Schmerzempfinden bei Demenz

Das bayerische Gesundheitsministerium fördert seit Januar 2019 das Forschungsprojekt „Schmerz und Alltagspraxis bei Menschen mit Demenz“ der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Ziel des Forschungsprojekts ist es zu erfassen, wie die bereits eingeschränkte Alltagspraxis von Menschen mit Demenz durch Schmerzen noch weiter beeinträchtigt wird – und was dagegen getan werden kann. Federführend betreut wird das Projekt von Prof. Dr. Stefan Lautenbacher, Professor für Physiologische Psychologie an der Universität Bamberg. Die 80 Studienteilnehmer sind älter als 70 Jahre. Untersucht werden sollen jeweils 40 kognitiv gesunde Personen und Menschen mit vaskulärer Demenz, wobei 50 Prozent der Probanden aus jeder Gruppe chronische Schmerzpatienten sein sollen. Für die Studie soll ein sogenanntes ‚Living Lab‘ eingerichtet werden. Dieses Reallabor mit Wohn-, Schlaf- und Küchenbereich wird auch mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet werden, die über Mimik (Videosystem), Stimme (Audiosystem), Bewegungen (Smart-Floor und -furniture) und vegetative Parameter (Herzrate, Blutdruck) Schmerz erfassen können.

Verbindung von anwendungsnaher Informatik und langjähriger Erfahrung in der Schmerzforschung bei Demenzpatienten

Lautenbacher erläuterte: „Wir haben in Bamberg hierfür ideale Bedingungen, weil wir eine anwendungsnahe Informatik mit den neuesten Ansätzen in der Künstlichen Intelligenz und Multisensoren-Messung mit der langjährigen Erfahrung in der Schmerzforschung bei Demenzpatienten verbinden können, wozu auch die Professorin Miriam Kunz aus Augsburg als Kooperationspartnerin beiträgt.“ Die Ergebnisse der Studie sollen unter anderem Ärzte und Psychologen, Pflegekräfte und pflegende Angehörige erreichen. An dem Projekt wirken unter anderem das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen, das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt, das Institute of Design and Communication der University of Southern Denmark sowie das Zentrum für Altersmedizin der Sozialstiftung Bamberg mit.


Quelle: Otto-Friedrich-Universität Bamberg