Neurologische Pflege als wichtiger Baustein für den Therapieerfolg

Die Arbeit der Pflegekräfte hat einen immensen Einfluss auf die Versorgungsqualität von Patienten. Zahlreiche Studien zeigen: Wird ein Mindestmaß an Pflege unterschritten, steigt die Sterblichkeitsrate an, es kommt häufiger zu gravierenden Komplikationen.

 

Die Pflege neurologischer Patienten, ob mit einem Schlaganfall, einer Parkinson-Erkrankung oder einer Demenz, ist nicht nur besonders zeitintensiv – Pflege in der Neurologie ist auch ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Wir brauchen dringend mehr Pflegekräfte in der Neurologie“, begrüßt Prof. Dr. med. Gereon R. Fink das Sofortprogramm des Bundesgesundheitsministers gegen den Pflegenotstand. „Das allein reicht jedoch nicht“, so der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN): „Wir müssen auch konsequent in die Weiterbildung der Pflegefachkräfte investieren“, fordert er. Die DGN setzt sich seit langem für die Weiterbildung in der neurologischen Pflege ein. In diesem Jahr bot die DGN auf ihrem Jahreskongress, der vom 30. Oktober bis 3. November 2018 in Berlin stattfand, am 31. Oktober erstmals ein spezifisches Programm für Pflegekräfte an. An diesem Tag stand die neurologische Pflege auf dem DGN-Kongress im Fokus. Namhafte Referenten beleuchteten in Vorträgen und Workshops die großen Bereiche der Neurologie wie etwa Schlaganfall, Multiple Sklerose oder Bewegungsstörungen aus pflegerischer Sicht. Themen wie Diagnostik und Therapie wurden erörtert, ebenso ging es um erkrankungsspezifische Pflegestandards und -konzepte in der neurologischen Pflege.

Neurologische Pflege ist therapeutische Pflege

Die Neurologie ist besonders pflegeintensiv. Das liegt an den Krankheitsbildern der Patienten mit Parkinson, Alzheimer, Schlaganfall oder Multipler Sklerose, an ihrem häufig hohen Alter, an Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit und der Kognition, an psychischer Komorbidität oder Inkontinenz. „Die Qualität der medizinischen Versorgung in der Neurologie ist in hohem Maße abhängig von der Qualität der Pflege“, sagte DGN-Präsident Gereon R. Fink.
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie hat bereits 2011 gemeinsam mit dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK) die „Interdisziplinäre Pflegefortbildung Neurologie“ veröffentlicht und damit ein interprofessionelles Fortbildungsangebot für den Fachbereich Neurologie geschaffen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie