Rezeptor in Putenherzen

Forscher untersuchen Putenherzen: Welche Auswirkungen finden sich nach Mast in der Massentierhaltung? Die Wissenschaftler erwarten auch Rückschlüsse auf Herzerkrankungen beim Menschen.

Tiermediziner der Universität Leipzig untersuchen in einem kürzlich gestarteten Forschungsprojekt, wie sich die Herzen gemästeter Puten verschiedenen Alters verändern und welche Auswirkungen die Massentierhaltung auf die Gesundheit der Tiere hat. Projektleiter Prof. Dr. Getu Abraham und die Promovendin Caroline Schoeller vom Institut für Pharmakologie, Pharmazie und Toxikologie der Veterinärmedizinischen Fakultät wollen in den kommenden drei Jahren analysieren, wie sich die Rezeptoren in den Herzzellen der Puten mit zunehmendem Alter verändern und dadurch auch neue Erkenntnisse über Herzkrankheiten des Menschen gewinnen. Diese Forschung wird durch eine zweckgebundene Spende eines Unternehmens aus dem Bereich der Humanmedizintechnik finanziert. Die Forscher werden Funktion und Zahl der Rezeptoren in Herzzellen von sechs, zwölf und 21 Wochen alten weiblichen und männlichen Puten pharmakologisch und biochemisch untersuchen. Die Forscher  interessiert die Veränderung der Rezeptoren bei Mastputen mit zunehmendem Alter und Körpergewicht. Sie wollen herausfinden, ob die Frühsterblichkeit der Puten an Veränderungen der Rezeptoren liegt. Dazu wird in einem komplizierten Verfahren die Zellmembran gereinigt, um den Rezeptor darin ermitteln zu können. Die Wissenschaftler vermuten, dass sich die Aktivität des Rezeptors mit zunehmendem Alter verändert und wollen klären, ob diese ab- oder zunimmt. Auch beim Menschen veränderten sich mit zunehmendem Alter die Rezeptoren im Herzmuskel. „Detaillierte Untersuchungen dazu gibt es aber nicht, weshalb wir annehmen, dass Puten als Tiermodell genutzt werden können“, sagt Abraham.

Quelle: Universität Leipzig