über 80-Jährigen liegt das Risiko für eine belastende und sehr schmerzhafte Post-Zoster-Neuralgie (PZN) zwischen 8 und 20 %. Komplikationen des HZ können außerdem ein Sehverlust (Zoster ophthalmicus, Inzidenz 10 bis 25 %), ein Hörverlust sowie ein erhöhtes Risiko für Myokardinfarkt und Schlaganfall (innerhalb von 12 Monaten) sein.

Der von der STIKO empfohlene Totimpfstoff (Shingrix) gegen Herpes Zoster ist in der 10er- und 1-er Packung verfügbar und kann als Sprechstundenbedarf bezogen und abgerechnet werden. Infomaterialien sind kostenfrei unter Tel.: 0800-122 33 55 oder unter www.gsk-kontakt.de/orderforms/shingrix/ zu bestellen.

Eine Impfung mit dem adjuvantierten Totimpfstoff Shingrix, wie von der ­STIKO für alle ab 60 Jahren sowie jene mit einer Grunderkrankung ab 50 Jahren empfohlen, ist sicher und kann vor HZ, PZN und Langzeitfolgen schützen.6 Dr. Markus Frühwein, Facharzt für Allgemeinmedizin sowie ­Reise-­­ und Tropenmedizin in München, empfiehlt jeden Patientenkontakt zur Prüfung des Impfstatus zu nutzen und versäumte Impfungen nachzuholen.

Hier könne im Sinne der Patienten sinnvoll kombiniert werden: Für die Impfung gegen HZ mit Shingrix sind als Koadministration der ­quadrivalente­ saisonale Influenza-Impfstoff (QIV)7, der 23-­valente Pneumokokkenpolysaccharid­impfstoff (PPSV23)8 sowie der Tdap-Impfstoff9 zugelassen. Eine Studie zur Koadministration von Shingrix und dem 13-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff (PCV13)10 ist gerade abgeschlossen worden.
 

Literatur:

1 STIKO EpidBull 47/2020: Impfquoten Erwachsene Deutschland
2 IQWiG – Gürtelrose: www.gesundheitsinformation.de/guertelrose.2829.de.html, accessed Jan 2021.
3 Hillebrand et al. Journal of Infection 2015;Vol 70:178–186.
4 Ultsch B et al. Modellierung von epidemiologischen und gesundheitsökonomischen Effekten von Impfungen zur Prävention von Herpes zoster.
5 Ultsch et al. Eur J Health Econ 2013; 14:1015–1026
6 Boutry C et al. Clinical Infectious Diseases.
DOI:10.1093/cid/ciab629
7 Schwarz TF et al. The Journal of Infectious Diseases, DOI:10.1093/infdis/jix481
8 Marechal C et al. Vaccine, DOI:10.1016/j.vaccine.2018.05.110.
9 Strezova A, Vaccine, DOI:10.1016/j.vaccine.2019.08.001
10 Data on file: clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03439657


Quelle: Digitales Pressegespräch vom 03.09.2021.
 

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