Leber-Transplantation mit „Metra“ verlängert Zeitfenster für Patienten

Als eines der weltweit ersten Transplantationszentren nahm Anfang Februar das Transplantationszentrum Innsbruck ein neues Gerät für Lebertransplantationen in Betrieb.

 

Das Gerät, genannt „Metra“ (Hersteller OrganOx, GB), hat das Potential, die Transplantationsmedizin zu revolutionieren: Erstmals kann eine Spenderleber für zunächst 24 Stunden außerhalb des Körpers am Leben erhalten werden. Das Gerät wird zukünftig gänzlich neue Wege eröffnen.„Für uns ist das eine revolutionäre Technik. Wir hoffen, dass wir in naher Zukunft Spenderlebern für mehrere Tage oder Wochen aufbewahren können“, erklärt Stefan Schneeberger, Leiter des Innsbrucker Transplantationszentrums. „Eines Tages werden wir diese Technologie vielleicht auch für andere Organe einsetzen können oder beispielsweise eine erkrankte Leber direkt am Gerät therapieren können.“  „Metra“ erzeugt für die Spenderleber ein ähnliches Umfeld wie im Körper. Die sogenannte „ex vivo Perfusion“ erfolgt auf Körpertemperatur. Es wird keine künstliche Flüssigkeit, sondern Blut verwendet. Sobald die Leber an das Gerät angeschlossen wird, funktioniert sie wie im Körper. Sie produziert Galle, verstoffwechselt Glucose und behält ihren physiologischen pH-Wert. ,Metra‘ ermöglicht damit auch eine Qualitätskontrolle über die Funktion der Leber. Da die Funktion einer potentiellen Spenderleber im Detail überprüft werden kann, wird es möglich sein, auch Lebern von älteren SpenderInnen nach entsprechender Prüfung für die Transplantation zu verwenden.
„Die Sterberate auf der Warteliste kann dadurch weiter verringert werden“, so Schneeberger.

Quelle: Medizinische Universität Innsbruck